Hüpfen mit Hilfestellung
New Super Mario Bros. U: Im Kurztest
Der wichtigste Starttitel für Nintendos neue Konsole Wii U ist kein effektgeladenes 3D-Spektakel und keine Minispiel-Sammlung, sondern ein klassisches 2D-Jump&Run: New Super Mario Bros. U. Das lässt sich nicht nur in HD auf dem großen TV-Schirm spielen, sondern auch vollständig auf dem Touchscreen des neuen Gamepad-Controllers. Ideal, wenn die "Sportschau" beginnt. Oder "Grey's Anatomy".
Man ist immer so alt, wie man sich fühlt: Die Tatsache, dass Kult-Klempner Mario nach inzwischen fünf zutiefst klassisch gepolten 2D-Abenteuern innerhalb kurzer sechs Jahre noch immer die Latzhosen an hat, beweist einmal mehr die Unverwüstlichkeit des Konzepts: Nach der ersten Ernüchterung darüber, dass es zum Launch von Nintendos erster HD-fähiger Konsolen-Hardware keine Revolution wie einst ein Super Mario 64 oder Super Mario Galaxy gibt, überkommt den Spieler doch noch Wiedersehensfreude - und jenes Gefühl, das man immer dann empfindet, wenn man einen alten Bekannten trifft, an dem man aller Vertrautheit zum Trotz immer wieder neue Seiten entdeckt.
Obwohl New Super Mario Bros. U im Grunde nichts wirklich neu macht - Mario und bis zu drei Begleiter springen von links nach rechts durch kunterbunte Kulissen und sammeln Münzen und Sterne im Akkord - und immer noch die alte Geschichte von der geraubten Prinzessin erzählt, sind Nintendos Designer nie um intelligente Neuerungen und Reminiszenzen in homöopathischen Dosen verlegen. Und obwohl diese Detailverbesserungen jedes Mario-Game ein Stückchen besser machen, wird das jüngste Abenteuer für Solospieler dadurch vor allem komplexer, anspruchsvoller und - ja - auch spürbar frustiger.
So wird man unter anderem mit neuen Plattformen konfroniert, die zunächst durch ein Drehmanöver von Mario aktiviert werden wollen, ehe man darauf landen kann. Oder mit Flug- und Schwebe-Extras wie dem neuen Flughörnchen-Kostüm, mit dessen Hilfe man sich an Wände klammern und Abgründe überwinden kann. Oder mit der Struktur der besagten Oberwelt, deren Territorien und Klimazonen jetzt nicht mehr räumlich voneinander getrennt sind, sondern wie in Marios Frühzeit einen einzigen, großen Klempnerkontinent bilden.
Oder, oder, oder . Kurzum: Obwohl Nintendo mit den seitwärts scrollenden Mario-Jump&Runs seit jeher vor allem die breite Kundenmasse und nicht nur die eingeschworene Fan-Gemeinde erreichen will, richtet man sich mit New Super Mario Bros. U - ob nun mit voller Absicht oder aus plumpem Versehen - in erster Linie an die Profis. Und damit an diejenigen passionierten Spieler, die all die neckischen neuen Details (darunter auch drei niedliche Blähbauch-Yoshis mit unterschiedlichen Talenten) nicht nur bemerken, sondern die auch geduldig genug sind, um sie richtig auszukosten.
In eine ähnliche Kategorie fällt der Mehrspieler-Modus, bei dem sich bis zu vier Mario-Freunde je eine Wii-Fernbedienung schnappen dürfen, um gemeinsam auf einem TV-Schirm loszulegen, während ein Fünfter über den Touchscreen des neuen Gamepad-Controlers Hilfestellung leistet, indem er Plattformen platziert und Gegner durch Anstupsen lähmt. Auch die Level-Architektur lässt sich im späteren Verlauf manipulieren. Allerdings täuscht all das nicht darüber hinweg, dass der Gamepad-Spieler recht wenig zu tun hat und mit seinem Handeln eher Chaos stiftet als hilft. Echtes Teamwork ist dagegen in speziellen Herausforderungen gefragt, die neben dem Hauptspiel warten.
Video: New Super Mario Bros. U
Darüber hinaus ist das neue Mario eines der wenigen Spiele, bei denen die Wii U den kompletten Spielinhalt auf das Gamepad schaufelt, damit man bei Bedarf nebenbei das Fernsehprogramm laufen lassen kann. Das wirkt auf dem 6,2-Zoll-Touchscreen anfangs zwar etwas fitzelig, macht aber im Kleinen schließlich genauso viel Spaß wie im Großen. Zumal es gegenüber dem grafisch nicht allzu spektakulären HD-Treiben auf dem TV-Schirm keine spürbaren Geschwindigkeitseinbußen oder Verzögerungen gibt - sofern man sich nicht allzuweit von der laufenden Wii-U-Konsole entfernt. Wer sich zum Spielen in ein anderes Zimmer verziehen möchte, wird schnell mit einem Warnhinweis konfrontiert, dass die Verbindung abgebrochen ist. Bei Barrierefreiheit soll das Signal laut Nintendo 25 Meter reichen.
New Super Mario Bros. U: Im Kurztest
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Bild vergrößern Kein Start einer neuen Nintendo-Konsole ohne Mario. "New Super Mario Bros. U" dürfte neben "Nintendo Land" der zugkräftigste Wii-U-Titel sein. (Bild: Nintendo) - Bild 2 von 53
Bild vergrößern Nichts Neues im Pilzkönigreich: Mario hüpft von links nach rechts über den Schirm, sammelt Münzen und Sterne und muss am Ende Prinzessin Peach retten. (Bild: Nintendo) - Bild 3 von 53
Bild vergrößern Hüpfen mit Hilfestellung: Der Spieler mit dem Gamepad in der Hand kann Blöcke erschaffen und damit den Weg zu versteckten Extras ebnen. (Bild: Nintendo) - Bild 4 von 53
Bild vergrößern In "New Super Mario Bros. U" gibt es drei niedliche Blähbauch-Yoshis mit unterschiedlichen Eigenschaften. Manche fliegen, manche leuchten, manche blubbern. (Bild: Nintendo) - Bild 5 von 53
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Wird das Gamepad allerdings nicht gezielt bespielt oder für den Multiplayer-Modus genutzt, dann sollte man unbedingt seinen Lautstärke-Schieber auf Null stellen. Andernfalls bekommt der TV-Ton ein störendes "Echo".
Datenblatt
| New Super Mario Bros. U | |
| Spielname | New Super Mario Bros. U |
| Hersteller | Nintendo |
| Vertrieb | Nintendo |
| Genre | Jump & Run |
| Erhältlich ab | 30.11.2012 |
| Preis | ca. 70 Euro |
| EAN Code | 0045496331238 |
| Schwierigkeit | Für Einsteiger und Fortgeschrittene |
| Alter | ab 0 Jahren |
| Multiplayer | 2-5 |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | gut |
| Bewertung Steuerung | sehr gut |
| Bewertung Sound | befriedigend |
| Bewertung Spielspass | gut |
| Bewertung Gesamt | gut |
| System | Wii U |
Nachricht bereitgestellt von teleschau - der mediendienst
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Nintendo Wii U im Test, das Warten hat ein Ende. Nach sechs langen Jahren hat Nintendo nun eine neue Konsole herausgebracht. Was die kann und was es mit dem neuen Controller GamePad auf sich hat, zeigt der Test. ~ Annika Demgen
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