Kompromissbereit: Dell XPS 12 im Test

Tastatur und Touchpad

Ein sehr großer Vorteil gegenüber reinen Tablets, anderen Convertibles und Mischlösungen wie Microsofts Surface sind die guten Eingabegeräte des XPS 12. Tastatur und Touchpad stammen vom Dell XPS 13 ab - einen Testbericht zu Dells Ultrabook finden Sie an dieser Stelle auf netzwelt

Werbung

Die insgesamt 81 Tasten fühlen sich vergleichsweise weich an und verfügen über einen klaren Druckpunkt. Auch bei kräftigerem Druck verformt sich das Gehäuse nicht. Dank eines genügend großen Abstands zwischen den einzelnen Drückern werden Texte schnell und fehlerfrei geschrieben. Ein separater Zahlenblock fehlt bauartbedingt. Auf Wunsch werden die Tasten von einer LED-Hintergrundbeleuchtung wirksam illuminiert, die sich in zwei Stufen regeln lässt.

Auch beim großzügig bemessenen Touchpad gibt es nicht viel zu kritisieren. Von Haus aus konfiguriert Dell es mit ein paar Gesten vor, die sich aber bei Bedarf auch abschalten lassen. Die Unterteilung von linker und rechter Maustaste ist fließend und nur durch einen Strich auf dem Touchpad gekennzeichnet. Im Alltag dürfte dies aber niemanden vor Probleme stellen.

Ergonomie und Alltag

Das XPS 12 war im Redaktionsalltag die meiste Zeit über als ganz normales Ultrabook mit Windows 8 und berührungsempfindlichem Bildschirm unterwegs. Ein großes Lob, denn oft müssen Anwender bei der Nutzung von Convertibles Kompromisse bei der Produktivität eingehen. Dies ist beim Testgerät nicht der Fall gewesen. 

Aber auch der reine Tablet-Modus wurde fleißig genutzt, wenngleich das Dell XPS 12 für diesen Einsatzzweck sehr schwer ist, wenn man das Gerät in den Händen hält. Auch zeigt sich, dass die Bildschirmdiagonale für das Erreichen vieler Bedienelemente zu groß ist. Aber die Konstruktion erlaubt vielfältige Aufstellvarianten. Zum Beispiel fanden wir den Mix aus Tablet und Ultrabook häufig in "Zeltform" aufgestellt auf dem Tisch vor - als eine Art übergroßer, digitaler Bilderrahmen inklusive vollem Windows 8. Nicht so gelungen: Klappt man das Display maximal nach hinten, fängt das Notebook auf ebener Fläche an zu kippeln. 

Im "Zeltmodus": Dank variablem Display lässt sich das XPS auch recht ungewöhnlich positionieren. (Bild: netzwelt)
Im "Zeltmodus": Dank variablem Display lässt sich das XPS auch recht ungewöhnlich positionieren. (Bild: netzwelt)

Die verbauten Stereo-Lautsprecher tönen verhältnismäßig kräftig. Wie den meisten Notebook- und Tablet-Lautsprechern fehlt es ihnen bauartbedingt an Volumen, um auch tiefe Frequenzen adäquat abbilden zu können. 

Der Sechs-Zellen-Akku mit einer Kapazität von 47 Wattstunden war im Test für eine Laufzeit von knapp sechs Stunden im praxisnahen Mischbetrieb gut (WLAN ein, Helligkeit auf 50 Prozent, Energiesparoptionen aktiviert). Wer die Helligkeit weiter senkt und Funkverbindungen völlig deaktiviert, kann mit Laufzeiten jenseits der acht Stunden rechnen. Ein guter Wert - auch wenn er an die Laufzeiten klassischer Tablet-Computer nicht heranreicht. 

Der Akku ist im Dell XPS 12 fest verbaut und lässt sich vom Nutzer nicht austauschen. Generell hat Dell nicht vorgesehen, dass Nutzer selbst Erweiterungen am XPS 12 vornehmen. 

Fazit 

Das XPS 12 ist ein sehr gutes Notebook mit Tablet-Funktion - und kein Tablet mit ansteckbarer Tastatur. Selbst wenn sich das Display nicht drehen ließe, würde es im Test gut abschneiden. So aber eignet es sich sowohl als Desktop- als auch als Tablet-Ersatz. Abgesehen vom höheren Gewicht müssen Nutzer kaum Kompromisse eingehen. Wer sich nicht zwischen Tablet und Notebook entscheiden will, ist mit dem XPS 12 daher bestens bedient.

Verbesserungspotential für Nachfolgemodelle besteht dennoch: So würden sich viele Nutzer mit Sicherheit über eine Unterstützung von Wacom-kompatiblen Bedienstiften freuen. Ebenso wäre eine Tablet-Einheit denkbar, die sich vollständig aus dem Display-Rahmen herauslösen und auch autonom nutzen lässt. 

Der schwerwiegendste Nachteil am Dell XPS 12 ist der vergleichsweise hohe Preis. Ab 1.200 Euro geht es im Dell-Konfigurator los, dann stecken immerhin schon eine 256 Gigabyte fassende SSD und ein Intel Core i5 im Gehäuse. Die Top-Version mit Core i7 Prozessor startet bei 1.500 Euro. 

Links zum Thema


Alle netzwelt-Specials

Verbraucherschutz Nach ARD-Reportage Mitarbeiter verteidigen Amazon

Die schlechten Arbeitsbedingungen bei Amazon beherrschen momentan die Schlagzeilen. Doch offenbar hat der Online-Versandhändler als Arbeitgeber...

Android Android Base Lutea 3 im Test

Das Base Lutea 3 ist ein kostengünstiges Smartphone mit Android 4.0. Nur 200 Euro will der Hersteller für das Gerät mit Dual-Core-Chip und NFC...



Forum