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Kompromissbereit: Dell XPS 12 im Test
Dreh und Touch

von Michael Knott
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Im Test zeigt sich: Käufer eines Dell XPS 12 müssen erstaunlich wenig Kompromisse eingehen - obwohl Dell den Spagat zwischen Tablet und Notebook beim XPS 12 wagt.

Eben noch Ultrabook, jetzt schon Windows-8-Tablet: Das Dell XPS 12 verwandelt sich im Handumdrehen. Als waschechter Convertible will das Testgerät sowohl auf dem Sofa als auch im Büro punkten. Mit den wenigen Kompromissen, die Käufer eingehen müssen, lässt sich gut leben.

Das kommt uns bekannt vor: Bereits Anfang 2011 überraschte Dell mit einem Mix aus Tablet und Notebook, damals noch mit Windows 7 und unter der Bezeichnung Inspiron Duo. Im Test honorierte netzwelt die Idee, ansonsten fiel der Zwitter aus Netbook und Tablet aber glatt durch. "Zu schwer, zu wenig Anschlüsse, zu viele Kompromisse", lautete das Testfazit damals.

Und heute? Ein paar, aber nicht alle Schnitzer des Vorgängermodells bügelt Dell beim XPS 12 auf den ersten Blick aus. Windows 8 etwa lässt sich bekanntlicherweise hervorragend mit den Fingern bedienen. Das Gewicht ist mit gemessenen 1.518 Gramm ähnlich hoch. Die Material-Anmutung und auch die generelle Optik hat Dell aber stark verbessert.

Alu, Karbon, Magnesium, verdichtet zu einem edlen Gesamtkonstrukt

Den Material-Mix aus Aluminium, Kunststoff, Karbon und Magnesium verdichtet der US-amerikanische Hersteller in ein sehr edles Gesamtkonstrukt, was allerdings auch auf dem Preisschild zum Ausdruck kommt. Unter 1.200 Euro ist das Dell XPS 12 Ultrabook praktisch nicht zu haben.

Der Clou am Testmodell ist natürlich der drehbare 12,5-Zoll-Bildschirm, der das Ultrabook im Nu in ein Tablet verwandelt - in ein besonders schweres Tablet, wohlgemerkt. Den Drehmechanismus hat Dell gut hinbekommen: Aufgeklappt lässt sich das Display mit nur einem Finger nach vorne hin wegklappen und wird dann von zwei Fixpunkten im Aluminiumrahmen festgehalten. Dadurch sind auch exotische, aber durchaus praktische Blickwinkel auf das Display möglich.

Unauffälliges Doppelleben

Von außen ist dem Dell-Ultrabook praktisch nichts von seinem Doppelleben anzusehen. In den jeweiligen Endpunkten rastet das Display schließlich sauber und sicher ein. Ganz herauslösen lässt sich das berührungsempfindliche Display übrigens nicht. Käufer des XPS 12 nehmen daher grundsätzlich eine Tastatur- und Tablet-Einheit mit auf Reisen.

Kompromissbereitschaft müssen XPS 12-Interessierte bei den integrierten Schnittstellen zeigen. Zwei mal USB 3.0 (einer davon mit Schnellladefunktion), ein kombinierter Kopfhörer/Mikrofon-Anschluss sowie ein Minidisplay-Port sind im Testgerät verbaut. Das war es. Zusätzlich finden sich an den Gehäuseflanken noch der Ein- und Ausschalter in Form eines Schiebers, eine Tablet-typische Lautstärkewippe sowie ein Taster zum Sperren der Bildschirmausrichtung und ein praktischer LED-Indikator, der auch bei ausgeschaltetem Computer die Restkapazität des Akkus anzeigt.

Leistung

Auf der Vorderseite schließlich findet sich eine eingebaute Webcam, die nach Angaben des Herstellers eine Auflösung von 1,3 Megapixeln besitzt. Testbilder lösen hingegen nur mit einer Auflösung von 0,9 Megapixeln aus. Flankiert wird die Kamera von zwei Mikrofonen, die Stimmen in Stereo-Ton aufzeichnen.

In der netzwelt zur Verfügung gestellten Version verfügt der Dell XPS 12 über einen Intel Core i7-3517U-Prozessor der dritten Generation mit einer Taktrate von 1,9 Gigahertz (bis zu 3,0 Gigahertz). Zusätzlich verbaut Dell satte acht Gigabyte DDR3-Arbeitsspeicher. Windows 8 zeigt einen Leistungsindex von 5,5 für dieses System an. In allen derzeit verfügbaren Modellvarianten kommt Intels interne Grafiklösung 4000 zum Einsatz.

Dell XPS 12

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Unterm Strich ist das XPS 12 ein sehr gutes Notebook - mit eingebautem Tablet-Bonus. (Bild: netzwelt)

Damit bringt die Testkonfiguration genügend Leistungsreserven mit, um locker den Alltag bewältigen zu können. Unter Cinebench 11,5 erreicht Dells XPS 12 im CPU-Test 2,75 Punkte, nach dem Abschluss des OpenGL-Tests stehen 14,86 Bilder in der Sekunde an.

Diese Leistung reicht für Surfen, Arbeiten und Multimediawiedergabe aus. Ein Spiele-Notebook ist das XPS 12 natürlich nicht, dafür ist allein schon die interne Intel-Grafik zu schwach auf der Brust. Spiele aus dem Windows-8-Store wie Reckless Racing 2 HD laufen, im Gegensatz zu Microsofts Surface, aber flüssig. Optimierungsbedarf gibt es beim Hitzemanagement: Der integrierte Lüfter schaufelt die Abwärme zum größten Teil über den Gehäuseboden und über zwei in den Geräteflanken eingebaute Auslässe ins Freie. Jedoch springt der Lüfter häufig auch schon bei nicht so anspruchsvollen Aufgaben an.

Display

Das 12,5 Zoll große IPS-Panel gehört klar zu den Highlights am Dell XPS 12. Es überzeugt zum Glück nicht nur durch den Drehmechanismus, sondern vor allem auch durch seine hohe Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten - einzelne Pixel sind mit bloßem Auge praktisch nicht zu erkennen.

Auch für Helligkeit und Farbdarstellung gibt es Lob, sodass die Anzeige oft auch unter freiem Himmel noch lesbar bleibt, obwohl das dank Gorilla Glas kratzfeste Display stark spiegelt. Egal, wie stark man das Display, etwa im Tablet-Modus, dreht und wendet - es kommt praktisch nicht zu Farbverfälschungen oder Farbumkehrungen. Die Erkennung von Multitouch-Eingaben funktionierte im Test anstandslos. Bis zu zehn Finger gleichzeitig werden vom Bildschirm erkannt. Leider unterstützt die Anzeige keine WACOM-Bedienstifte. Im Test verweigerte der Dell-Mischling die Zusammenarbeit.

Tastatur und Touchpad

Ein sehr großer Vorteil gegenüber reinen Tablets, anderen Convertibles und Mischlösungen wie Microsofts Surface sind die guten Eingabegeräte des XPS 12. Tastatur und Touchpad stammen vom Dell XPS 13 ab - einen Testbericht zu Dells Ultrabook finden Sie an dieser Stelle auf netzwelt.

Die insgesamt 81 Tasten fühlen sich vergleichsweise weich an und verfügen über einen klaren Druckpunkt. Auch bei kräftigerem Druck verformt sich das Gehäuse nicht. Dank eines genügend großen Abstands zwischen den einzelnen Drückern werden Texte schnell und fehlerfrei geschrieben. Ein separater Zahlenblock fehlt bauartbedingt. Auf Wunsch werden die Tasten von einer LED-Hintergrundbeleuchtung wirksam illuminiert, die sich in zwei Stufen regeln lässt.

Auch beim großzügig bemessenen Touchpad gibt es nicht viel zu kritisieren. Von Haus aus konfiguriert Dell es mit ein paar Gesten vor, die sich aber bei Bedarf auch abschalten lassen. Die Unterteilung von linker und rechter Maustaste ist fließend und nur durch einen Strich auf dem Touchpad gekennzeichnet. Im Alltag dürfte dies aber niemanden vor Probleme stellen.

Ergonomie und Alltag

Das XPS 12 war im Redaktionsalltag die meiste Zeit über als ganz normales Ultrabook mit Windows 8 und berührungsempfindlichem Bildschirm unterwegs. Ein großes Lob, denn oft müssen Anwender bei der Nutzung von Convertibles Kompromisse bei der Produktivität eingehen. Dies ist beim Testgerät nicht der Fall gewesen.

Aber auch der reine Tablet-Modus wurde fleißig genutzt, wenngleich das Dell XPS 12 für diesen Einsatzzweck sehr schwer ist, wenn man das Gerät in den Händen hält. Auch zeigt sich, dass die Bildschirmdiagonale für das Erreichen vieler Bedienelemente zu groß ist. Aber die Konstruktion erlaubt vielfältige Aufstellvarianten. Zum Beispiel fanden wir den Mix aus Tablet und Ultrabook häufig in "Zeltform" aufgestellt auf dem Tisch vor - als eine Art übergroßer, digitaler Bilderrahmen inklusive vollem Windows 8. Nicht so gelungen: Klappt man das Display maximal nach hinten, fängt das Notebook auf ebener Fläche an zu kippeln.

Im "Zeltmodus": Dank variablem Display lässt sich das XPS auch recht ungewöhnlich positionieren.

Die verbauten Stereo-Lautsprecher tönen verhältnismäßig kräftig. Wie den meisten Notebook- und Tablet-Lautsprechern fehlt es ihnen bauartbedingt an Volumen, um auch tiefe Frequenzen adäquat abbilden zu können.

Der Sechs-Zellen-Akku mit einer Kapazität von 47 Wattstunden war im Test für eine Laufzeit von knapp sechs Stunden im praxisnahen Mischbetrieb gut (WLAN ein, Helligkeit auf 50 Prozent, Energiesparoptionen aktiviert). Wer die Helligkeit weiter senkt und Funkverbindungen völlig deaktiviert, kann mit Laufzeiten jenseits der acht Stunden rechnen. Ein guter Wert - auch wenn er an die Laufzeiten klassischer Tablet-Computer nicht heranreicht.

Der Akku ist im Dell XPS 12 fest verbaut und lässt sich vom Nutzer nicht austauschen. Generell hat Dell nicht vorgesehen, dass Nutzer selbst Erweiterungen am XPS 12 vornehmen.

Der schwerwiegendste Nachteil am Dell XPS 12 ist der vergleichsweise hohe Preis. Ab 1.200 Euro geht es im Dell-Konfigurator los, dann stecken immerhin schon eine 256 Gigabyte fassende SSD und ein Intel Core i5 im Gehäuse. Die Top-Version mit Core i7 Prozessor startet bei 1.500 Euro.

Aktuelle Preise
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netzwelt
7.1
Dell XPS 12
Vorteile
  • Verarbeitung
  • Praxiseinsatz
  • Konzept
  • Eingabegeräte
Nachteile
  • Gewicht
  • keine Digitizer-Unterstützung

Mehr Notebook als Tablet

Das XPS 12 ist ein sehr gutes Notebook mit Tablet-Funktion - und kein Tablet mit ansteckbarer Tastatur. Selbst wenn sich das Display nicht drehen ließe, würde es im Test gut abschneiden. So aber eignet es sich sowohl als Desktop- als auch als Tablet-Ersatz. Abgesehen vom höheren Gewicht müssen Nutzer kaum Kompromisse eingehen. Wer sich nicht zwischen Tablet und Notebook entscheiden will, ist mit dem XPS 12 daher bestens bedient. Verbesserungspotential für Nachfolgemodelle besteht dennoch: So würden sich viele Nutzer mit Sicherheit über eine Unterstützung von Wacom-kompatiblen Bedienstiften freuen. Ebenso wäre eine Tablet-Einheit denkbar, die sich vollständig aus dem Display-Rahmen herauslösen und auch autonom nutzen lässt.


Einzelergebnisse
Bereits bei der Auswahl eines Notebooks, Laptops oder Ultrabooks versuchen wir, die unterschiedlichen Anforderungen der Nutzer zu berücksichtigen. Über welches Modell wird gerade im Netz besonders eifrig diskutiert? Wo gibt es gerade ein besonders interessantes Sonderangebot? Zudem greifen wir immer wieder Testanregungen von Nutzern auf, die wir per Leserbrief, über die Sozialen Netzwerke oder über das netzwelt-Forum erhalten. Hier erfahren Sie, wie wir Notebooks testen.
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Design
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Display
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Eingabegeräte
8
Leistung
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Ausstattung
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Multimedia
6
Einsortierung
Dell XPS 12 von Dell wurde als Notebook abgelegt. Das Produkt wurde in die Notebook-Bestenlisten Alle Notebooks und Die besten Convertibles aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Computer, Testbericht, Mobile Computing, Notebook, Dell, Laptop, Convertible, Windows 8, Dell XPS, Review und Dell XPS 12 .
Kommentare zu diesem Artikel

Im Test zeigt sich: Käufer eines Dell XPS 12 müssen erstaunlich wenig Kompromisse eingehen - obwohl Dell den Spagat zwischen Tablet und Notebook beim XPS 12 wagt.

Deine Meinung ist gefragt. Diskutiere im Forum zu diesem Artikel.

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  • florkarl schrieb Uhr
    AW: Kompromissbereit: Dell XPS 12 im Test

    Dieser Test ist überholt. Das XPS12 wird mittlerweile mit der Haswell CPU ausgeliefert. Daher weniger Stromverbrauch und schneller unterwegs
  • PSOne schrieb Uhr
    AW: Kompromissbereit: Dell XPS 12 im Test

    en.community.dell.com/dell-groups/new-to-community/f/3511/p/19478987/20242194.aspx Geht wohl doch mit nem Stift
  • Diggsagg schrieb Uhr
    AW: Kompromissbereit: Dell XPS 12 im Test

    Sorry, das ist absoluter Blödsinn. Wenn sich das Display aus dem Rahmen lösen lassen würde, dann wäre es kein Convertible Gerät mehr. Warum? Natürlich wäre es trotzdem noch noch ein "Convertible", wenn man den Tablet-Teil zusätzlich herauslösen könnte. Aber generell würde mich mal die genaue Definition eines Convertible interessieren... Auch Blödsinn. Der Preis ist überhaupt kein Nachteil sondern extrem reell gehalten, für die Kohle wird ordentliches geboten. Das ist ein absolut vollwertiges Notebook mit hoher Arbeitsleistung. Solche Convertible Geräte beginnen bisher da wo Dell mit den Preisen aufhört!!! Es geht hier aber wohl nicht um das Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern um den Kosten-Nutzen-Faktor für den "Standard-User". Denn der wird hier auf netzwelt in der Regel angesprochen. Deswegen denke ich schon, dass der Großteil der User hier den Preis als "Nachteil" ansieht.
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Kompromissbereit: Dell XPS 12 im Test

    ... dann wäre es kein Convertible Gerät mehr ... Wieso denn? Wenn es so wäre wie jetzt, nur mit dem Zusatz, dass man den Tablet-Bereich auf Wunsch auch komplett herausnehmen kann, wäre das doch ein Vorteil. Oder nicht? Und wer das absolut nicht möchte, der dreht halt am Bildschirm ... Das wäre dann auch der Unterschied zum Transformer Pad, das diese Drehfunktion nicht bietet.
  • GeorgFischer schrieb Uhr
    AW: Kompromissbereit: Dell XPS 12 im Test

    zitat: "Verbesserungspotential für Nachfolgemodelle besteht dennoch: So würden sich viele Nutzer mit Sicherheit über eine Unterstützung von Wacom-kompatiblen Bedienstiften freuen. Ebenso wäre eine Tablet-Einheit denkbar, die sich vollständig aus dem Display-Rahmen herauslösen und auch autonom nutzen lässt. " Sorry, das ist absoluter Blödsinn. Wenn sich das Display aus dem Rahmen lösen lassen würde, dann wäre es kein Convertible Gerät mehr. Dann könnt ihr euch gleich ein Android Transformer holen, denn Businesstauglich, und das ist das Ziel der Convertibles sind die Geräte nur mit Tastatur. zitat: "Der schwerwiegendste Nachteil am Dell XPS 12 ist der vergleichsweise hohe Preis. Ab 1.200 Euro geht es im Dell-Konfigurator los, dann steckt immerhin schon eine 256 Gigabyte fassende SSD und ein Intel Core i5 im Gehäuse. Die Top-Version mit Core i7 Prozessor startet bei 1.500 Euro. " Auch Blödsinn. Der Preis ist überhaupt kein Nachteil sondern extrem reell gehalten, für die Kohle wird ordentliches geboten. Das ist ein absolut vollwertiges Notebook mit hoher Arbeitsleistung. Solche Convertible Geräte beginnen bisher da wo Dell mit den Preisen aufhört!!! Wer also die Leistung benötigt und den Komfort haben will, der bezahlt den Preis noch so gerne. Die anderen könne sich ja ein Asus Ultrabook kaufen, das kostet genauso viel und hat nur 4GB RAM...
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36594
Kompromissbereit: Dell XPS 12 im Test
Kompromissbereit: Dell XPS 12 im Test
Das Dell XPS 12 vereint auf clevere Weise Tablet und Notebook. Dabei müssen Käufer erstaunlich wenig Kompromisse eingehen.
http://www.netzwelt.de/news/94412-kompromissbereit-dell-xps-12-test.html
2012-11-22 16:36:25
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/dell-xps-12-produktbild-114933.jpeg
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