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Baldur’s Gate Enhanced Edition im Test
Remake des Klassikers

von Stephan Porada Uhr veröffentlicht

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Overhaul Games hat den Rollenspiel-Klassiker Baldurs Gate in einer Neuauflage veröffentlicht. Die Version sorgt für nostalgische Gefühle, die fast etwas zu viel des Guten sind.

Seit Ende November gibt es den Rollenspiel-Klassiker Baldur’s Gate in einer verbesserten Version zu kaufen. Das Abenteuer, basierend auf dem Dungeons and Dragons-Regelwerk, ist einer der wichtigsten Vertreter seiner Gattung. Die Neuauflage versprüht im Test noch immer denselben Charme wie das Original, aber fast kommt etwas zu viel Nostalgie auf.

Den Rollenspiel-Klassiker Baldur's Gate gibt es ab jetzt in einer Neuauflage. (Quelle: Overhaul Games)

Das Mondlicht quält sich durch die dichten Äste der Bäume, die den Rand des Weges säumen. Die sechsköpfige Gruppe von Abenteurern wandert ihrem Ziel auf dem düsteren Pfad entgegen. Aus dem dunklen Wald ist nur das Rauschen der Blätter zu hören, doch plötzlich bricht ein großer Schemen aus der Finsternis und attackiert die Gruppe. Schwerter, Äxte und Stäbe werden gezogen und blitzen im Mondlicht. Der Kampf beginnt. Pause.

Das Spiel

Der ein oder andere wird sich noch an solche Szenen erinnern, die in dem klassischen Rollenspiel von Bioware zu einem schnellen Druck auf die Pause-Taste geführt haben. Die Rede ist von Baldur’s Gate, einer Umsetzung der Pen and Paper-Regeln Dungeon and Dragons (D&D) für den PC. Schon 1998 begeisterte das Spiel Millionen von Fans und galt neben Diablo als hauptverantwortlich für die Wiederbelebung des einst tot geglaubten Rollenspiel-Genres. Doch im Gegensatz zu dem Hack-and-Slay-Titel war Baldur’s Gate ein taktisches Spiel. Jederzeit konnte während der Gefechte Pause gedrückt werden, um der Gruppe von Abenteurern die nächsten Schritte zu befehlen.

Neben der cleveren Mischung aus Runden- und Echtzeitkämpfen zog der Titel Spieler vor allem mit seiner spannenden Geschichte Spieler in das faszinierende D&D-Universum. Auch die nun erschienene Neuauflage des Spiels kreiert dieselbe Atmosphäre wie das Original, doch manchmal erinnert es fast zu sehr an den Titel von 1998.

Das ist neu

Natürlich sind die Kämpfe in der Neuauflage genau so anspruchsvoll wie im Original. Grund dafür ist, das als Grundgerüst für das Spiel die Dungeons and Dragon-Regeln genutzt werden. Das bedeutet, dass Charaktererstellung, Kämpfen, Zaubern, Schlösser knacken und sämtliche andere Handlungen von einem Regelwerk determiniert werden. Besonders bei der Charaktererstellung muss so genau überlegt werden, wie Attribute und Fähigkeiten genau verteilt werden, um einen möglichst starken Helden zu erschaffen. Dabei ist es nicht unüblich, dass sich durch lange Tabellen mit Zahlen und Werten aus den D&D-Universum gewälzt wird. Echte Rollenspielfans liebten dies und tun es noch immer, doch auch Neulingen könnte der Titel mit seinem klassischen Setting gefallen. Die Tabellen und Zahlen liegen dem Spiel als PDF-Datei bei.

Damit nicht zu viel Nostalgie aufkommt, gibt es noch einige Neuerungen, die in die aktuelle Version des Titels eingebaut wurden. So gibt es im Vergleich zum Vorgänger neben den üblichen Mitstreitern drei neue Charaktere, die sich dem Helden der Geschichte anschließen können. Wer eine gänzlich andere Spielerfahrung sucht, der kann die neue Zusatzkampagne The Black Pits ausprobieren und sich den Weg aus einem grausamen Verlies freikämpfen. Auch wurde die Version der D&D-Regel aktualisiert, sodass es nun möglich ist, ganz neue Klassen und Rassen zu spielen.

Wer nicht alleine spielen möchte, der kann sich über den neuen verbesserten Multiplayer freuen. Neben den inhaltlichen Aspekten wurden noch 400 weitere Verbesserungen am Spiel durchgeführt, die beispielsweise Fehler beheben oder neue Funktionen erlauben. Auch an der Grafik wurde geschraubt, sodass die Neuauflage aktuelle Auflösungen unterstützt.

Zu viel Nostalgie

Leider ist die neue Grafik nur eine marginale Verbesserung im Vergleich zum Original und konnte schon lange durch diverse Mods für dieses erreicht werden. Auch finden sich noch immer einige Schwächen von 1998 in dem Spiel wieder. So hat die Wegfindung der Figuren manchmal Aussetzer und die Bedienung des Interfaces fällt umständlich aus, da beispielsweise nicht mit dem Mausrad gescrollt werden kann.

Desweiteren war in der Testversion, die netzwelt vorliegt, die englische Sprachausgabe fehlerhaft und oft nicht vorhanden. Dabei wäre gerade diese ein Kaufargument gewesen, da die deutsche Synchronisation schlecht war. Dafür sind aber die Inhalte der Erweiterung zum 1998 erschienenen Titel in der jetzigen Version enthalten.

Fast wirkt die Neuauflage etwas altbacken, zu viel Nostalgie ist auch nicht gut.

Fazit

Trotz der fast zu großen Prise an Nostalgie ist die Baldur’s Gate Enhanced Edition ein erstklassiges Rollenspiel, von dem sich neuere Titel noch einiges abschauen können. Geschichte, Spielwelt und Kämpfe überzeugen noch heute. Wer ein Stück Computerspielgeschichte erleben möchte, der sollte sich den Titel genauer anschauen. Aber auch Veteranen werden Gefallen an der Neuauflage finden.

Die Baldur’s Gate: Enhanced Edition gibt es hier online für 20 US-Dollar zu kaufen. Umgerechnet sind das in etwa 15 Euro. Den Titel gibt es zurzeit nur für den PC, in naher Zukunft sollen aber auch Versionen für das iPad, Mac OS X und Android erscheinen. Entwickelt werden die Titel von Overhaul Games.

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Overhaul Games hat den Rollenspiel-Klassiker Baldurs Gate in einer Neuauflage veröffentlicht. Die Version sorgt für nostalgische Gefühle, die fast etwas zu viel des Guten sind.

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Baldur’s Gate Enhanced Edition im Test
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Seit Kurzem gibt es den Klassiker Baldur's Gate in einer Neuauflage zu kaufen. Netzwelt hat das Remake getestet.
http://www.netzwelt.de/news/94488-baldurs-gate-enhanced-edition-test.html
2012-12-02 09:12:29
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/rollenspiel-klassiker-baldurs-gate-gibt-ab-neuauflage-bild-overhaul-games-17223.jpg
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