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Netzwelt-Wissen: Das bringt der neue WLAN-Standard ac
Mehr Tempo im Funknetz

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Der neue, aber noch nicht finale WLAN-Standard ac bringt höhere Geschwindigkeiten für drahtlose Netze. Die technischen Hintergründe im Detail.

Multimedia-Streaming im Netzwerk - mit dem neuen WLAN-Standard ac kein Problem. Er soll für kabellose Verbindungen mit Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich sorgen. Dafür verantwortlich sind gleich mehrere Veränderungen im Vergleich zu aktuellen WLAN-Standards.

Funknetze sind eine feine Sache. Anwender müssen keine Kabel verlegen und der Router ist auch schnell eingerichtet. Desktop, Fernseher, Tablet oder Smartphone - alle Geräte können schnell Daten austauschen.

Wie schnell die Funkverbindung ist, hängt entscheidend vom unterstützten WLAN-Standard des Routers im Netzwerk ab. Aktuell bringt der weit verbreitete und abwärts kompatible Standard IEEE 802.11n (kurz: WLAN n) Datenverbindungen bis zu einer Brutto-Geschwindigkeiten bis zu 600 Megabit pro Sekunde in die eigenen vier Wände.

Broadcom produziert auch Chips für den neuen WLAN-Standard, der auch mit dem Label 5G WiFi vermarktet wird. (Quelle: Screenshot 5gwifi.org)

WLAN-Standard IEEE 802.11n

Erreicht wird das durch breitere Funkanäle im 40 Megahertz-Bereich und die Nutzung des weniger stark frequentierten 5 Gigahertz-Netz, in dem der Standard arbeiten kann. Hinzu kommt, dass WLAN n in der Lage ist, vier Antennen zu nutzen, um Verbindungen herzustellen; pro WLAN-Stream sind dann 150 Megabit pro Sekunde drin.

Dass auf dem Endgerät weniger ankommt, liegt an baulichen Hindernissen, Protokolldaten und auch an den verwendeten Adaptern auf der Gegenseite. So sinkt der Durchsatz rapide - bei drei Antennen in Senderichtung, also 450 Megabit pro Sekunde, sind maximal ein Drittel netto, also 150 Megabit pro Sekunde, möglich.

Geräte bereits auf dem Markt

Für die meisten Anwendungsszenarien reicht das derzeit aus und die Internetleitung ist meist ohnehin nicht so schnell. Doch immer mehr Netzwerk-fähige Endgeräte mit immer mehr Datenverbindungen im Haushalt können zu Datenstaus führen. Streaming von hochauflösenden TV-Signalen, Internetfernsehen, Videotelefonie per Skype, Online-Spiele - auch der aktuelle schnellste WLAN-Standard stößt da schnell an seine Grenzen.

Abhilfe soll der neue WLAN-Standard IEEE 802.11ac schaffen. Er ist offiziell noch nicht verabschiedet, eine finale Veröffentlichung wird kommendes Jahr erwartet. Die Hersteller liefern trotzdem schon erste Geräte aus, schreiben aber Bezeichnungen wie "ac (Draft)" oder gleich eingedeutscht "gemäß Entwuf" auf ihre Router, weil die Finalisierung noch ansteht.

Neue Antennentechnik

WLAN nach IEEE 802.11ac bringt einige Änderungen mit und verspricht dadurch mehr Tempo. Im Gegensatz zum n-Standard arbeitet die neue Technologie nur im 5-Gigahertz-Bereich. Dieser ist weniger überlastet als die 2,4 Gigahertz-Frequenz, auf der Störungen durch Mikrowellen, oder Babyphones nicht selten sind. Aber auch wer 2,4-Gigahertz-Geräte im Netzwerk mit WLAN versorgt, wie das iPhone 4oder iPhone 4S, muss sich keine Sorgen um Verbindungsprobleme machen: Die meisten ac-Router spannen parallel auch ein 2,4-Gigahertz-Netz auf. Außerdem wird WLAN n auch im 5-Gigahertz-Bereich unterstützt.

Neben der Kanalbreite ist es die eingesetzte Antennentechnik, die für Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich sorgen soll. Sie nennt sich MU-MIMO, was für Multi-User-Multiple-Input-Multiple-Output steht. In der Praxis bedeutet das, dass statt vier, wie bei WLAN n, bis zu acht gebündelte Datenströme simultan übergeben werden können.

Beamforming für bessere Abstrahleffekte

Auch ein neues Modulationsverfahren trägt zur Tempoverbesserung bei. Die Modulation sorgt für eine Umwandlung der Daten in elektrische Impulse und eine möglichst störungsfreie Übermittlung an die Gegenstellen. Bei WLAN ac wird nun die sogenannte Quadraturamplitudenmodulation (QAM) eingesetzt, wobei das Trägersignal pro Übertragungseinheit mehrfach verändert wird, wodurch mehr Bites pro Zeiteinheit übertragen werden können. Bei WLAN ac sind 256 Signaländerungen möglich, bei WLAN n nur 64.

Zum ersten Mal wird bei WLAN ac auch die Beamforming-Technik Standard. Wie auch bei MU-MIMo handelt es sich um eine Antennentechnik. Beamforming ermöglicht bessere Abstrahleffekte, die zu höherem Durchsatz führen sollen.

Obwohl der neue Standard noch nicht final ist, müssen sich Anwender übrigens keine Sorgen machen: Der heute gekaufte Router mit ac-Technik bleibt auch morgen fit für die Zukunft, denn zu erwarten sind Updates für die Geräte, die für eine Implementierung des finalen Standards sorgen.

Telekom Speedport W 504V und Speedport Powerline 100

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Ganz in Weiß präsentiert sich der neue WLAN-Router der Telekom, der Speedport W 504V. Bild: netzwelt

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Kommentare zu diesem Artikel

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  • Peterson schrieb Uhr
    AW: Netzwelt-Wissen: Das bringt der neue WLAN-Standard ac

    Ich Habe das Samsung Galaxy Note 3 weiss jemand wie weit die Wlan Reichweite sein soll? MfG Leo
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Aktuell ist der WLAN-Standard n weit verbreitet. Der Nachfolger ac verspricht das Dreifache an Tempo im Netzwerk.
http://www.netzwelt.de/news/94459-netzwelt-wissen-bringt-neue-wlan-standard-ac.html
2012-12-01 09:10:56
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/broadcom-produziert-chips-neuen-wlan-standard-label-5g-wifi-vermarktet--bild-screenshot-5gwifiorg-17234.jpg
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