Klötzchen statt kleckern

Lego Der Herr der Ringe: Im Kurztest

Stein für Stein hat sich der dänische Klötzchenhersteller Lego in den letzten Jahren mit seinen digitalen Abenteuern ein neues Standbein aufgebaut - und dabei primär auf starke Filmmarken gesetzt. Mit gigantischem Erfolg: Die Videospiele zu "Indiana Jones", "Star Wars", "Pirates of the Caribbean", "Batman" und "Harry Potter" verkauften sich bislang mehr als 50 Millionen Mal - und es dürften noch viele mehr werden. Pünktlich zum Kinostart von Peter Jacksons "Der Hobbit" steht nun Lego - Herr der Ringe in den Läden. Ein Spiel, PC- und Konsolenbesitzer zu knechten und für Wochen an den Bildschirm zu binden.

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Lego Der Herr der Ringe - Humor Trailer: Dieser witzige Trailer zeigt die bekannte Geschichte von Lego Der Herr der Ringe. Die Entwickler zeigen dabei, dass sie dem Stoff eine große Prise eigenen Einfluss beimischen. Insgesamt präsentiert sich die Lego-Videospiel-Version von Der Herr der Ringe dadurch deutlich humorvoller als die ursprüngliche Geschichte um Frodo und die Gemeinschaft des Rings. Erscheinen wird Lego Der Herr der Ringe am 23. November 2012 für die PlayStation 3, die Xbox 360, die Nintendo Wii und den PC. Zum Video: Lego Der Herr der Ringe - Humor Trailer

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Auf den ersten Blick ist dieses "Herr der Ringe" ein typisches "Lego"-Spiel. Es bedient sich der Schlüsselszenen aus allen drei Teilen der Filmtrilogie - ausgehend von der Flucht aus dem Auenland über die Reise durch die Minen von Moria und die Verteidigung der Festung Helms Klamm gegen die Orks bis hin zur Vernichtung des einen Rings in den Feuern des Schicksalsbergs tief im Lande Mordor, wo der dunkle Herrscher Sauron mit feurigem Auge über alles wacht.

Während dieser 18 Story-Missionen dürfen der Hobbit Frodo und seine Gefährten wie gewohnt das gesamte Level-Inventar bei der Jagd nach Legosteinchen und versteckten Blöcken in seine Einzelteile zerlegen - und teilweise mit anderer Funktion wieder zusammensetzen. Mal müssen sich die niedlichen Plastikmännchen vorsichtig an Ringgeistern vorbeischleichen, mal direkt ins Schlachtengetümmel werfen, mal Feuerwehr in den Totensümpfen spielen.

Neben Orks und Uruk-hais machen vor allem zahlreiche kleine Rätsel dem Spieler das Leben schwer. Diese lassen sich meist durch ein geschicktes Kombinieren der unterschiedlichen Fähigkeiten lösen, die jede Figur besitzt. So kann der Hobbit Sam Feuer entfachen und Pflanzen wachsen lassen, während Zwerg Gimli mit seiner Axt Steinplatten zerdeppert und Legolas besonders hoch hüpfen und mit seinem Bogen entfernte Ziele ins Visier nehmen kann...

Einzelspieler wechseln auf Knopfdruck zwischen den Begleitern - oder holen sich alternativ menschliche Verstärkung ins Wohnzimmer. Der Partner darf jederzeit ein- oder aussteigen. Einer wohlgemerkt, nicht drei, obwohl sich das durchaus angeboten hätte. Und auch einen Online-Modus sucht man nach wie vor vergebens.

Wer will, stapft mit Frodo und Aragorn, stur von Mission zu Mission - verpasst dabei aber den Großteil des Spiels. Denn die Macher haben weite Teile Mittelerdes nachgebaut. Diese Oberwelt, die sich Stück für Stück öffnet, gleicht einem riesigen Abenteuerspielplatz voller versteckter Schätze, Aufträge und insgesamt knapp 80 freischaltbarer Figuren, die mit ihren Fähigkeiten wiederum andere Schauplätze zugänglich machen. Spätestens hier wird klar: Lego Herr der Ringe ist mehr Abenteuer- als Action-Spiel. Die simplen Kämpfe, die frühere Ableger dominierten, dienen nun allenfalls als Auflockerung des rätsellastigen Geschehens.

Neu: Die Figuren haben nun ein Inventar, in dem sie allerhand Werkzeuge wie eine Angelroute oder einen Hebel verstauen können. Zusätzlich gibt es eine Sammelkiste, auf die jede Figur Zugriff hat. Darin landen all jene Rüstungen und Werkzeuge, die sich bei einem Schmied anfertigen lassen - sofern zuvor die benötigten Bauanleitungen und Rohmaterialien in den Weiten von Mittelerde beschafft wurden. Durch die Werkzeuge können die Figuren im Lauf der Zeit auf fast alle Spezialtalente zurückgreifen, sodass auch bereits besuchte Gebiete ihre letzten Geheimnisse preisgeben. Um Gewaltmärsche zu verhindern, hat TT Games eine Schnellreisefunktion eingebaut.

Erstaunlich: Entwickler TT Games ist vor der mit 13 Oscars prämierten Filmvorlage, die knapp drei Milliarden Dollar angespielt hat, nicht ehrfürchtig erstarrt, sondern hat der Geschichte den eigenen, gewohnt frech-albernen Stempel aufgedrückt. Da rülpst der Dämon Balrog den Zauberer Gandalf feurig an, der Elf Legolas gibt eine herrlich bescheuerte Tanzeinlage zum Besten - und wenn Boromir beim Schutz der Hobbits nicht nur von Pfeilen, sondern auch von Besenstilen, Bananen und einem Huhn durchbohrt wird, ist das nicht nur brüllend komisch, sondern offensichtlich auch eine Hommage an die "Hot Shots"-Filme. Selbst "Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson hat einen Auftritt, bei dem er sich mit seinen Oscars verteidigt. Und auch wenn es schwer zu glauben ist: Dieser kinderfreundliche Humor passt wunderbar zur düsteren Grundstimmung der Vorlage und bildet einen Kontrast zur epischen Geschichte und dem bombastischen Soundtrack von Howard Shore.

Wie schon beim letzten Lego Batman-Spiel sprechen die Plastikhelden und -schurken nun. In der englischen Version (die auch auf deutschen Spiele-Discs schlummert) werden bei den Zwischensequenzen sogar die Originalsamples aus den Filmen verwendet, bei der deutschen Version griff man teilweise auf ähnlich klingende Sprecher zurück.

Lego Der Herr der Ringe: Im Kurztest

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Fazit

Technisch ist Herr der Ringe das bislang fortschrittlichste Lego-Spiel - auch wenn der Anteil der Klötzchen einer zunehmend realistischeren Darstellung der Fantasywelt weichen musste, sodass die Figuren fast schon wie Fremdkörper vor der Bilderbuchkulisse wirken. Der putzige Charme geht dadurch ein wenig verloren. Allerdings wird dieser Umstand durch den enormen Umfang des Spiels inklusive der Jagd nach Sammelobjekten, Figuren und Spezialgegenständen wettgemacht. Es findet sich jedoch auch so manche ermüdende Aufgabe, die offenbar als Beschäftigungstherapie konzipiert wurde.

Datenblatt

Lego Der Herr der Ringe
SpielnameLego Der Herr der Ringe
HerstellerTraveller's Tales
VertriebWarner Bros. Interactive
GenreAction-Adventure
Erhältlich ab23.11.2012
Preisca. 50 Euro
EAN Code5051890123619
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene
Alterab 12 Jahren
Multiplayer1-2
Sonstiges 
Bewertung Grafikgut
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut
SystemPlayStation3
SystemXbox 360
System3DS
SystemNintendo DS
SystemPlayStation Vita
SystemWii

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