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Cloud-Router: Western Digital My Net N900 Central im Test
Mit eingebauter Festplatte für rund 230 Euro

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Mit der My Net-Familie ist auch Western Digital in das WLAN-Router-Geschäft eingestiegen. Das Premium-Modell My Net N900 Central funkt auf zwei Bändern und ermöglicht den Zugriff auf eine interne Festplatte von unterwegs. Ein Kaufvorteil?

Ausgerüstet mit Cloud-Funktionen machen Router Netzwerkspeichern immer mehr Konkurrenz. Netzwelt hat sich einige der neuen Internetgeräte näher angeschaut - den Start macht der Dualband-Router My Net N900 Central von Western Digital.

Router sind mittlerweile echte Alleskönner, die nicht nur für die Herstellung der Internetleitung und Verteilung des Signals im Netzwerk sorgen. Die Hersteller der schnöden Geräte greifen vielmehr ständig aktuelle Trends und Entwicklungen auf und bauen neue Schnittstellen ein.

Aktuellstes Beispiel ist Cloud Computing, also das Abrufen von Diensten über das Internet. Netzwelt hat sich angeschaut, welche Services die Hersteller hierfür in ihren Geräten zur Verfügung stellen. Das Angebot ist vielfältig und lässt sich nicht auf einen Nenner bringen. Es reicht von Cloud-Plattformen wie der Cisco Connect Cloud mit Apps für das Heimnetzwerk bis hin zum Fernzugriff per Smartphone- und Tablet-Software auf an den Router angeschlossene USB-Speichermedien.

Cloud-Router Western Digital My Net N900 Central

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Der Router verfügt über eine interne Festplatte. Mit im Lieferumfang: Ethernet-Kabel und, na klar, auch ein Netzteil. (Bild: netzwelt)

Eingebaute Festplatte für den Mobilzugriff

Insgesamt stellt netzwelt vier Cloud-Router vor, beginnend mit dem Western Digital My Net N900. Die im Juni vorgestellte My Net-Produktfamilie an WLAN-Routern soll sich dank zweier Funkbänder besser fürs Streaming von Multimedia im Heimnetzwerk eignen. Ein Vorteil des getesteten Premium-Modells der Reihe, My Net N900 Central, ist eine eingebaute Festplatte, die per Remote-App auch Zugriff von unterwegs via Smartphone oder Tablet gestattet. Durch den internen Speicher fällt das Modell ein wenig größer aus als andere Router.

Bevor der Zugriff auf die private Cloud aktiviert werden kann, ist zunächst eine Einrichtung des Dualband-Routers notwendig. Dank der übersichtlichen und einfachen Nutzerführung und Bedienung stellt das auch unerfahrene Anwender kaum vor Probleme.

Hardware 4xGigabit-LAN, 1xGigabit-WAN, 1xUSB, Festplatte
WLAN IEEE 802.11 n/b/g/a
WLAN-Sicherheit WPA/WPA2
Funktionen/Protokolle Quality of Service (QoS),
WPS,
SPI -Firewall,
Mac-Adressen- & IP-Filter,
UPnP,
DMZ-Support,
IPv6-Support
iTunes Server
Cloud-Zugriff (App)
gemessener WLAN-Durchsatz im selben Raum: 37 MBit/s (2,4 GHz), 50 MBit/s (5 GHz)
zweiter Raum: 23 MBit/s (2,4 GHz), 36 MBit/s (5 GHz)
gemessener LAN-Durchsatz 150 MBit/s (Download), 92 MBit/s (Upload)
Preis 230 Euro

Messung des WLAN-Durchsatzes

Der Web-Assistent sieht die Einrichtung eines WLANs mit zwei arbeitenden Funkbändern vor, eines im überlasteten 2,4- und eines im weniger stark frequentierten 5 GHz-Bereich. Ab Werk wird ein Passwort zur Verschlüsselung des Funknetzes vorgeschlagen. Die beiden Bänder laufen übrigens zu jeder Zeit parallel, ein mühsames Hin- und Herschalten enfällt. Alternativ zur Einrichtung per Browser steht ein programmbasierter Setup-Assistent für Windows zur Verfügung.

Brutto soll das aufgespannte Funknetz Daten mit einer Geschwindigkeit von jeweils bis zu 450 Megabit pro Sekunde liefern, sowohl im 2,4- als auch 5-GHz-Netz. Im Performance-Test beim Download von Daten machte der Western Digital-Router eine durchweg gute Figur mit Raten von rund 37 Megabit pro Sekunde im 2,4- und von knapp 50 Megabit pro Sekunde im 5-GHz-Bereich im selben Raum. Einen Raum weiter, getrennt vom Router durch eine dicke Wand, maß netzwelt ebenfalls noch gute 23 Megabit pro Sekunde im 2,4- und 36 Megabit pro Sekunde im 5-GHz-WLAN-Netz. Die maximale Leistung der netzwelt-Internetleitung ließ sich demnach gut ausreizen, was natürlich auch von der Konfiguration des internetfähigen Client-Gerätes abhängt, im Fall von netzwelt ein Dell-Ultrabook mit neuem Intel Centrino-Chip für besseren Durchsatz.

Zugriff auf die Festplatte

Der Durchsatz für den Zugriff auf die interne Festplatte war allerdings höchstens befriedigend: Im LAN ergab sich ein Messwert von 150 Megabit pro Sekunde im Down- und rund 92 Megabit pro Sekunde im Upstream. Deutlich weniger Durchsatz lieferte das WLAN mit knapp 70 Megabit pro Sekunde im Down- und 67 Megabit pro Sekunde im Upstream.

Bei Anschluss eines USB-Sticks (nur ein Anschluss!) sanken die Raten erwartungsgemäß weiter in den Keller: Im LAN maß netzwelt knapp 63 Megabit pro Sekunde im Down- und rund 47 Megabit im Upstream. Bei Verbindung per WLAN im 2,4 GHz-Band ergaben sich 36 Megabit pro Sekunde (Downstream) beziehungsweise 35 Megabit pro Sekunde (Upstream). Insgesamt bietet der MyNet N900 Central demnach keinen gleichwertigen Ersatz zu NAS-Systemen, die weit mehr Daten pro Zeit übers Netzwerk schauffeln. Für Anwender, die ihre Netzwerk-Festplatte nicht im Dauerzugriff betreiben, sind die Werte aber mehr als vertretbar.

Apps für alle mobilen Betriebssysteme

Die private Cloud-Funktion des Western Digital-Routers gestattet den Unterwegs-Zugriff per Apps für iOS-, Android- und Windows Phone-Gerätschaften sowie bei Bedarf auch via Webbrowser. Für den mobilen Zugang fügt man unter der Benutzeroberfläche einfach ein Gerät hinzu: Ein Aktivierungscode sichert den Zugriff ab. Offenbar handelt es sich dabei um einen automatischen DynDNS-Zugriff, der das umständliche Anmelden und Konfigurieren erspart. Eine Übersicht im Router-Backend verrät jederzeit, welches Mobilgerät mit dem Speicher verbunden ist.

Sowohl das Miniprogramm WD 2go (iOS, Android, Windows Phone) als auch WD Photos (iOS, Android) machen dabei eine gute Figur. WD 2go dient dabei als App für den Cloud-Zugriff auf Musik, Fotos, Bilder und Dokumente der internen Festplatte sowie bei Bedarf auch auf Skydrive- und Dropbox-Konten. Bestehende Ordner werden dabei auch synchronisiert und Dateien können verwaltet werden: Das Neuanlegen oder Umbenennen von Ordnern ist genauso kein Problem wie das Kopieren, Verschieben oder Löschen von Dateien.

Weitere Funktionen

Der interne App-Player ist recht schlicht aufgemacht, bietet aber auch Vor- und Zurückspielen von Videos. Bilder lassen sich auch mit der zweiten Western Digital-App WD Photos betrachten, die zusätzlich auch den Upload von Fotos des Tablets oder Smartphones auf die interne Festplatte gestattet. Zum Teilen mit Bekannten, Freunden oder Arbeitskollegen bietet sich der Versand von Links per E-Mail an. Können bestimmte Dateien nicht geöffnet werden, stehen Schnittstellen zur Ansicht in anderen Apps zur Verfügung.

Abseits der Cloud-Funktionen bietet der Western Digital My Net N900 einige Standard-Features wie Portweiterleitung, IP- und Mac-Filterung, Quality of Service-Management und einen webbasierten Webfilterdienst als Jugendschutz, der aber eine Registrierung mit E-Mail und Passwort erfordert.

iTunes Server, keine Zeitsteuerung fürs WLAN

Abgerundet wird der Router durch die Einrichtungsmöglichkeit für Gastnetzwerke sowohl im 2,4- als auch im 5 GHz-Bereich. Client-Geräte erhalten dann eine IP-Adresse in einem anderen Adressbereich als das interne Netzwerk und können nicht darauf zugreifen.

Eine Konsole zur Zeitsteuerung des WLANs fehlt leider. Dafür können USB-Speicher und die interne Festplatte als iTunes Server angemeldet werden, wodurch der Zugriff auf Apple-konforme Musikdateien der Festplatte über das Abspielprogramm möglich ist. Anwender müssen also nicht erst umständlich Songs in iTunes importieren. Die Erstellung von Abspiellisten via iTunes Server und My Net N900 Central ist aber nicht möglich.

Fazit

Western Digital hat mit dem My Net Central N900 ein interessantes Gerät zwischen klassischem Router und Netzwerkspeicher vorgestellt. Die Zugriffsraten können aber nicht mit NAS-Systemen mithalten. Dafür ist der WLAN-Durchsatz gut und dank Cloud-Zugriff und Apps des Herstellers lässt sich schnell ein Zugriff auf die interne Festplatte herstellen - eine durchaus charmante Alternative zu Dropbox und Skydrive.

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Mit der My Net-Familie ist auch Western Digital in das WLAN-Router-Geschäft eingestiegen. Das Premium-Modell My Net N900 Central funkt auf zwei Bändern und ermöglicht den Zugriff auf eine interne Festplatte von unterwegs. Ein Kaufvorteil?

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Cloud Computing erweitert die Funktionsvielfalt von Routern. Netzwelt hat sich einige der neuen Geräte näher angeschaut. Die Testreihe startet mit dem My Net N900 Central von Western Digital.
http://www.netzwelt.de/news/94395-cloud-router-western-digital-my-net-n900-central-test.html
2012-11-25 10:28:03
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/gallery/2012/5475/43582.jpg
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