Canon Powershot G15 im Test

Manuelle Einstellmöglichkeiten

Für ambitionierte Anwender ist die Powershot G15 aber vor allem deshalb interessant, weil sie viele manuelle Einstellmöglichkeiten mitbringt. Hier stehen die Blendenautomatik (mit Zeitvorwahl), die Zeitautomatik (mit Blendenvorwahl) und der manuelle Modus im Zentrum.

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Für viele Situationen dürfte die Zeitautomatik mit Blendenvorwahl die beste Einstellung sein. Schließlich erreicht man den begehrten "Spiegelreflex-Look" mit der begrenzten Tiefenschärfe nur dann, wenn man gezielt die Blende öffnet. Da allerdings der Sensor der G15 mit gerade mal 7,5 x 5,5 Millimetern immer noch sehr klein ist, muss man die Blende ziemlich weit öffnen und den Zoom deutlich in den Telebereich verschieben, um den gewünschten Tiefenschärfeeffekt, etwa für Porträts, zu erhalten.

Spotmessung contra Mehrfeldmessung

Bei der Belichtung wählt der Anwender zwischen Spot, Mittenbetonung und Mehrfeldmessung. Wobei in den meisten Situationen die Mehrfeldmessung die besten Bilder ergibt. Gerade die so profimäßig wirkende Spotmessung, bei der die korrekte Belichtung an einem kleinen Punkt (Spot) in der Bildmitte ermittelt wird, führt leicht zu über- oder unterbelichteten Bildpartien, wenn die Helligkeitswerte im Bild zu weit auseinander liegen.

Ein sehr praktisches Werkzeug ist die elektronische Wasserwaage, die bei Bedarf im Display eingeblendet wird. Gerade bei Landschaftsaufnahmen mit Stativ hilft sie, das Bild gerade auszurichten.

Schneller Bildprozessor

Ein wichtiger Pluspunkt: Der Bildprozessor geht sehr schnell zu Werke. Das zeigt sich beispielsweise bei HDR-Aufnahmen (HDR, High Dynamic Range). Dabei knipst die Kamera von einem Motiv drei Fotos mit unterschiedlicher Belichtung. Dann werden die Fotos "aufeinander geklebt". Natürlich geht das nicht ohne Stativ. Heraus kommt ein kontrastreiches Bild, in dem helle wie dunkle Passagen gleichermaßen durchgezeichnet sind. Bei dieser Prozedur arbeitet die Elektronik der G15 sehr zügig, das HDR-Bild ist in Sekundenschnelle im Kasten.

Schnelle SD-Speicherkarte erforderlich

Schöne Actionaufnahmen ermöglicht der Highspeed-Serienbild-Modus. Hier werden innerhalb einer Sekunde zehn Fotos hintereinander geschossen - bei höchster Auflösung. Soll der Autofokus bei jedem Bild nachmessen, sind es immerhin noch etwa 5 Bilder in der Sekunde.

Canons Powershot G15 im Test

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Für Highspeed-Aufnahmen empfiehlt sich der Einsatz einer sehr schnellen SD-Speicherkarte. Im Test haben wir die Sandisk-Speicherkarte Extreme PRO SDHC UHS- I mit einer Lese-/Schreibgeschwindigkeit von bis zu 95 Megabyte pro Sekunde verwendet, derzeit eine der schnellsten SD-Karten auf dem Markt. Diese Karte bewältigt auch die enormen Datenmengen, die im Full-HD-Videomodus (1920 x 1080 Pixel, 24 Bilder pro Sekunde), in jeder Sekunde auf der Speicherkarte landen. Langsamere Karten, insbesondere solche mit weniger als 30 Megabyte pro Sekunde, sind mit Full-HD-Videos überfordert.

Fazit: Ergänzung zur digitalen Spiegelreflexkamera

Wer eine Kompaktkamera sucht, die entweder als Ergänzung oder als Alternative zur digitalen Spiegelreflexkamera dient, trifft mit der Powershot G15 eine gute Wahl. Gute Bildqualität, ein intelligenter Bildprozessor und viele Einstellmöglichkeiten sind ihre Stärken. Full-HD-Videos sind gestochen scharf mit kräftigen Farben.

Die verspielten Effektfilter passen nicht ganz zu einer Kamera mit semiprofessionellem Anspruch, stören aber auch nicht weiter.

Aufgrund der kompakten Abmessungen lässt sich die G15 im Fotoalltag und bei der Straßenfotografie nicht ganz so schnell und intuitiv bedienen wie eine digitale Spiegelreflexkamera. Dafür erhält man aber einen hochwertigen Immer-dabei-Apparat. Empfehlenswert ist die Powershot auch für Foto-Aufsteiger. Die wollen ausprobieren, was die Welt der anspruchsvollen Fotografie alles zu bieten hat, aber trotzdem nicht auf Automatik-Modi und Effektfilter verzichten.

Wer mit der Digicam noch näher an die Profis heranrücken will, sollte sich Canons Schwestermodell Powershot G1 X ansehen. Die kostet 749 Euro, hat dafür aber ein schwenkbares Display und einen deutlich größeren 14,3-Megapixel-Sensor (18,7 x 14,0 Millimeter, annähernd APS-C). Der lässt noch mehr Spielraum bei der Regelung der Tiefenschärfe. Vor Features wie Lächel- und Blinzelautomatik ist man aber auch bei der 749 Euro teuren G1 X nicht sicher.

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