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Sony Xperia T im Test
4,6-Zoll-Display, 13-Megapixel-Kamera

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Im Film Skyfall dient es James Bond zur Kommunikation, nun können auch Nicht-Geheimagenten mit dem Xperia T telefonieren. Wirklich überzeugende Kaufargumente liefert das Modell im Test aber nicht.

James Bond nutzt das neue Sony-Smartphone Xperia T im aktuellen Blockbuster-Streifen Skyfall. Sollten Sie es dem britischen Geheimagenten gleich tun und ebenfalls zu Sonys neuem Vorzeige-Androiden greifen? Oder telefoniert, surft und simst es sich mit der Konkurrenz besser? Der netzwelt-Test gibt Antworten.

Design und Verarbeitung

Sony hat sein Xperia NXT-Design erst einmal ad acta gelegt. Beim Xperia T verzichtet der Hersteller auf transparentes Element und Co. und kehrt zurück zur Bogenform des 2011er Modells Xperia arc. Mit 9,4 Millimetern ist das Modell zwar nicht ganz so dünn wie das arc, dennoch schmiegt sich das Xperia T perfekt in die Hand des Nutzers. Für ein XXL-Smartphone mit einer stattlichen Bilddiagonalen von 4,6 Zoll ruht es hier dank der Bogenform auch sehr sicher. Zudem sorgt die Bogenform auch dafür, dass das Smartphone trotz seiner Größe in der Hosentasche nur minimal aufträgt.

Auch sonst macht das Xperia T eine gute Figur: Die klapprigen Plastiktasten unterhalb des Displays des Xpria arc hat Sony beim Modell Xperia T gestrichen und durch virtuelle Schaltflächen ersetzt. Obwohl das Gehäuse überwiegend aus Kunststoff besteht, wirkt das Xperia T deutlich hochwertiger als beispielsweise das Samsung Galaxy S3. Die gummierte Rückseite sorgt für eine angenehme Haptik. Abnehmen lässt sich der Gehäuserücken jedoch nicht - auch wenn die kleinen Spalte zwischen Display und Rückseite dazu verleitet, die Fingernägel in sie zu schieben. Zudem sammelt sich hier mit der Zeit schnell Staub und Schmutz. Das gibt Abzüge in der B-Note.

Hardware

Im Xperia T werkelt mit dem Qualcomm Snapdragon S4 Plus-Prozessor ein fortschrittlicher Zweikern-Chip. Die selbe Recheneinheit treibt auch das HTC One S oder das neue Windows Phone 8X by HTC an. Im Benchmarktest erreicht das Xperia T aber nicht die Spitzenwerte des HTC 8X, beim Sunspider Benchmark ist das Modell fast 700 Millisekunden langsamer als das 8X, im AnTuTu-Benchmark liegt das Xperia T knapp 1.675 Punkte hinter dem Windows Phone 8-Modell. Dennoch ist die Leistung ausreichend für eine flüssige Bedienung des Systems und auch grafisch anspruchsvolle Spiele wie Shadowgun. Allerdings erhitzt sich das Xperia T bei solch actionreichen Shootern unangenehm. Vom Hitzetod bedroht war das Modell im Test jedoch nicht.

Ein Highlight des Modells ist natürlich das 4,6 Zoll große Display samt Mobile Bravia Engine. Es bietet nicht nur einen großen Blickwinkel, sondern liefert auch eine messerscharfe Darstellung und natürliche Farben. Allerdings wirken größere Weißflächen auch beim Xperia T leicht gräulich, auch wenn der Effekt nicht so stark ist wie etwa beim Samsung Galaxy S3.

Sony Xperia T

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Die Kamera löst zwar mit 13-Megapixeln auf. Konnte im Test aber nicht überzeugen. (Bild: netzwelt)

Der interne Speicher des Sony Xperia T misst 16 Gigabyte, im Werkszustand stehen auf dem Smartphone davon jedoch nur 10,8 Gigabyte dem Nutzer zur Verfügung. Der Speicher lässt sich per microSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte erweitern.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Das Sony Xperia T bietet eine gute Sprachqualität. Minuspunkte gibt es aber für die Geräuschfilterung: Straßenlärm und ähnliche Nebengeräusche waren im Test deutlich zu vernehmen. Im Freisprechmodus nahm die Sprachqualität zudem ab. Die Gesprächspartner klangen hier dumpf aus dem sehr leisen Lautsprecher. In Schulnoten ausgedrückt: Zwei Minus. Zum Telefonieren benötigt der Nutzer eine Micro-SIM-Karte.

Der Akku fällt mit 1.850 Milliamperestunden vergleichsweise klein aus, andere XXL-Smartphones bieten hier einen Akku mit deutlich mehr Kapazität. Ähnlich wie dem HTC One X geht dem Xperia T daher schnell der Saft aus. Eine halbe Stunde Shadowgun spielen bei aktivierter WLAN- und Mobilfunkverbindung und dem Display auf halber Helligkeit verbrauchte satte 14 Prozentpunkte auf der Akkuanzeige.

Viel länger als einen Tag hält das Xperia T daher bei mittelmäßiger Nutzungsintensität nicht durch. Sony selbst nennt zurückhaltende Werte: Bis zu sieben Stunden Telefonieren, fünf Stunden Video schauen, 16 Stunden Musik hören und 450 Stunden Standby-Betrieb sollen jeweils mit einer Akkuladung möglich sein. Wechseln lässt sich der Akku übrigens nicht.

Das Xperia T verfügt über eine Status-LED, diese zeigt etwa an, dass das Smartphone geladen wird, wenn der Nutzer das Netzteil einsteckt. Über verpasste Anrufe und Nachrichten informiert die Mini-LED jedoch nur bei ausreichender Akkuladung.

Multimedia

Die rückseitige Kamera löst zwar maximal mit 13 Megapixeln auf, ist aber ein Beweis dafür, dass mehr Pixel nicht unbedingt für bessere Bilder sorgen. Im Vergleich mit anderen aktuellen Top-Smartphones wie dem Nokia Lumia 920 oder dem Apple iPhone 5 liefert das Sony-Modell ein deutlich dunkleres Bild. Farben wirken zudem wenig natürlich und auf dem Testbild teils stark überzeichnet. Bei schwachen Lichtverhältnissen wirken Bilder zudem oftmals verwaschen oder verrauscht. Ein mit dem Sony Xperia T gemachtes Bild finden Sie hier.

Der Lautsprecher des Sony Xperia T übersteuert auch auf voller Lautstärke nicht, ist im Vergleich allerdings eher leise, zudem fehlt es ihm deutlich an Bass. Er befindet sich auf der Rückseite des Smartphones. Legt der Nutzer das Xperia T auf den Tisch, wird der Klang dank der Bogenform jedoch nicht merklich gemindert. Zur gelegentlichen Hintergrundbeschallung mit Musik oder Webradio ist das Xperia T also durchaus brauchbar. Mit guten Kopfhörern reicht das Xperia T auch an MP3-Player heran, zumal die Walkman-Musik-App zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten bietet. Voll aufdrehen sollte man aber hier die Musik nicht, um ein Übersteuern zu vermeiden.

Software

Als Betriebssystem setzt Sony bei Smartphones derzeit ausschließlich auf Android. Ab Werk läuft das Xperia T dabei mit der Android-Version 4.0, ein Update auf die neuere Version 4.1 ist bereits in Arbeit und soll im ersten Quartal 2013 erscheinen. Der Hersteller hat das Android-System mit seiner eigenen Nutzeroberfläche überzogen, die Sony-Fans auch Zugang zum umfangreichen Ökosystem des Konzerns verschafft. Der Musik-Streaming-Dienst Music Unlimited steht ebenso zur Verfügung wie der Video-Service Video Unlimited. Nutzer müssen aber für beide Dienste extra zahlen, zudem ist ein Konto im Sony Entertainment Network notwendig.

Sony Xperia T

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Die Verpackung ist im typischen Sony-Stil gehalten. Kein Hinweis auf 007. (Bild: netzwelt)

Dank der PlayStation-Zertifizierung können Nutzer auch PlayStation Mobile-Spiele installieren, die dazu notwendigen Store-Apps müssen sie aber selber installieren. Wie das geht, verrät die App "Let's start PSM". Warum der Client nicht direkt vorinstalliert ist, bleibt Sonys Geheimnis. Auch sonst hat sich Sony softwareseitig Mühe gegeben, das Programm an das Sony-Universum anzudocken. Über die App Media Remote for Android steuert der Nutzer beispielsweise weitere Sony-Geräte wie Fernseher oder Blu-ray-Player.

Fazit

Das Sony Xperia T ist ein solides Premium-Smartphone - allerdings liefert das Modell keine Alleinstellungsmerkmale, die es aus der Masse an Geräten hervorheben. Die 13-Megapixel-Kamera enttäuscht im Test und taugt daher nicht als Kaufargument.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Sony Xperia T lautet 549 Euro. Im Netz wird das Smartphone bereits für 476 Euro gehandelt. Alternativen sind das HTC One S oder das LG Optimus 4X HD.

Kommentare zu diesem Artikel

Im Film Skyfall dient es James Bond zur Kommunikation, nun können auch Nicht-Geheimagenten mit dem Xperia T telefonieren. Wirklich überzeugende Kaufargumente liefert das Modell im Test aber nicht.

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  • franz s schrieb Uhr
    AW: Ohne Agenten-Gadgets: Das James Bond-Smartphone Sony Xperia T im Test

    kein wunder wenn ihr keine 007 wallpaper und töne findet, ihr habt ja auch gar nicht die bond version. p.s.: fettfinger auf dem display
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Ohne Agenten-Gadgets: Das James Bond-Smartphone Sony Xperia T im Test

    @IngoMG: Offenbar hängt die Funktion der Status LED stark mit dem Akkuladezustand zusammen, in unserem Test wurden wir tatsächlich nicht über verpasste Anrufe informiert. Ich habe die Passage im Text angepasst.

    Grüße aus der Redaktion.
  • IngoMG schrieb Uhr
    AW: Ohne Agenten-Gadgets: Das James Bond-Smartphone Sony Xperia T im Test

    Die LED meldet also nach Ihren Recherchen keine SMS, Facebook Nachrichten oder eingehende mails ...!? Das sollten Sie nochmal checken ... ich behaupte - man kann sich sogar die Farben der Anzeige zur jeweiligen Anwendung aussuchen... ;-)