Wii U im ausführlichen Test

Nicht so einfach wie die Wii

In beiden Fällen macht der Controller Spaß, ist jedoch auch eine Herausforderung. Gerade am Anfang ist es schwer, konzentriert auf den großen oder auf den kleinen Bildschirm zu schauen und den Überblick zu behalten. Bei komplexeren Spielen wie ZombiU oder Batman Arkham City Armored Edition ist es schwierig, alle Tastenkombination im Blick zu behalten. Durch Hinweise auf dem großen und dem kleinen Bildschirm, wohin gerade geschaut werden soll, hilft die Wii U dem Nutzer jedoch auf die Sprünge.

Werbung

Die Hardware 

Hardware-technisch hat Nintendos neue Konsole nicht viel mehr zu bieten als die aktuellen Kontrahenten, sprich PlayStation 3 und Xbox 360. Genaue Vergleichswerte gibt es nicht, da Nintendo nur von einer Multi-Core-CPU von IBM und einer Radeon-HD-GPU von AMD spricht, ohne diese Angaben zu spezifizieren. Immerhin: Eine Full HD-Auflösung ist nun möglich. Im Test variierte die Qualität der Grafik zwischen den Titeln. Treppenbildung war in den getesteten Spielen deutlich zu erkennen. Später erscheinende Spiele werden jedoch sicherlich noch mehr aus der Wii U herausholen können.

Die Grafik von Wii-Spielen verbessert sich durch ein Hochskalieren der Wii U nicht. Nutzer müssen sich also mit der Wii-Grafikleistung zufriedengeben. Mit dem GamePad lassen sich die Spiele des Vorgängers zudem nicht steuern.

Speicherkapazität

Die interne Speicherkapazität der Wii U wird bei der weißen Basis-Konsole mit acht Gigabyte, beim schwarzen Premium-Modell mit 32 Gigabyte angegeben. Tatsächlich steht von dieser Kapazität aber viel weniger zum Speichern von Spielen zur Verfügung. Bei der weißen Wii U sind es zum Beispiel nur drei Gigabyte.

Dies reicht nicht einmal für das Herunterladen von Nintendo Land - einer der Gründe, aus dem der Kauf des Basispakets nicht unbedingt zu empfehlen ist. Allerdings lässt sich bei beiden Varianten der Speicher durch externe Festplatten aufrüsten. Mehr Details zum Speicher der Wii U finden Sie hier.

Das virtuelle Zubehör

Das Wii U-Menü entspricht im Wesentlichen dem des Nintendo 3DS. Hier findet der Nutzer unter anderem Apps, den Zugang zum Wii-Menü, den Nintendo eShop, den Browser und das Miiverse. Zu den vorinstallierten Apps gehören YouTube und Love Film. Letztere Anwendung war zum Zeitpunkt dieses Tests allerdings noch nicht nutzbar. Die YouTube-App nach einem Update hingegen schon, ihr Design ist jedoch etwas lieblos. Positiv ist die Option, sich Videos nicht nur auf dem großen Bildschirm anzeigen zu lassen, sondern parallel in der App auch nach weiteren Videos suchen zu können.

Dies funktioniert auch mit dem integrierten Browser. Im Test überzeugte dieser durch den flüssigen Aufbau von Webseiten. Dennoch ist das Surfen mit gewissen Einschränkungen verbunden. Plug-ins werden nicht unterstützt, genausowenig wie Adobe Flash. Außerdem sind nur bestimmte Video- und Audiocodes abspielbar. 

Zeichen-Kunst im Miiverse

Neu im Vergleich zum Wii-Menü ist eine Variante der Mii-Lobby, die ihren Weg vom Nintendo 3DS auf die Konsole gefunden hat. Hier werden die Miis anderer Spieler angezeigt, mit denen sich der Nutzer vernetzt, oder auch fremde Spieler, die gerade die gleichen Spiele spielen.

Die Nintendo-Community, in der Spieler weltweit ihre Erfahrungen austauschen können, besitzt ein paar Besonderheiten. So können Posts mit dem Hinweis Spoiler versehen werden. Genau wie beim Nintendo DS und 3DS ist es zudem möglich, Nachrichten zu zeichnen. Bereits jetzt ist in dem Sozialen Netzwerk ein Zeichenwettbewerb entbrannt, mit einigen wirklich beachtlichen Leistungen. 

Neben dem Miiverse können Anwender auch über Video-Chat mit anderen Spielern kommunizieren. Diese Funktion konnte zum Zeitpunkt des Tests jedoch noch nicht getestet werden.

Der Nintendo eShop

Der Nintendo eShop führt das Angebot von Konsole und 3DS zusammen und fällt daher im Angebot wie Design entsprechend ähnlich aus. Genau wie beim Handheld ist es bei einigen Spielen möglich, vor dem Kauf eine Demo herunterzuladen. Aktuell stehen die Launch-Titel der Wii U im eShop zum Download bereit. 

Update ohne Schrecken

All die genannten Funktionen lassen sich jedoch erst nach der Installation eines großen Firmware-Updates nutzen, das Nintendo ab sofort zur Verfügung stellt. Dass zentrale Funktionen wie beispielsweise das Spielen von alten Wii-Titeln oder auch der Besuch des Miiverse erst nach der Aktualisierung nutzbar sind, ist ein dicker Minuspunkt in Sachen Benutzerfreundlichkeit. Nintendo-Chef Satoru Iwata hat sich hierfür bereits entschuldigt.

Im netzwelt-Test bestätigten sich die aus den USA vernommenen Horrorstorys über das Update allerdings nicht. Download und Installation klappten ohne Probleme. Nach rund 30 Minuten waren alle Funktionen der Wii U einsatzbereit. Während Download und Installation sollten Nutzer die Konsole jedoch weder ausschalten noch die Internetverbindung trennen.

Nintendo Network ID erforderlich

Zur Nutzung aller Funktionen ist zudem die Einrichtung einer Nintendo Network ID erforderlich, an die Einkäufe und Spielstände dann geknüpft sind. In den AGBs versteckt sich hier zudem der Hinweis, dass der Account an das Einrichtungsland gebunden ist. Wer in ein anderes Land zieht und seine Wii U mitnimmt, muss sich also von seinem Konto verabschieden.

Singleplayer-Spiele von einem Datenträger lassen sich jedoch auch ohne Internetverbindung und ohne ID spielen. 

Preise und Verfügbarkeit

Die Nintendo Wii U ist ab sofort im Netz ab 294 Euro erhältlich. Eine Übersicht über die Ausrüstung der drei verfügbaren Pakete erhalten Sie hier. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welches Bundle für Sie geeignet ist, werfen Sie einen Blick auf unsere Kaufberatung.

Fazit

Wer von einer NextGen-Konsole beeindruckende Grafik erwartet, ist bei Nintendos Wii U falsch. Spätestens seit der Wii dürfte jedoch klar sein, dass Nintendo weniger auf beeindruckende Hardware-Leistung, denn auf neue Gameplay-Konzepte setzt. Diese sind durch den neuen - zugegeben gewöhnungsbedürftigen - Controller definitiv gegeben. So einfach wie die Wii, die durch die Simplizität ihrer Steuerung eine komplett neue Zielgruppe erschloss, steuert sich die Wii U jedoch nicht.

Dies wird Nutzer erfreuen, die auf neue Herausforderungen warten - und wird Anwender abschrecken, denen schon auf klassischen Controllern zu viele Knöpfe sind. Leider bleibt das Potential des GamePads jedoch auch noch von den meisten Spielen ungenutzt. ZombiU, New Super Mario Bros. U oder auch Nintendo Land sind hier einige der lobenswerten Ausnahmen, die vor allem eins machen - Spaß. 


Alle netzwelt-Specials

Smartphone Mobile World Congress 2013 Die Messe-Neuheiten aus Barcelona

Der Mobile World Congress 2013 ist vorbei. Netzwelt zeigt welche Handys und Tablet-PCs in den nächsten Wochen und Monaten auf den Markt kommen...



Forum