Spritzwassergeschützt

Steuert auch den Fernseher: Sony Xperia Tablet S im Test

Sonys Tablet S hebt sich nicht nur aufgrund der etwas ungewöhnlichen Optik von anderen Android-Tablets ab. Es ist auch spritzwassergeschützt und hat eine Infrarot-Schnittstelle zur Steuerung der Hifi-Anlage an Bord. Zudem hat Sony an weitere Details gedacht, die den Umgang mit dem 9,4 Zoll großen Android-Tablet im Alltag angenehm gestalten.

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Sony Xperia Tablet S: Das Sony Xperia Tablet S geht mit einigen besonderen Ausstattungsdetails ins Rennen um die Käufergunst. So ist es etwa vor Spritzwasser sicher oder steuert dank eingebauter Infrarot-Schnittstelle die heimische Stereo-Anlage. Zum Video: Sony Xperia Tablet S

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Ausstattung und Anschlüsse
  2. 2Modellvarianten: mit und ohne UMTS-Modul
  3. 3Software und Leistung
  4. 4Display
  5. 5Multimedia
  6. 6Spritzwasser-Schutz
  7. 7Fazit
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Sony lässt sich bei der Tablet-Entwicklung gern länger Zeit. Lange hat es gedauert, bis der japanische Konzern überhaupt einen Flach-Computer auf den Markt brachte. Und auch das an dieser Stelle getestete Xperia Tablet S ist längst nicht das erste Modell, das auf Nvidias Tegra-3-Chipsatz vertraut.

Aber gut Ding will ja bekanntlich Weile haben - und diesen Sinnspruch erfüllt das Xperia Tablet S bereits beim Auspacken. Ungewöhnlich sieht es auf den ersten Blick aus. Wie ein umgeschlagenes Buch präsentiert sich die zweifarbige Rückseite des Testgeräts. Während große Teilbereiche des Xperia-Tablets aus kühlem Aluminium bestehen, setzt der Hersteller in diesem Teil auf leicht angerauten Kunststoff. Dieser ist längst nicht mehr so wuchtig in seinem Erscheinungsbild wie bei der Vorgängerversion - und das ist gut so. 

Das Tablet S wirkt nun viel stimmiger, wenngleich nicht minder exotisch. Aus dem Wust an immer gleichen Formfaktoren bei Android-Tablets hebt sich das Tablet S wohltuend ab. Hält man es quer in der Hand, dient das durch Kunststoff abgesetzte Drittel als Ruhepol für die Finger. Im Hochkantformat lässt es sich dank diesem wunderbar sicher halten, ohne dass die Finger versehentlich Eingaben auf dem Touchscreen tätigen würden. Gut gemacht, Sony.

Ausstattung und Anschlüsse

An der Unterseite des Tablets verbaut Sony leider anstelle eines USB-Ports einen herstellereigenen Anschluss, über den das Xperia-Tablet auch aufgeladen wird und der auch spezielles Zubehör mit Strom und Daten versorgen kann. Ärgerlich ist, dass der Anschluss mithilfe einer abnehmbaren Kunststoff-Abdeckung bei Nichtgebrauch verschlossen wird. Jede Wette: Innerhalb kürzester Zeit werden weniger umsichtige Xperia-Käufer diese Kappe verloren haben.

Der hinter einer Klappe versteckte Kartenleser schluckt normal große SD-Karten. (Bild: netzwelt)
Der hinter einer Klappe versteckte Kartenleser schluckt normal große SD-Karten. (Bild: netzwelt)

An der rechten Flanke findet sich neben zwei gut versteckten Status-LED noch eine Lautstärkewippe, deren Druckpunkte deutlicher ausfallen könnten. Auch den Ein- und Ausschalter bringt Sony hier unter. Auf der linken Seite befindet sich der Kopfhöreranschluss sowie ein Speicherkartenschacht. Dieser kommt mit normal großen SD-Karten zurecht, worüber sich vor allem Fotografen freuen dürften. Kamera auf, SD-Karte ins Tablet - und Fotos schnell auf dem internen Tablet-Speicher ablegen. Das alles ohne Kabel - praktisch.

Modellvarianten: mit und ohne UMTS-Modul

Im Inneren des 174,4 x 239,8 x 11,85 Millimeter großen und etwa 570 Gramm schweren Tablets steckt der bekannt leistungsfähige Nvidia-Chipsatz Tegra 3 mit einer Taktrate von 1,3 Gigahertz. Die Größe des Arbeitsspeichers beträgt ein Gigabyte. Neben einem Lagesensor hat Sony auch einen GPS-Sensor verbaut. Die Größe des Hauptspeichers variiert je nach Modell (Modellbezeichnungen in Klammern) und beträgt wahlweise 16 (SGPT121) oder 32 (SGPT122) Gigabyte. 

Zudem sind auch zwei Speichervarianten mit eingebautem UMTS-Modul verfügbar. Dann allerdings haben Käufer lediglich die Wahl zwischen einer Variante mit 16 Gigabyte großem Speicher (SGPT131) oder 64 Gigabyte Flash-Kapazität (SGPT133). Dies bedeutet leider auch, dass Käufer, die großen Wert auf einen üppigen Speicherplatz legen, zwangsweise zur 719 Euro teuren UMTS-Top-Version greifen müssen. Im Test von netzwelt befindet sich das Modell mit 16 Gigabyte Speicher und UMTS-Modul für 518 Euro. Die günstigste Variante ohne UMTS und 16 Gigabyte Speicher ist laut unverbindlicher Preisempfehlung seitens Sony für 399 Euro erhältlich.

Software und Leistung

Als Betriebssystem kommt derzeit die Android-Version 4.0.3 (Ice Cream Sandwich) zum Einsatz. Sony belässt den größten Teil des UI und passt die Oberfläche nur in Details an. Die Tastatur etwa weicht ein wenig vom Standard-Layout ab. Ein Update auf Android 4.1 (Jelly Bean) ist noch nicht angekündigt, aber sehr wahrscheinlich.

Außerdem installiert Sony jede Menge Apps aus dem eigenen Software-Universum, darunter Shortcuts zu weiteren App-Empfehlungen, aber auch eine Fernbedienung-App zur Steuerung des Home Entertainment-Geräteparks. Mit der App lassen sich nicht nur Sony-eigene Geräte steuern. Eine große Anzahl an gängigen Infrarot-Codes sind bereits vorinstalliert. 

Wenn das zu steuernde Gerät nicht in der Liste ist, lassen sich auch vorhandene Fernbedienungen anlernen. Im Test funktionierte dies sowohl mit einem aktuellen Samsung-Fernseher als auch mit einer etwas in die Jahre gekommenen Philips-Stereo-Anlage reibungslos.

Gelungen ist auch der so genannte Gast-Modus. Bis zu vier unterschiedliche Accounts lassen sich hier für Familien-Mitglieder anlegen und mit unterschiedlichen Rechten und Einstellungen versehen - etwa wenn das Familien-Oberhaupt nicht will, dass der Nachwuchs Zugang zu den Office-Unterlagen bekommt.

Im Alltag stellen weder heftiges Multitasking noch aktuelle Spiele-Titel die Tegra-3-Plattform von Nvidia vor unlösbare Aufgaben. Apps öffnen zügig, mit nur minimalen Verzögerungen. Auf Eingaben, auch mit mehreren Fingern, reagierte das Display im Test stets zuverlässig. Präzise erkennt der Lagesensor Positionsveränderungen und passt die Bildschirmausrichtung umgehend an. Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit bis zu zwölf Stunden an. Im Mischbetrieb aus Surfen, Spielen und der Installation von Apps erreichte netzwelt jedoch nur eine Laufzeit von knapp zehn Stunden.

Display

Das 9,4 Zoll (23,8 Zentimeter) große Display mit IPS-Panel bietet eine Auflösung von 1.280 x 800 Bildpunkten und stellt Inhalte scharf dar. Obwohl es wie die meisten Tablet-Anzeigen spiegelt, lässt es sich dank ausreichend starker LED-Hintergrundbeleuchtung auch unter freiem Himmel oft noch sehr gut ablesen. 

Das IPS-Panel ermöglicht dabei nahezu unbegrenzt große Blickwinkel, ohne dass die Farbdarstellung sich ändert. Erst bei extrem steilen Winkeln fällt der Kontrast deutlich ab. Auffallend ist auch die gute Darstellung von schwarzen Bereichen. Auch wenn die Auflösung auf dem Papier nominell mit anderen Tablets wie dem Google Nexus 10 oder Apple iPad nicht mithalten kann, sind auch auf dem Xperia-Display einzelne Pixel nur mit Mühe auszumachen.