Eine Science-Fiction-Gruselgeschichte

Verkehrte Netzwelt: Terror aus dem Kryonik-Labor

Was gibt es heimeligeres als einen grauen, verregneten November? Tage, an denen um vier Uhr nachmittags schon die Sonne untergeht und der Nieselregen einen nach Hause treibt, sind gute Tage für Gruselgeschichten. Die Verkehrte Netzwelt hat ihnen eine mitgebracht. Für Liebhaber von Sci-Fi-Trash. Und für starke Nerven.

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Gruseliges in der grauen Herbstzeit, liefert diese besondere Verkehrte Netzwelt. (Bild: netzwelt)
Gruseliges in der grauen Herbstzeit liefert diese besondere Verkehrte Netzwelt. (Bild: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Durchbruch in der Kryo-Technik
  2. 2Neurodaten auf Festplatte
  3. 3Triumph der Hightech-Medizin
  4. 4Die ersten Probleme
  5. 5Kernschmelze in Deutschland
  6. 6Bizarrer Amoklauf
  7. 7Epilog

Als das Grauen vorbei war, stellten alle dieselben Fragen. Warum waren sie angegriffen worden? Waren diejenigen, die sie angegriffen hatten, wirklich Menschen gewesen? Warum hatten sie die Notabschaltung im Kernkraftwerk unterbrochen? Steckte vielleicht doch ein Computervirus dahinter?

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Durchbruch in der Kryo-Technik

Vor einem halben Jahr noch war alles in bester Ordnung gewesen. Es hatte hoffnungsvoll ausgesehen. Medizin, Kryonik und Computertechnik hatten in den letzten Jahrzehnten fantastische Fortschritte gemacht.

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Vor sechs Monaten war es dann so weit gewesen. Im Labor des Medizintechnik-Giganten Cold Life in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern trat das Projekt New Life in die entscheidende Phase. Das Unternehmen hatte seinen Sitz und sein Kryo-Labor in Greifswald gewählt, da die dort ansässige renommierte Universität den Zugriff auf begabten wissenschaftlichen Nachwuchs versprach.

Es war Dienstag, der 10. Mai 2230, 11 Uhr 15. Ein historisches Datum. Professor Dr. Bindinger begann, den Körper von Hans-Dieter Schnebel aus dem Kälteschlaf im Kryotank aufzuwecken. Fast 150 Jahre lang hatte der Körper bei minus 130 Grad Celsius in Flüssigkeit geschwebt.

Zwei Monate lang wurde langsam, Liter für Liter der flüssige Stickstoff aus dem Körper gepumpt und ebenso langsam durch echtes Blut ersetzt. Gleichzeitig wurde der Körper schrittweise aufgetaut und erwärmt. Gegen Ende der Prozedur schnitt ein ferngesteuerter Chirurgie-Roboter den Brustkorb auf und setzte dem Körper ein künstliches Herz ein. Experimente mit der Reanimation von echten Herzen hatte man nach Jahrzehnten erfolgloser Versuche aufgegeben. Das Herz war einfach ein zu empfindliches Organ.

Das künstliche Herz war aus einem neuartigen elastischen Metall. Das Design stammte von Toshiba Health Care, die Akkutechnik von Samsung Long Life, die Prozessorintelligenz, die den Herzschlag hundert Mal pro Sekunde anpasste, vom Chipkonsortium Human Tech, das von den Unternehmen Intel, Qualcomm und AMD gebildet worden war.