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HTC Desire X im Test
Schwächen bei der Ausstattung

von Jan Kluczniok
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Das HTC Desire war einst das Aushängeschild des taiwanischen Handyherstellers. Doch mit den Neuauflagen und Ablegern HD, Z, S und C sank der einstige Stern in HTCs Produktportfolio immer tiefer. Mittlerweile werden unter dem Namen "Desire" Einsteigermodelle vermarktet. Das HTC Desire X richtet sich dabei an Smartphone-Neulinge mit gehobenen Ansprüchen. Kann der x-te Desire-Aufguss dem Modell wieder Glanz verleihen?

Design und Verarbeitung

Das HTC Desire X behält die Formsprache der Modellserie bei, kombiniert sie aber mit dem modernen Design der One-Serie. Das Desire X wirkt für ein Einsteigermodell äußerst wertig. Fast glaubt der Nutzer ein Unibody-Gehäuse in der Hand zu halten, tatsächlich lässt sich aber die Rückseite des HTC Desire X vom Rest des Smartphones lösen. Die hohe Verarbeitungsqualität äußerst sich auch in Details wie den ausgestanzten Lautsprecherlöchern oder dem geprägten HTC-Logo auf der Rückseite.

Das Gehäuse besteht zwar nur aus Polycarbonat, fühlt sich aber durch eine spezielle Oberflächenbeschichtung sehr angenehm in der Hand an. Die Beschichtung verleiht dem HTC Desire X zudem einen sicheren Halt. Leider ist die Rückseite aber sehr anfällig für unschöne Fingerabdrücke und Fettschlieren.

Hardware

Unter der Haube des HTC Desire X werkelt ein ein Gigahertz starker Dual-Core-Prozessor, damit ist das Modell sogar leistungsfähiger als das Einstiegsmodell HTC One V der Premium-Modellreihe HTC One. Der Prozessor sorgt für eine überwiegend flüssige Bedienung des Smartphones. Vereinzelt kommt es aber auch in den Android-Menüs zu kleineren Rucklern oder längeren Ladezeiten. Für 3D-Spiele wie Shadowgun reicht die Rechenpower ebenfalls aus, auch hier ruckelt es aber hin und wieder.

Im Benchmarkvergleich mit dem Galaxy S3 Mini ist das HTC Desire X zudem einen Tick langsamer. So benötigt es für den Browsertest Sunspider gut 200 Millisekunden länger als das Samsung-Modell, im Systemtest Geekbench schneidet das Desire X mit durchschnittlich 676 Punkten knapp 70 Punkte schlechter ab als Samsungs Einsteigermodell. Im Alltag bemerken dürften diese Unterschiede aber die wenigsten Nutzer. Zumal Shadowgun im Test auf beiden Geräten gleich gut aussah. Allerdings wird das Desire X bei längerem Zocken unangenehm warm, ein Problem, dass das Modell mit dem Premium-Smartphone One X des Herstellers teilt.

Überzeugen kann das Display des HTC Desire X. Der vier Zoll große Bildschirm bietet zwar nur eine Auflösung von 800 x 480 Pixeln, dennoch ist die Darstellung scharf. Farben wirken satt und natürlich, zudem ist das Display sehr hell und bietet einen großen Blickwinkel.

Der interne Speicher misst vier Gigabyte. Knapp ein Gigabyte steht dem Nutzer davon zum Ablegen von Apps zur Verfügung, knapp ein Gigabyte zum Speichern von Musik, Fotos und Videos. Den Rest belegt das System. Der interne Speicher lässt sich aber mittels Speicherkarte erweitern.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des HTC Desire X ist lediglich befriedigend. Nebengeräusche wie etwa Straßenlärm filtert das Gerät kaum beziehungsweise gar nicht. Die Gesprächspartner klangen im Test zudem wenig natürlich. Es kam das Gefühl auf, als würde sich der Konterpart beim Sprechen ein Stück Butterbrotpapier vor den Mund halten. Der Lautsprecher ist zudem für den Freisprechmodus deutlich zu leise. Zum Telefonieren wird eine handelsübliche Mini-SIM-Karte benötigt.

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Das HTC Desire X ist äußerst kompakt gebaut. (Bild: netzwelt)

HTC verbaut im Desire X einen wechselbaren 1.650-Milliamperestunden-Akku. Er soll eine maximale Sprechzeit von bis zu 10 Stunden in einem 3G-Netz ermöglichen. Dieser Wert mutet allerdings sehr hoch gegriffen an. Eine halbe Stunde Spielen von Shadowgun verbrauchte unter ungünstigen Bedingungen (volle Displayhelligkeit, aktiviertes WLAN und Mobilfunkverbindung) auf der Akkuanzeige beispielsweise satte 15 Prozentpunkte. Je nach Nutzungsintensität sollte der Akku also nicht viel länger als anderthalb Tage halten. Einen Energiesparmodus hat HTC nicht integriert.

Multimedia

Auf der Rückseite weist das HTC Desire X eine 5-Megapixel-Kamera auf. Eine Frontkamera fehlt dagegen - dabei kann man eine solche bei einem 299-Euro-Modell durchaus erwarten, ein dicker Minuspunkt also für das Desire X. Weitere Minuspunkte erhält das Desire X zudem für die geringe Videoauflösung - Clips zeichnet das Smartphone maximal in 800 x 480 Pixeln auf. Die rückseitige Kamera liefert brauchbare Fotos, allerdings wirken die Farben im Vergleich zu anderen Modellen leicht verfälscht. Ein mit dem Deisre X gemachtes Beispielfoto finden Sie hier.

Der Lautsprecher des HTC Desire X ist ausreichend laut zur musikalischen Hintergrundbeschallung. Auf mittlerer Lautstärke produziert er auch noch einen angenehmen Klang, bei höheren Lautstärken übersteuert er jedoch leicht. Schließt der Nutzer Kopfhörer an das Modell an, hat er die Möglichkeit, den Klang dank integrierter Beats Audio-Technik weiter zu optimieren. Im Vergleich mit anderen Modellen liefert das Desire X mit Beats ein deutlich besseres Klangerlebnis - vor allem bei basslastigen Songs.

Software

Das HTC Desire X läuft ab Werk mit Android 4.0. Von einem Update auf das neuere Android 4.x Jelly Bean hat HTC bislang nur die Modelle One V und Desire C wegen ihres kleinen Arbeitsspeichers (RAM) ausgeschlossen. Beide Modelle weisen nur 512 Megabyte RAM auf, das HTC Desire X besitzt dagegen 768 Megabyte Arbeitsspeicher. Desire X-Besitzer dürfen sich also Hoffnungen auf ein Update machen - offiziell angekündigt hat HTC ein Jelly-Bean-Update bislang aber nur für die Modelle One S und One X.

Überzogen hat HTC Android 4.0 mit seiner Nutzeroberfläche Sense. Diese bietet auch Desire X-Nutzern einige Funktionen, die zunächst der One-Serie vorbehalten waren - etwa die Möglichkeit, während einer Videoaufnahme auch ein Foto zu schießen. Allerdings fehlt dafür der Videodienst HTC Watch. Dafür bietet das Desire X aber einen speziellen Car-Modus für Autofahrer.

Alternativen zum Modell sind beispielsweise das Samsung Galaxy S3 Mini und das Sony Xperia J.

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netzwelt
5.6
HTC Desire X
Vorteile
  • Beats Audio
  • wertige Verarbeitung
Nachteile
  • starke Wärmeentwicklung
  • mäßige Hardware

Solide, aber kein Glanzpunkt

Das HTC Desire X ist kein neuer Glanzpunkt der Desire-Reihe, sondern vielmehr ein solides Einsteiger-Smartphone. Vorteile des Modells sind die hohe Verarbeitungsqualität und der gute Klang dank Beats Audio-Technik. Dafür lässt das Desire X bei der Ausstattung wiederum einiges vermissen. Störend war auch die hohe Wärmeentwicklung im Test.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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Design und Verarbeitung
7
Ausstattung und Bedienung
5
Sprachqualität
5
Akkulaufzeit
5
Multimedia
6
Einsortierung
HTC Desire X von HTC wurde als Smartphone abgelegt. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, HTC, Smartphone, Review, Android 4.0 und HTC Desire X .
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36566
HTC Desire X im Test
HTC Desire X im Test
Mit dem Desire X setzt HTC die Desire-Reihe fort. An alte Glanztage mag das Modell im Test aber nicht ganz anknüpfen.
http://www.netzwelt.de/news/94384-htc-desire-x-test.html
2012-11-24 10:22:27
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/htc-desire-x-produktbild-114528.png
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