Kommentar: E-Book-Reader für die Schule

Konkrete Investition statt Sonntagsreden

Es ist klar, dass so ein System natürlich eine Menge Geld kosten und die ein oder andere Schwierigkeit bei der Umsetzung auftreten würde. Aber reden unsere Politiker nicht ständig davon, wie wichtig Bildung sei? Sind die Vertreter aus Politik und Wirtschaft nicht alle begeistert von "Innovation und Hightech"? Und wenn wir über das Wohl unserer Kinder diskutieren, dann ist uns kein Pathos zu klein, keine noch so abgedroschene Phrase zu schade. Alle haben fast Tränen der Rührung in den Augen, wenn es wieder mal heißt: "Eine Investition in unsere Kinder ist eine Investition in die Zukunft." Großartig.

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An unseren Schulen merkt man nur leider herzlich wenig davon. Die Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bietet zwar viel Material zum Thema Digitale Medien und Bildung, aber einen Hinweis auf E-Book-Reader für Schulen habe ich da nicht gefunden. Ist wahrscheinlich nicht prestigeträchtig genug. Da streut man lieber modische Schlagworte unters Volk wie Web 2.0, "eQualication" und Medienkompetenz.

Bildung im Dienst der Wirtschaft

Sieht man sich das zwielichtige Milieu an, das in den letzten Jahren an der Schnittstelle zwischen Hochschulen, Politik und Wirtschaft entstanden ist, so stößt man unentwegt auf Innovationspreise, "Leuchtturmprojekte", Stipendien und Exzellenz-Universitäten. Zwielichtig ist dieses Milieu deshalb, weil die Bildungseinrichtungen immer mehr in den Sog der Wirtschaft geraten und sich damit von ihrer eigentlichen Aufgabe entfernen. Wie auch immer: Hier, im Rampenlicht der Öffentlichkeit, fließt eine Menge Geld.

Der Alltag in den Schulen sieht anders aus. Da sitzen Schüler an zerkratzten Bänken, blättern in abgewetzten Büchern und werden unterrichtet von Lehrern in abgewetzten Cordhosen.

Umgekehrt wäre es besser. Kinder, die an Schulen gute Lernbedingungen haben, brauchen später mal keine pseudo-intelligenten Exzellenz-Studiengänge und keine affigen Preise für den innovativsten Start-up. Wenn das Fundament gut ist, baut sich der Rest des Hauses eben viel leichter.

Wenn Politik und Wirtschaft ihre großartigen Versprechungen in Sachen Schule und Bildung auch mal ernst nehmen würden, dann könnten sie mit praxisorientierten und konkreten Maßnahmen eine ganze Menge zum Guten bewegen.

Die Förderung von Hightech an den Schulen ist natürlich nur eine von vielen Maßnahmen und sicherlich nicht die wichtigste. Das wichtigste sind wohl immer noch die Lehrer, deren Qualifikation und Engagement.

Aber die Einführung von E-Book-Readern an Schulen könnte einen nützlichen Beitrag leisten und daneben zur Bereicherung des Unterrichts beitragen. Auch an Universitäten wären die Reader eine tolle Sache, da gerade im akademischen Bereich der Aktualitätsdruck besonders hoch ist.

Ich bin sehr gespannt, ob ich eines Tages, wenn ich morgens aus dem Fenster sehe, Kinder erblicke, die nicht schweren Schrittes, sondern fröhlich und mit leichtem Gepäck zur Schule eilen ...

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