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Philips Cinema 21:9 58 PFL 9956 H im Test
Extrabreites Filmvergnügen

von Florian Friedrich Uhr veröffentlicht

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Kino-Feeling für das Wohnzimmer will der Philips Cinema 21:9 bieten. In erster Linie durch das Cinemascope-Format. Wie sich der besonders breite 3D-Fernseher im Praxistest schlägt, zeigt der Testbericht.

Philips setzt gern auf das Außergewöhnliche - besonders beim TV-Spitzenmodell Cinema 21:9 58 PFL 9956 H, das auf die Wiedergabe von Cinemascope-Filmen im echten 21:9-Kinoformat spezialisiert ist. Allerdings sollte auch das Portemonnaie extrabreit sein: Stolze 4.200 Euro verlangen die Holländer für den 58-Zöller. Ein Praxistest.

Ausstattung

Das Flaggschiff von Philips‘ 21:9-Serie hebt sich mit seinem breiten Display nicht bloß optisch von der Konkurrenz ab, sondern auch technisch. So sind bereits in puncto Auflösung Unterschiede festzustellen. Um nämlich die im Format 2,39:1 aufgezeichneten Hollywood-Streifen perfekt zur Geltung zu bringen, löst der Cinema 58 PFL 9956 H in der Horizontale 2.560 statt der üblichen 1.920 Pixel auf - vertikal bleibt es bei den 1.080 Bildpunkten. Zur Optimierung des Kontrasts verfügt die LED-Hintergrundbeleuchtung über einzeln ansteuerbare Zonen (Local-Dimming-Technik). Natürlich darf das stimmungsvolle Ambilight, das zum Beispiel die Farben des Randbilds an die Wand projiziert und so im Dunkeln die Augen schont, nicht vergessen werden. Der TV-Empfang erfolgt über einen eingebauten Universaltuner inklusive CI+.

Der Fernseher mit dem 21:9-Bildformat ist stattliche 146 Zentimeter breit. Der Sockel lässt sich auch als Wandhalterung verwenden.

Für den 3D-Genuss legt Philips zwei Shutterbrillen bei, die sogar den Game-Modus unterstützen. Dabei nutzt der Fernseher die beiden Teilbilder, um zwei Spieler jeweils mit einem eigenen Bild zu versorgen - wie gut das in der Praxis funktioniert und ob die dreidimensionale Darstellung allgemein überzeugt, verraten wir später. Für die Unterhaltung zwischendurch sorgen zahlreiche Multimedia-Features: Angefangen bei der Wiedergabe eigener Dateien von Discs, per USB oder via Netzwerk-Stream über den integrierten Webbrowser bis hin zum hauseigenen Net-TV-Portal bietet der Cinema 58 PFL 9956 H hier eine sehr üppige Ausstattung. Letzteres beinhaltet unter anderem TV-Mediatheken, weltweiten Webradio-Empfang sowie YouTube. Ach ja: Soweit verfügbar, werden YouTube-Videos in HD-Auflösung und im 21:9-Format gezeigt.

Handhabung und Klang

Sehr experimentierfreudig zeigt sich Philips nicht nur beim Design, sondern (leider) auch in Sachen Bedienung. So ist der mitgelieferte Signalgeber nicht rechteckig, sondern oval. Darüber hinaus besitzt er horizontal statt vertikal angeordnete Programm- und Lautstärkewippen, was für die meisten Nutzer Neuland sein dürfte. An Direkttasten wurde leider gespart. Ebenso wirft die verschachtelte Bedienoberfläche hin und wieder Fragen auf. Immerhin ist die Senderliste praxisgerecht vorsortiert, obgleich der mosaikartige Aufbau etwas unübersichtlich wirkt. Immerhin lassen sich die Programme mittels Optionstaste alphabetisch ordnen, so dass die Suche nach bestimmten TV-Sendern kinderleicht gelingt.

Wie von einem modernen Luxusfernseher zu erwarten, besitzt der Cinema 58 PFL 9956 eine USB-Aufnahmefunktion. Auf diese Weise können Filme und Lieblingssendungen direkt auf eine externe Festplatte oder einen USB-Stick aufgezeichnet werden. Allerdings stellt die Timer-Programmierung per EPG eine gewisse Herausforderung dar: Weiter hinten platzierte Sender lassen sich nur sehr umständlich vormerken, da die Programmliste im Timer stets auf die erste Position statt auf den ausgewählten, gerade laufenden Kanal springt. Hier wäre ein separater HDTV-Receiver mit Direktaufnahme wohl die bessere Alternative. Dafür überzeugt der Klang umso mehr: Der Philips besticht durch kräftige Bässe und saubere Höhen, die für Fernseher eher unüblich sind. Aufgrund der nach hinten abstrahlenden, mittig platzierten Lautsprecher klingen die Mitten aber etwas verwaschen.

Sehtest SDTV und HDTV

Klassische TV-Programme kommen in den beiden Voreinstellungen "isf-Tag" und "isf-Nacht" am besten zur Geltung, da hier die natürlichste Farbwiedergabe erzielt wird. SDTV-Kanäle werden dabei fast perfekt feingezeichnet, während HD-Sender bereits standardmäßig - sprich: ohne jegliche Korrekturen - eher sauber aussehen. Die "Auto Zoom"-Funktion des Cinema 58 PFL 9956 H macht die Formattaste auf der Fernbedienung fast überflüssig, da sie alle Bildformate von 4:3 über 16:9 bis hin zu 21:9 (Cinemascope) automatisch korrekt darstellt.

Philips Cinema 21:9 58 PFL 9956 H

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In die Breite gezogen: Vom linken bis zum rechten Rahmen misst der Cinemascope-Fernseher stattliche 146 Zentimeter. Der kompakte Sockel ist auch als Wandhalterung verwendbar. (Bild: netzwelt)

Bedauerlicherweise lässt die DVD-Vollbildwandlung gelegentlich zu wünschen übrig. Zum Beispiel treten in der Strandszene des Streifens "Sechs Tage, sieben Nächte" sichtbare Flimmereffekte entlang der Liegestühle auf. Nichtsdestotrotz holt der Fernseher aus per HDMI zugespielten 576i-Signalen ein extrem feines Bild heraus. Zu seinen größten Stärken gehört aber die Bewegungsdarstellung, was vor allem den beiden Verbesserungstechnologien "Clear LCD" und "Perfect Natural Motion" zu verdanken ist. Der Glättungseffekt lässt sich mittels Regler anpassen. Einzig extrem schnelle Motive und rasante Kameraschwenks machen dem Cinema 58 PFL 9956 H zu schaffen.

Obwohl Full-HD-Modelle im klassischen 16:9-Seitenverhältnis einen subjektiv höheren Schärfeeindruck erzielen, überzeugt Philips‘ 21:9-Fernseher auf seine Weise. Hierzu gehört insbesondere das große Cinemascope-Bild ohne schwarze Balken. Ebenso gefällt die exzellente Kontrastwiedergabe dank Local-Dimming-Technologie. Leider arbeitet die Schaltung nicht immer makellos, zumal sie bei Spitzlichtern häufig übersteuert. Durch Abschalten reduziert sich der Im-Bild-Kontrast auf 2.800:1 - kein guter Kompromiss. Schade, dass der "Auto Zoom"-Modus das Bild selbst dann skaliert, wenn es gar nicht nötig ist und so feinen Mustern die Schärfe nimmt. Lob verdient die präzise Farbdifferenzierung, die speziell in dunklen Szenen für eine imposante Tiefenwirkung sorgt.

3D-Bildqualität

In der dritten Dimension besticht der 58 PFL 9956 H durch hohe Schärfe sowie starke Kontraste. Dabei erzeugt er mit 50 Candela pro Quadratmeter (cd/m²) noch ein ausreichend helles Bild für gedimmte Umgebungen. Die mitgelieferten Shutterbrillen des Typs PTA 516 sind ausgesprochen leicht und bieten so einen optimalen Tragekomfort. Außerdem beherrschen sie den eingangs erwähnten Game-Mode, in dem die beiden Spieler je ein eigenes anstatt ein in zwei Hälften geteiltes Bild zu sehen bekommen. Die getrennte Darstellung geht jedoch mit teils starkem Übersprechen und einem gestreckten Bildformat einher, was das Spielerlebnis trübt. Ebenfalls verbesserungswürdig ist die 2D-zu-3D-Konvertierung, da das künstlich generierte 3D-Bild etwas unscharf wirkt.

Fazit: Überlegene Überbreite

Weg mit den schwarzen Balken, her mit dem ultimativen Heimkino-Vergnügen! Der Philips Cinema 21:9 58 PFL 9956 H macht den Filmabend dank des breiten Cinemascope-Formats, der exzellenten Kontrastdarstellung und der natürlichen Farbwiedergabe zu einem echten Erlebnis, wobei das rückseitige Ambilight die Augen schont. Als Mankos sind lediglich die relativ starken Artefakte der Local-Dimming-Schaltung und das gewöhnungsbedürftige Bedienkonzept zu nennen. Der Test zum Vorgänger-Modell, Philips Cinema 21:9 58 PFL 9955 H, ist hier zu finden.

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Mit einem Format von 21:9 präsentiert sich der Philips Cinema 21:9. Ob das breite Cinemascope-Format in der Praxis überzeugt, zeigt der Test.
http://www.netzwelt.de/news/94361-philips-cinema-21-9-58-pfl-9956-h-test.html
2012-11-20 12:13:16
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/fernseher-219-bildformat-stattliche-146-zentimeter-breit-sockel-laesst-wandhalterung-verwenden-bild-netzwelt-17099.jpg
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