Dreh und Touch

Kompromissbereit: Dell XPS 12 im Test

Eben noch Ultrabook, jetzt schon Windows-8-Tablet: Das Dell XPS 12 verwandelt sich im Handumdrehen. Als waschechter Convertible will das Testgerät sowohl auf dem Sofa als auch im Büro punkten. Mit den wenigen Kompromissen, die Käufer eingehen müssen, lässt sich gut leben.

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Dell XPS 12: Leichtes Kippeln auf ebener Fläche, etwas schwer - geschenkt: Das Dell XPS 12 ist eine gelungene Mischung aus Tablet und Notebook mit starker Betonung auf Notebook. Im Test leistet es sich nur wenige Schnitzer, die im Alltag auf jeden Fall tolerierbar sind. Zum Video: Dell XPS 12

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Alu, Karbon, Magnesium, verdichtet zu einem edlen Gesamtkonstrukt
  2. 2Unauffälliges Doppelleben
  3. 3Leistung
  4. 4Display
  5. 5Tastatur und Touchpad
  6. 6Ergonomie und Alltag
  7. 7Fazit 
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Das kommt uns bekannt vor: Bereits Anfang 2011 überraschte Dell mit einem Mix aus Tablet und Notebook, damals noch mit Windows 7 und unter der Bezeichnung Inspiron Duo. Im Test honorierte netzwelt die Idee, ansonsten fiel der Zwitter aus Netbook und Tablet aber glatt durch. "Zu schwer, zu wenig Anschlüsse, zu viele Kompromisse", lautete das Testfazit damals. 

Und heute? Ein paar, aber nicht alle Schnitzer des Vorgängermodells bügelt Dell beim XPS 12 auf den ersten Blick aus. Windows 8 etwa lässt sich bekanntlicherweise hervorragend mit den Fingern bedienen. Das Gewicht ist mit gemessenen 1.518 Gramm ähnlich hoch. Die Material-Anmutung und auch die generelle Optik hat Dell aber stark verbessert.

Alu, Karbon, Magnesium, verdichtet zu einem edlen Gesamtkonstrukt

Den Material-Mix aus Aluminium, Kunststoff, Karbon und Magnesium verdichtet der US-amerikanische Hersteller in ein sehr edles Gesamtkonstrukt, was allerdings auch auf dem Preisschild zum Ausdruck kommt. Unter 1.200 Euro ist das Dell XPS 12 Ultrabook praktisch nicht zu haben. 

Der Clou am Testmodell ist natürlich der drehbare 12,5-Zoll-Bildschirm, der das Ultrabook im Nu in ein Tablet verwandelt - in ein besonders schweres Tablet, wohlgemerkt. Den Drehmechanismus hat Dell gut hinbekommen: Aufgeklappt lässt sich das Display mit nur einem Finger nach vorne hin wegklappen und wird dann von zwei Fixpunkten im Aluminiumrahmen festgehalten. Dadurch sind auch exotische, aber durchaus praktische Blickwinkel auf das Display möglich.

Unauffälliges Doppelleben

Von außen ist dem Dell-Ultrabook praktisch nichts von seinem Doppelleben anzusehen. In den jeweiligen Endpunkten rastet das Display schließlich sauber und sicher ein. Ganz herauslösen lässt sich das berührungsempfindliche Display übrigens nicht. Käufer des XPS 12 nehmen daher grundsätzlich eine Tastatur- und Tablet-Einheit mit auf Reisen.

Kompromissbereitschaft müssen XPS 12-Interessierte bei den integrierten Schnittstellen zeigen. Zwei mal USB 3.0 (einer davon mit Schnellladefunktion), ein kombinierter Kopfhörer/Mikrofon-Anschluss sowie ein Minidisplay-Port sind im Testgerät verbaut. Das war es. Zusätzlich finden sich an den Gehäuseflanken noch der Ein- und Ausschalter in Form eines Schiebers, eine Tablet-typische Lautstärkewippe sowie ein Taster zum Sperren der Bildschirmausrichtung und ein praktischer LED-Indikator, der auch bei ausgeschaltetem Computer die Restkapazität des Akkus anzeigt. 

Leistung

Auf der Vorderseite schließlich findet sich eine eingebaute Webcam, die nach Angaben des Herstellers eine Auflösung von 1,3 Megapixeln besitzt. Testbilder lösen hingegen nur mit einer Auflösung von 0,9 Megapixeln aus. Flankiert wird die Kamera von zwei Mikrofonen, die Stimmen in Stereo-Ton aufzeichnen.

In der netzwelt zur Verfügung gestellten Version verfügt der Dell XPS 12 über einen Intel Core i7-3517U-Prozessor der dritten Generation mit einer Taktrate von 1,9 Gigahertz (bis zu 3,0 Gigahertz). Zusätzlich verbaut Dell satte acht Gigabyte DDR3-Arbeitsspeicher. Windows 8 zeigt einen Leistungsindex von 5,5 für dieses System an. In allen derzeit verfügbaren Modellvarianten kommt Intels interne Grafiklösung 4000 zum Einsatz. 

Dell XPS 12

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Damit bringt die Testkonfiguration genügend Leistungsreserven mit, um locker den Alltag bewältigen zu können. Unter Cinebench 11,5 erreicht Dells XPS 12 im CPU-Test 2,75 Punkte, nach dem Abschluss des OpenGL-Tests stehen 14,86 Bilder in der Sekunde an. 

Diese Leistung reicht für Surfen, Arbeiten und Multimediawiedergabe aus. Ein Spiele-Notebook ist das XPS 12 natürlich nicht, dafür ist allein schon die interne Intel-Grafik zu schwach auf der Brust. Spiele aus dem Windows-8-Store wie Reckless Racing 2 HD laufen, im Gegensatz zu Microsofts Surface, aber flüssig. Optimierungsbedarf gibt es beim Hitzemanagement: Der integrierte Lüfter schaufelt die Abwärme zum größten Teil über den Gehäuseboden und über zwei in den Geräteflanken eingebaute Auslässe ins Freie. Jedoch springt der Lüfter häufig auch schon bei nicht so anspruchsvollen Aufgaben an.

Display

Das 12,5 Zoll große IPS-Panel gehört klar zu den Highlights am Dell XPS 12. Es überzeugt zum Glück nicht nur durch den Drehmechanismus, sondern vor allem auch durch seine hohe Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten - einzelne Pixel sind mit bloßem Auge praktisch nicht zu erkennen. 

Auch für Helligkeit und Farbdarstellung gibt es Lob, sodass die Anzeige oft auch unter freiem Himmel noch lesbar bleibt, obwohl das dank Gorilla Glas kratzfeste Display stark spiegelt. Egal, wie stark man das Display, etwa im Tablet-Modus, dreht und wendet - es kommt praktisch nicht zu Farbverfälschungen oder Farbumkehrungen. Die Erkennung von Multitouch-Eingaben funktionierte im Test anstandslos. Bis zu zehn Finger gleichzeitig werden vom Bildschirm erkannt. Leider unterstützt die Anzeige keine WACOM-Bedienstifte. Im Test verweigerte der Dell-Mischling die Zusammenarbeit. 

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