Digitale Lernhilfe

Kommentar: E-Book-Reader für die Schule

Bei Amazon, Thalia und Co. sind E-Book-Reader der Renner. Großen Nutzen könnten die Geräte auch an Schulen und Universitäten bringen. Sie würden beispielsweise die Schulranzen der Kinder leichter machen. Schul- und Fachbücher wären immer aktuell. Doch die Politik scheint das Thema nicht zu interessieren.

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(trekstor.jpg) Die aktuellen E-Book-Reader sind ideal als elektronische Alternative zum Taschenbuch, aber für die Nutzung als Fach- oder Schulbuch immer noch zu klein. Der hier abgebildete Liro Color von Trekstor hat immerhin schon ein Farbdisplay mit 7
Die aktuellen E-Book-Reader sind ideal als elektronische Alternative zum Taschenbuch, aber für die Nutzung als Fach- oder Schulbuch immer noch zu klein. (Bild: Trekstor) 
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Inhaltsverzeichnis

  1. 1E-Book-Reader im Großformat
  2. 2Konkrete Investition statt Sonntagsreden
  3. 3Bildung im Dienst der Wirtschaft
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Jeden Morgen, wenn gerade der Kaffee durchläuft, gucke ich aus dem Fenster. Alte Angewohnheit von mir. So etwa ab 7 Uhr 30 marschieren dann die Schulkinder in kleinen Grüppchen vorbei. Jedes davon einen Schulranzen auf dem Rücken. Für einen lange Schultag hat man eben eine Menge dabei. Ein Kind, das sechs Fächer hat, braucht sechs Bücher und mindestens sechs Hefte. Hinzu kommen noch Federmäppchen und diverser Krimskrams. Da kommen schnell sechs oder sieben Kilo zusammen. Schon am Gang der Kinder erkennt man, dass ihre Schulranzen nicht gerade leicht sind.

Es ist wohl kein Zufall, dass der Schultaschenhersteller Scout Ratgeber wie "Kleine Rückenschule" als PDF zum Download anbietet.

Wir Erwachsene legen gerne ein paar 100 Euro extra auf den Ladentisch, damit unser Business-Notebook möglichst nicht viel mehr als zwei Kilo wiegt. Unseren Kindern dagegen muten wir zu, Tag für Tag diese irrsinnig schweren Taschen oder Rucksäcke herumzuschleppen.

E-Book-Reader im Großformat

Wie kann den Schülern geholfen werden? Die Antwort kann eigentlich nur lauten: E-Book-Reader. Ein einziges Gerät könnte alle notwendigen Schulbücher aufnehmen.

Natürlich sind die zurzeit erhältlichen Reader für diesen Zweck nicht geeignet. Sie sind viel zu klein. Ein zweckmäßiges Gerät müsste wohl ein 17-Zoll-Display bieten. Das Display selbst müsste von der Qualität her so leuchtende Farben bieten wie ein Tablet-PC und gleichzeitig für die Augen so lesefreundlich sein wie ein E-Book-Reader. Das ist technisch nicht ganz leicht, zumal ein großes Display ja auch eine Menge Strom zieht. Aber machbar ist es auf jeden Fall.

Das System könnte ungefähr so aussehen: Jedes Schulkind bekommt zum Anfang seiner schulischen Laufbahn einen E-Book-Reader ausgehändigt. Vermutlich müssen die Eltern die Finanzierung übernehmen. Am Anfang eines jeden Schuljahres, wenn die notwendigen Lehrwerke und Übungsmaterialien feststehen, tritt der Lehrmittel-Administrator mit seinem Team auf den Plan und "betankt" die Reader mit den entsprechenden Schulbüchern. In allen Schulbänken gibt es Netzanschlüsse für die E-Book-Reader. Oder wenigstens ein paar Ladestationen in den Klassenzimmern.

Das Gerät selbst bietet wie bei E-Book-Readern üblich, Funktionen wie markieren, Lesezeichen einfügen oder Notizen machen. Nie mehr schmuddelige und abgewetzte Bücher, in die die Schüler des Vorjahres reingeschmiert haben. Nie mehr fachlich veraltete Lehrwerke mit Illustrationen im Stil des letzten Jahrzehnts. Einmal im Jahr könnten die Autoren der Schulbücher diese fachlich aktualisieren und auf den neuesten Stand bringen, ohne dass der Schüler irgendetwas davon merkt.

Und der größte Vorteil: Nie wieder kiloschwere Schultaschen schleppen, es genügt eine leichte Tasche, etwa von der Größe eine Notebook-Tasche.

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