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Kopfhörer im Test: Sony MDR-1R
Geschlossene Studio-Kopfhörer mit hohem Tragekomfort

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Diese Kopfhörer verdienen sich im Test eine Empfehlung: Sonys MDR-1R klingen sehr ausgewogen, passen perfekt und zeugen von viel Liebe zum Detail.

Sonys neuer geschlossener Kopfhörer MDR-1R ist bereits direkt nach dem Auspacken schön, lässt sich wunderbar entspannt über mehrere Stunden hinweg tragen und wartet mit ein paar cleveren Details auf. Ob er auch gut klingt, verrät der Testbericht.

Wer den MDR-1R auf dem Kopf hat, fühlt sich ein wenig wie in einem schnellen Geschäftswagen der Oberklasse. Stundenlang könnte man dank der bequemen Ledersitze, leicht entkoppelt von der Außenwelt dahingleiten, um später entspannt am Ziel anzukommen. Auch Sonys neue, geschlossene Bügelkopfhörer, die es in unterschiedlichen Ausstattungsvarianten gibt, punkten auf den ersten Blick vor allem mit sehr gutem Tragekomfort. Aber auch die Optik spricht an.

Für das an dieser Stelle getestete Modell MDR-1R verlangt Sony im eigenen Online-Shop 249 Euro. Den Kopfhörer gibt es auch in einer kabellosen Bluetooth-Variante unter der Bezeichnung MDR-1RBT (UVP 349 Euro) sowie mit aktiver Geräuschunterdrückung (MDR-1RNC, UVP 399 Euro). Verschiedene Online-Händler bieten die Sony-Kopfhörer durch die Bank weg bereits günstiger an.

Verarbeitung und Lieferumfang

Der Grundaufbau ist bei allen drei Modellvarianten identisch. Das schwarz-rote Testgerät besteht zum großen Teil aus Kunststoff, hinterlässt in den Händen aber einen hochwertigen Eindruck. Der in der Weite verstellbare und sehr weich einrastende Bügel ist mit sehr anschmiegsamem Leder ausgekleidet, ebenso die Ohrmuscheln. All das hinterlässt einen filigranen, aber dennoch robusten Eindruck.

Zwei jeweils 1,20 Meter lange Kabel finden sich im Lieferumfang. Eines davon ist für den Anschluss an iPhone und Co gedacht, denn es verfügt über eine eingebaute Fernbedienung samt integriertem Mikrofon.

Ebenso liegt ein praktischer, mit Samt ausgeschlagener Transportbeutel aus Stoff im Sony-Paket. Das jeweils nicht benötigte Kabel findet dort einen eigenen Platz in einem separaten Fach. Ein Adapterstück zum Anschluss an klassische Stereo-Anlagen fehlt hingegen. Auch ist das Kabel für diesen Einsatzzweck deutlich zu kurz.

Ergonomie

232 Gramm bringt der MDR-1R ohne Kabel auf die Waage. Das prädestiniert den geschlossenen Studio-Kopfhörer auf dem Papier nicht nur für den Heimeinsatz, sondern auch für unterwegs. Diesen Anspruch sieht man augenblicklich erfüllt, sobald man die Kopfhörer aufsetzt. Hier hat Sony eigentlich alles richtig gemacht, die Passform ist sehr gut.

Die weichen Ohrpolster liegen mit dem perfekten Druck an und stören auch nach mehreren Stunden nicht. Kritik gibt es für den vergleichsweise geringen Abstand, den die Treiber zwischen den Ohren lassen. Größer bemessene Lauscher kommen so mit dem nicht so angenehm strukturierten Gitterbezug im Kopfhörerinneren in Berührung. Die Bügelverstellung ist großzügig bemessen, sodass die MDR-1R auch über einer Mütze getragen werden können - gut für strenge Winter.

Das abnehmbare Kabel wird beim MDR-1R an einer recht ungewöhnlichen Stelle befestigt. An der Verlängerung der linken Ohrmuschel befindet sich der Klinkeneingang, in den das Kabel eingesteckt wird. Dann bietet das 1,20 Meter lange, geriffelte Kabel auch im Stehen genügend Reserven, um nicht versehentlich herausgerissen zu werden. Die Struktur der Kabel verhindert zum Einen wirkungsvoll Verknotungen, zum Anderen wird die Übertragung von Kratz- und Störgeräuschen unterbunden.

Sony MDR-1R

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Klare Empfehlung: Der geschlossene Sony-Kopfhörer durchläuft den Testparcours ohne gravierende Schwächen. Allein Bassliebhaber vermissen den Extra-Punch. (Bild: netzwelt)

Klang und Umwelt

Gut fürs Miteinander im öffentlichen Straßenverkehr: Träger des MDR-1R sind nicht vollständig von der Außenwelt abgeschnitten und in ihrer eigenen Welt unterwegs. Wer es mit der Lautstärke nicht übertreibt, hört auch das Klingeln des Fahrradfahrers noch. Zum Glück hält sich auch die Klangkulisse, die der Sony-Kopfhörer an die naheliegende Umwelt abgibt, in Grenzen. Der Nachbar in der U-Bahn bekommt nur dann etwas von der Musik mit, wenn sich der Lautstärke-Regler des MP3-Players im letzt möglichen Viertel bewegt.

Für den Hörtest wurde Sonys MDR-1R sowohl an eine Stereo-Anlage als auch an verschiedene MP3-Player und Smartphones angeschlossen. Überall zeigte sich der Kopfhörer äußerst detailreich und spielfreudig. Stimmen sind präsent, aber auch bei umfangreicheren Arrangements separiert der Testkopfhörer exakt die einzelnen Teilbereiche heraus.

Ganz klar Geschmacksache: Der MDR-1R klingt durch die Bank weg unaufgeregt und neutral, ist zwar bassbetont, könnte tiefe Frequenzen nach Meinung von netzwelt aber noch kräftiger wiedergeben. Der ganz tiefe Punch fehlt ihm, trotz "optimierter HD-Treibereinheit". Bei Rock-Stücken wie "Uprising" von "Muse" fehlte uns der weite Stadion-Rock-Rahmen, minimalistische Töne wie "Island" von "The Whitest Boy Alive" hingegen klingen hervorragend.

Für die Klangausgabe sind zwei mit flüssigkristallinem Polymer beschichtete 40-Millimeter-Membrane zuständig. Diese bilden ein Frequenzspektrum von 4 Hertz bis 80 Kilohertz ab, was den Sony MDR-1R auch zur Wiedergabe von hochaufgelöstem Audio-Material befähigt. Generell merkt man beim MDR-1R Sonys Liebe zum Detail: So sorgen etwa Silikonringe dafür, dass beim Verstellen und Anpassen von Ohrmuscheln und Bügel kaum störende Geräusche ans Ohr des Besitzers dringen - gut gemacht!

Fazit

Sehr hoher Tragekomfort, viel Liebe zum Detail sowie ein fein aufgelöster und wenig aufdringlicher Klang verhelfen dem Sony MDR-1R zu einer Kaufempfehlung. Lediglich Liebhaber des extrem kräftigen Punchs aus dem Frequenzkeller könnten vom Klang des Test-Kopfhörers enttäuscht sein. Auch Freunde des Stadion-Rocks wünschen sich an der ein oder anderen Stelle ein Quäntchen mehr Fülle.

Online unterschreiten bereits diverse Anbieter Sonys unverbindliche Preisempfehlung für den MDR-1R von 249 Euro deutlich. Bei amazon.de etwa wird er derzeit für knapp über 200 Euro gehandelt. Neben dem getesteten Modell in schwarz-rot sind auch noch andere Farbkombinationen erhältlich.

Was sie grundsätzlich beim Kofhörer-Kauf beachten sollten, hat netzwelt an dieser Stelle für Sie zusammengefasst.

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Kopfhörer im Test: Sony MDR-1R
Kopfhörer im Test: Sony MDR-1R
Bald ist Weihnachten: Ein schönes Geschenk für Audio-Liebhaber könnten Sonys geschlossene Studiokopfhörer MDR-1R sein, die netzwelt getestet hat.
http://www.netzwelt.de/news/94378-kopfhoerer-test-sony-mdr-1r.html
2012-11-19 16:57:15
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Kopfhörer im Test: Sony MDR-1R