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Motorola Razr HD im Test
Ausdauernder Akku, schwache Kamera

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Motorola präsentiert mit dem Razr HD ein ausdauerndes XXL-Smartphone mit schicker Kevlarhülle. Ganz ohne Makel ist das 4,7-Zoll-Smartphone aber leider nicht.

Das Razr HD ist mit einer Bilddiagonalen von 4,7 Zoll ein wahrer Smartphone-Riese. Das Display ist dabei nicht der einzige Bereich, in dem das Motorola-Modell mit Werten aus dem XXL-Bereich glänzt. Ein Faktor mindert aber den positiven Gesamteindruck.

Design und Verarbeitung

Motorola hält sich beim Razr HD stark an das Design des Vorgängers Motorola Razr, hat dieses aber noch weiter veredelt: So besteht die Rückseite nun vollständig aus Kevlar, der Rahmen aus Aluminium. Die Sensortasten unterhalb des Displays sind zudem virtuellen Schaltflächen gewichen.

Das Gehäuse ist nun durchgängig 8,4 Millimeter dick und damit einen Tick dünner als die Konkurrenten HTC One X+ oder Samsung Galaxy S3. Dafür ist das Razr HD aber mit einem Gewicht von 146 Gramm auch etwas schwerer. Insgesamt ist das Modell hochwertig verarbeitet, jedoch ist das Razr HD nicht so ein Hingucker wie der kleinere Bruder Motorola Razr i.

Hardware

Das Motorola Razr HD basiert auf dem Qualcomm-Chipsatz MSM8960. Der Dual-Core-Prozessor taktet dabei mit 1,5 Gigahertz und liefert eine ordentliche Leistung. Größere Denkpausen oder Ruckler gab es im Test nicht. Benchmarktechnisch muss Motorola zwar der Konkurrenz den Vortritt lassen. Im Geekbench- und im Sunspider-Test liegt das Modell aber nur knapp hinter dem Quad-Core-Smartphone HTC One X.

Als Bildschirm verwendet Motorola ein Super AMOLED HD-Display, wie es auch im Galaxy S3 von Samsung zum Einsatz kommt. Nutzer dürfen sich also auf brillante Farben und einen großen Blickwinkel freuen. Im direkten Vergleich ist der Bildschirm des Razr HD sogar ein Stück heller und kommt mit größeren Weißflächen daher besser zurecht - allerdings weisen diese auch hier einen Grauschimmer auf.

Der interne Speicher misst 16 Gigabyte, Nutzern stehen davon 11,7 Gigabyte zur freien Verfügung. Wem das nicht reicht, der kann auch eine Speicherkarte mit bis zu 32 Gigabyte Kapazität in das Razr HD einsetzen. Dank NFC- und LTE-Unterstützung sind Razr HD-Nutzer zudem für die Zukunft gerüstet. Das Razr HD unterstützt dabei alle in Deutschland verfügbaren LTE-Netze.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des Motorola Razr HD ist mittelmäßig. Sonderlich klar kommen die Stimmen der Gesprächspartner nicht durch die Leitung, Nebengeräusche werden zudem nicht vollständig gefiltert. Im Freisprechmodus kam es im Test zu leichten Aussetzern. Über verpasste Anrufe oder Nachrichten informiert das Razr HD seine Nutzer mit einer großen Status-LED oberhalb des Displays. So entgeht dem Nutzer kein Kontaktversuch mehr. Zum Telefonieren benötigen Nutzer eine Micro-SIM-Karte.

Der Akku fällt beim Razr HD zwar nicht so groß aus wie beim Modell Razr Maxx, ist aber deutlich größer als bei der Konkurrenz: Die Kapazität beträgt 2.530 Milliamperestunden, das sind satte 20 Prozent mehr, als das HTC One X+ und das Samsung Galaxy S3 bieten. Das macht sich auch im Test bemerkbar: Eine halbe Stunde Shadowgun spielen verbraucht gerade einmal neun Prozentpunkte auf der Akku-Anzeige - wohlgemerkt bei aktiver WLAN- und Mobilfunkverbindung sowie Display auf voller Helligkeit. Das Galaxy S3 verbraucht bei gleicher Konfiguration elf Prozentpunkte. Klingt zunächst nach einem geringen Unterschied, hochgerechnet lässt sich aber auf dem Razr HD damit Shadowgun eine Stunde am Stück länger spielen als auf dem S3 - bevor das Smartphone nach der Steckdose ruft.

Motorola Razr HD

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Das Motorola Razr HD misst 4,7 Zoll. (Bild: netzwelt)

Nutzer sollten also mit einer Akkuladung problemlos über den Tag kommen, je nach Nutzungsintenstiät ist auch eine Laufzeit von zwei Tagen drin. Der Akku ist allerdings fest verbaut und lässt sich nicht vom Nutzer wechseln.

Multimedia

Auf der Rückseite verbaut Motorola eine 8-Megapixel-Kamera. Sie liefert jedoch nur eine durchschnittliche Bildqualität - selbst Tageslichtaufnahmen wirken blass und weisen teils leicht verwaschene Konturen auf. Ein mit dem Motorola Razr HD aufgenommenes Testbild finden Sie hier. Nutzer müssen zudem mit geringen Einstellungsmöglichkeiten leben. Bei der Bildgröße hat man beispielsweise nur die Wahl zwischen 6- und 8-Megapixel-Aufnahmen. Videos zeichnet das Razr HD maximal in Full HD auf. Hier ist die Bildqualität besser, wenn auch nicht berauschend. Ein schwacher Trost: Dank HDMI-Schnittstelle können Inhalte problemlos auf den Fernseher übertragen werden, ein entsprechendes Kabel gehört jedoch nicht zum Lieferumfang.

Der Lautsprecher des Motorola Razr HD ist sehr kräftig - selbst wenn der Nutzer das Handy ablegt und der Lautsprecher dabei verdeckt wird. Wie für Handy-Lautsprecher typisch fehlt es aber an Bass, da hilft auch der Equalizer nicht weiter. Über Kopfhörer ist der Klang besser - auch wenn er nicht ganz das Niveau hochwertiger MP3-Player wie der des iPod nanos erreicht.

Software

Ab Werk läuft das Motorola Razr HD mit Android 4.0, ein Jelly Bean-Update ist in Arbeit und dürfte Anfang 2013 auch in Europa verfügbar sein. Größere Anpassungen oder eine Vielzahl vorinstallierter Apps gibt es nicht, lediglich die App Smart Actions sei noch erwähnt: Sie ermöglicht eine clevere automatisierte Steuerung des Smartphones. Kommt der Nutzer beispielsweise morgens ins Büro, verändert das Razr HD mit einer entsprechenden Smart Action schnell die Telefon-Einstellungen nach den Vorgaben des Nutzers.

Fazit

Motorola liefert mit dem Razr HD einen schickes Premium-Smartphone mit langer Akkulauftzeit ab. Ein weiterer Pluspunkt ist die umfassende LTE-Unterstützung. Größte Schwäche ist die verbaute 8-Megapixel-Kamera, die selbst bei Tageslicht nur eine durchschnittliche Bildqualität liefert. Das kostet den Kevlar-Riesen eine uneingeschränkte Kaufempfehlung und das Prädikat "Geheimtipp".

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Motorola Razr HD lautet 569 Euro. Im Netz wird das Smartphone aber bereits für 530 Euro gelistet.

Alternativen zum Modell sind das HTC One X+ oder auch das Sony Xperia T.

Das Testgerät wurde netzwelt freundlicherweise vom Online-Shop getgoods.de zur Verfügung gestellt.

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Motorola präsentiert mit dem Razr HD ein ausdauerndes XXL-Smartphone mit schicker Kevlarhülle. Ganz ohne Makel ist das 4,7-Zoll-Smartphone aber leider nicht.

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Motorola Razr HD im Test
Motorola Razr HD im Test
Das Motorola Razr HD präsentiert sich im Test als Alternative zu HTC One X und Co., hat aber einen großen Schwachpunkt.
http://www.netzwelt.de/news/94495-motorola-razr-hd-test.html
2012-12-01 09:30:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/langweilige-kisten-steve-jobs-satt-entwickelte-macintosh-heutiger-zeit-betrachtet-wirkt-design-antiquiert-bild-allaboutapplecom8783.png
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