Ergänzung oder Alternative zur digitalen Spiegelreflexkamera

Praxistest: Canon Powershot G15, die Digicam für Foto-Aufsteiger

Sehr gute Bildqualität, ein lichtstarkes Objektiv und ein schneller Bildprozessor sind die Highlights von Canons neuer Powershot G15. Das Konzept, möglichst viele Funktionen in ein kompaktes Gehäuse zu packen, bringt im Fotoalltag aber auch Nachteile.

?
?

Das stabile Alumiumgehäuse der Canon Powershot G15 trägt ein lichtstarkes Zoomobjektiv mit einer Anfangsöffnung von 1:1,8. (Foto: Canon)
Das stabile Aluminiumgehäuse der Canon Powershot G15 trägt ein lichtstarkes Zoomobjektiv mit einer Anfangsöffnung von 1:1,8. (Foto: Canon)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Scharfe und detailreiche Bilder
  2. 2Optischer Sucher, aber kein schwenkbares Display
  3. 3Automatik-Modi und Effekte
  4. 4Automatik-Modus Smart Auto
  5. 5Manuelle Einstellmöglichkeiten
  6. 6Spotmessung contra Mehrfeldmessung
  7. 7Schneller Bildprozessor
  8. 8Schnelle SD-Speicherkarte erforderlich
  9. 9Fazit: Ergänzung zur digitalen Spiegelreflexkamera
Werbung

Fotografieren kann ganz schön anstrengend sein. Vor allem, wenn man Menschen fotografiert. Die halten nämlich selten still. Da muss man sich als Fotograf ständig auf das bewegte Motiv und seine Umgebung konzentrieren. Gleichzeitig muss man die Aufnahmeposition anpassen, eine passende Brennweite wählen und die Belichtung mit Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert einstellen. Dann noch im richtigen Moment abdrücken und hoffen, dass man den berühmten magischen Moment erwischt hat.

Anspruchsvolle Fotografen benötigen deshalb ein Werkzeug, das diese Aufgabe nicht noch schwerer macht, sondern unterstützt. Dabei geht es in erster Linie nicht um die Bildqualität, denn die ist bei modernen Kameras ab 500 Euro meist kein Thema mehr. Und ein gutes Foto lässt eventuelle Abbildungsschwächen des Objektivs vergessen.

Im Alltag wichtig sind die Handhabung und ein durchdachtes Bedienkonzept. Canons Powershot G15 will ein solches Werkzeug für Fotografen sein. Erkennbar ist das am Preis - 629 Euro -, am markanten, bulligen Design des Aluminiumgehäuses und an den zahlreichen manuellen Einstellmöglichkeiten. Hinzu kommen ein vergleichsweise umfangreiches Zubehörsortiment, darunter Blitzgerät, Filteradapter für das Objektiv sowie Unterwassergehäuse. Nicht zu vergessen die Möglichkeit, Bilder auch im RAW-Format aufzunehmen.

Ob die Powershot G15 tatsächlich die ideale Kamera für Hobbyfotografen ist, soll dieser Praxistest klären.

Scharfe und detailreiche Bilder

Gleich bei den ersten Probefotos wird klar, dass es an der Bildqualität der neuen Canon nichts zu meckern gibt. Die Bilder sind detailreich und scharf, ohne "angeschärft" zu wirken. Farben kommen satt und natürlich, ohne die für Consumer-Digicams typische Übersättigung. Betrachtet haben wir die Fotos auf einem 24-Zoll-Eizo-Monitor in der Einstellung "sRGB".

Ein technisches Schmankerl der neuen Powershot ist das Objektiv, ein auf gute Abbildungsleistung und hohe Lichtstärke getrimmtes, moderates 5fach-Zoom (1:1,8 - 2,8/28 bis 140 Millimeter). Gegenüber dem Vorgängermodell wurde auch der CMOS-Sensor überarbeitet. Der 1/1,7 (7,5 x 5,5 Millimeter) kleine Sensor liefert 12,1 Megapixel, die von Canons Bildprozessor Digic 5 sehr zügig weiterverarbeitet werden, wie der Test zeigt.

Entscheidender als die Frage, ob Fotos ab ISO 1600 vielleicht etwas körnig werden, ist aber das Bedienkonzept. Also die Anordnung der Rädchen, Knöpfchen und Hebelchen, mit denen der Nutzer beim Fotografieren die richtigen Einstellungen wählt - möglichst schnell und möglichst intuitiv.

Das ist den Konstrukteuren der Powershot im Großen und Ganzen durchaus gelungen. Wie schon bei den Vorgängermodellen der G-Serie sitzt hier alles am richtigen Platz. Mit Ausnahme vielleicht des etwas groß geratenen Rads zur Belichtungskorrektur, das man gar nicht so oft benötigt. Sinnvoller wäre es, das sehr oft benötigte Rädchen für die Einstellung der Blende von der Vorderseite hierher zu verlegen.

Gewisse Einschränkungen beim Bedienkomfort ergeben sich dadurch, dass die Powershot G15 eben eine Kompaktkamera ist. Dementsprechend klein fallen die Bedienelemente aus. Sie drängen sich auf der Ober- beziehungsweise Rückseite der Kamera zusammen. Anwender, die sonst mit einer Spiegelreflexkamera (DSLR) arbeiten und alle Einstellmöglichkeiten auch bei der Kompakten nutzen wollen, müssen erst mal ein paar Fingerübungen machen.

Das merkt man beispielsweise beim Zoomen. Das Hebelchen am Auslöser, das als Zoomregler dient, ist einfach zu klein für ein dosiertes und präzises Einstellen des Zooms. Schwierig ist es auch, wie bei einer Spiegelreflexkamera eine definierte Brennweite einzustellen.

Optischer Sucher, aber kein schwenkbares Display

Positiv anzumerken ist, dass die G15 zu den wenigen Kompaktkameras zählt, die noch einen optischen Sucher besitzen. Das ist praktisch, wenn man beispielsweise diskret im Theater knipsen will, ohne dass der Bildschirm den Leute in den Reihen dahinter ins Gesicht leuchtet. Schade nur, dass die G15 kein schwenk- und drehbares LC-Display mehr hat wie noch das Vorgängermodell G12. Das 7,5 Zentimeter (3,0 Zoll) große Display bietet zwar gestochen scharfe Bilder (920.000 Bildpunkte), aber bei ungünstigen Aufnahmepositionen vermisst man das flexibel schwenkbare Display des Vorgängermodells schmerzlich. Ärgerlich.

Canon Powershot G15

  • Bild 1 von 5
  • Bild 2 von 5
  • Bild 3 von 5
  • Bild 4 von 5
  • Bild 5 von 5

Automatik-Modi und Effekte

Die Powershot wartet mit so ziemlich allen Automatik-Modi, Motivprogrammen und Effektfiltern auf, die man auch von preiswerten Digicams für Consumer kennt. Ambitionierte Fotografen haben für solche Features meist nur gutmütigen Spott übrig. Speziell für diese Käuferschicht wäre es sicher besser gewesen, die Entwickler hätten Effekte wie Farbverstärkung, Sepia-Tönung oder Fischauge weggelassen. Das hätte daneben den Vorzug, dass die im übrigen sehr übersichtliche Bedienerführung im Display entlastet wäre, weil der Nutzer mit weniger Optionen konfrontiert wäre. Aber vermutlich befürchtet Canon, dass der Verzicht auf Features am Ende auch Käufer kostet. Schließlich gibt es eine Menge Menschen, die von einer teuren Kamera auch ein Komplettangebot an Features und Funktionen erwarten.

Im Test zeigt sich, dass die Motivprogramme, die sich hinter dem Kürzel SCN ("Spezielle Szenen") verbergen, problemlos funktionieren. Auch in den Händen fotografisch unerfahrener Nutzer entstehen so ansehnliche Bilder. Zu den vordefinierten Szenen gehören beispielsweise Porträts, Nachtaufnahmen ohne Stativ, Unterwasseraufnahmen (sofern man ein Unterwassergehäuse hat) oder Aufnahmen mit Schnee oder Feuerwerk. Nach Voreinstellung der gewünschten Situation richtet die Canon die optimale Belichtung hierfür ein.

Durchweg unterhaltsam sind auch die Effekte und Kreativfilter. Hier stehen Effekte wie Fischauge, Farbverstärker, Nostalgieeffekte wie Sepia- oder Blautönung oder auch Vignettierung wie bei einer Spielzeug- oder alten Lochkamera bereit.

Daneben verfügt die G15 über Raffinessen wie Gesichtserkennung, Lächelautomatik und Blinzel-Timer. Dabei soll die Kamera erkennen, wenn die Person vor der Kamera blinzelt und erst zwei Sekunden danach auslösen. Fotokünstlern, die über solche Funktionen und Effekte die Nase rümpfen, sei gesagt: Ausprobieren, gegebenenfalls unter "nett, aber überflüssig" abhaken und in Zukunft ignorieren.

Automatik-Modus Smart Auto

Keineswegs überflüssig ist hingegen der Automatik-Modus ("Smart Auto"). Die Kombination aus lichtstarkem Objektiv, Mehrfeldmessung und intelligentem Bildprozessor sorgt zuverlässig dafür, dass die meisten Motive auf Knopfdruck ein gutes Bild ergeben, ohne dass man sich groß um die Belichtung kümmern müsste. Sinnvoll ist der Automatik-Modus für Einsteiger, denen es erstmal darauf ankommt, das richtige Motiv im richtigen Moment zu erwischen.

Links zum Thema


Alle netzwelt-Specials

Intel ZTE Grand X IN Ab 1. Februar in Deutschland verfügbar

ZTE, Intel und 1&1 bringen das ZTE Grand X IN auf den deutschen Markt. Ab morgen, 1. Februar, ist das Smartphone mit Intel-Chip hierzulande...

Apple iPhone Table Top Racing Im Kurztest

Es ist angerichtet: Playrise Digitals iOS-Mini-Boliden flitzen zwischen Käsestulle und Sushi-Rolle über den Esstisch.



Forum