Verloren beim Stromausfall?
Verkehrte Netzwelt: Kein Strom, kein Facebook, kein Leben
Experten warnen vor Stromausfällen in Deutschland. Das wird hart für die Digital Natives, deren Leben ohne Elektrizität einfach nicht funktioniert. Kein Facebook, kein Twitter, kein Google. Doch langfristig gesehen ist ein Stromausfall ein wahrer Segen - für Facebook und Co.
Inhaltsverzeichnis
- 1Kochen mit der Taschenlampe
- 2Die große Dunkelheit
- 3Die Grenzen des Wachstums
Der nächste Winter wird hart in Deutschland. Vor allem deshalb, weil Energieerzeuger und Netzbetreiber vor Stromausfällen warnen. Überlastete Leitungen, Kraftwerke am Limit und marode Transformatoren, das kann ja nicht gut gehen. Bei so einem Stromausfall gehen in Deutschland die Lichter aus. Eine Katastrophe!! Wir sollten jetzt alle ganz schnell unsere Geldbörsen zücken, damit die wackeren Energieerzeuger ihre Netze winterfest machen können. Und überhaupt: Diese komische Energiewende macht ja alles teurer. Eine enorme Belastung für die armen Stromerzeuger. Sehr gerne akzeptieren wir deshalb die kleinen Preiserhöhungen, die so zaghaft für 2013 angekündigt werden. Wer jetzt meint, die Energiekonzerne hätten in der Vergangenheit genügend Gewinne gemacht und könnten diese ruhig auch mal investieren, der hat nichts verstanden.
Kochen mit der Taschenlampe
Andererseits ist so ein Stromausfall gar nicht so schlimm. Jeder, der schon mal im Süden Urlaub gemacht hat, kann da Geschichten erzählen. Da fällt abends mal für zwei Stunden der Strom aus, die Menschen kochen im Schein der Taschenlampe einfach weiter und rücken dann im Kerzenlicht gemütlich zusammen. Garantiert hat einer eine Gitarre dabei, und gemeinsam singen sie ein hoffnungsvolles Lied - dass der Strom bald wieder kommen möge und die Oma endlich aus dem Aufzug raus kann.
Ob ein Stromausfall in Deutschland auch solche romantischen Abende hervorzubringen vermag, noch dazu im Winter, ist ungewiss. Schlimm wird der Stromausfall wahrscheinlich für die Digital Natives werden. Denn die gestalten ihr ganzes Leben mithilfe von Elektrizität. Wenn sie spielen, dann am Computer. Wenn sie sich unterhalten, dann via Skype oder Handy. Wenn sie etwas suchen, dann mit Google. Wenn sie etwas wissen wollen, dann schlagen sie in Wikipedia nach. Wenn sie den Weg zu einem Szenelokal im Stadtzentrum suchen, dann mit der Fahrplan-App des örtlichen Verkehrsverbunds.
Und selbst wenn sie einfach nur gesellig sein wollen, muss Elektrizität da sein. Ohne die geht gar nichts in Facebook, dem weltweiten Dorf der Labertaschen und Handyfoto-Poster.
Was tun diese Menschen, wenn der Strom ausfällt? Wie sollen sie jetzt bitte den richtigen Bus ins Stadtzentrum finden? Die Fahrplan-App des Verkehrsverbunds ist ja offline. Einen Freund anrufen und fragen kann man auch nicht, weil das Handy zwar noch Akku hat, aber das Rechenzentrum des Mobilfunk-Providers tot ist und die Funkmasten schweigen.
Auch zu Hause bleiben und einfach was Schönes kochen fällt schwer. Was soll man denn um Himmels willen kochen? Denn www.kochrezepte.de ist nicht mehr erreichbar. Und der Elektroherd braucht ja auch Strom. Mit wem soll man sich unterhalten, wenn Facebook darnieder liegt? Niemand kann mehr Fotos von seinem Espresso im Café posten. Niemand kann jetzt erzählen, dass er am Hauptbahnhof angekommen ist und gleich ins Taxi steigen wird. Niemand informiert uns darüber, dass es in Dinslaken-Süd gerade regnet.


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Beiträge
insgesamt 2 BeiträgeDie Enegiekonzerne machen pro Jahr Gewinne im Bereich von Milliarden, da sollte auch Reinvestition möglich sein um das Stromnetz auszubauen und marode Bestandteile des Netzes zu ersetzen. Aber lieber schürt man die...
Looool hoffen wir mal das sowas nicht passiert ;D