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All in: Sony Vaio L im Test
3D ohne Brille und jede Menge mehr

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Dieser All-In-One-PC aus Sonys Vaio L-Serie kann fast alles: 3D ohne Brille, Surround Sound, Fernsehprogramm darstellen. Genau das wird dem 2.000 Euro teuren Rechner im Test allerdings zum Verhängnis.

All in, wie beim Pokern - das Ding kann fast alles: Sonys Vaio L-Serie verfügt über einen 24 Zoll großen, 3D-fähigen Multitouch-Bildschirm mit Gestensteuerung, Blu-ray-Laufwerk, Surround-Sound, Fernsehempfang, großzügigen Festplattenplatz und jede Menge mehr. Sony nennt den Rechner den "ultimativen All-In-One Home Entertainment PC". Dem geht netzwelt im Test auf den Grund.

Alles drin, alles dran, all in: Sony packt in den SVL2412Z1E der Vaio L-Serie alles, was technisch machbar ist.

Die Idee ist nicht schlecht, wenn auch nicht neu: Statt Fernseher, Receiver, Blu-ray-Player und PC getrennt voneinander aufzustellen und zu betreiben, könnte dies doch auch ein einziges Gerät erledigen. Genau hier setzt Sony mit der Vaio L-Serie an.

Behält man dies im Hinterkopf, ist das Testgerät mit einer Gehäusedicke von etwa 4,5 Zentimetern außerordentlich kompakt. Andere All-In-One-PCs sind zwar schlanker, Apples neue iMac-Generation etwa, bieten aber bei Weitem nicht das Funktionsspektrum des Testgeräts. Zudem gibt Sony der Vaio L-Serie aktuelle Technik aus den hauseigenen Bravia-Fernsehern mit auf den Weg, die für ein sehr gutes Bild sorgen soll.

All das sieht man dem Rechner auf den ersten Blick kaum an. Je länger man ihn jedoch betrachtet, desto mehr Ausstattungsdetails werden ersichtlich. Die vielen Knöpfe etwa, die Sony rund um den Bildschirmrahmen verteilt, deuten darauf hin. Das Ganze ruht auf einem soliden Standfuß aus Aluminium, dessen Verstellmöglichkeiten allerdings begrenzt sind. Das Variieren der Höhe ist überhaupt nicht vorgesehen, der gesamte Rechner lässt sich lediglich um wenige Grad nach hinten neigen. Da haben andere All-In-Ones mit Touchscreen, wie Lenovos IdeaCentre A720, wesentlich mehr auf dem Kasten.

Sony Vaio L im Test

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Alles drin, alles dran, all in: Sony packt im SVL2412Z1E der Vaio L-Serie alles, was technisch machbar ist. (Bild: netzwelt)

Die Verarbeitung des Sony Vaios gibt kaum Anlass zur Kritik, auch wenn das schwarze Klavierlack-Finish nicht jeden Geschmack treffen dürfte. Auf dem Schreibtisch stehend fügt sich der Rechner jedenfalls gut in Wohnlandschaften ein.

Lieferumfang und Ausstattung

Der Lieferumfang ist üppig: Im Karton finden sich neben dem Netzteil und umfangreicher Dokumentation noch eine Fernbedienung im Fernseher-Stil, eine gelungene, kabellose Tastatur mit knackigem Druckpunkt sowie eine kabellose Maus. Für die Peripherie legt der japanische Hersteller einen Mini-USB-Empfänger bei, der permanent einen USB-Anschluss blockiert.

Beim von Sony zur Verfügung gestellten Testgerät handelt es sich um das Flaggschiff der Reihe mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1.999 Euro. Wer auf einige Ausstattungsdetails verzichten kann oder mit weniger Festplattenkapazität auskommt, kann sich die weniger hochwertig bestückten Modelle der Serie anschauen, deren Preis bei 1.199 Euro beginnt.

Im hier getesteten Modell mit der wenig knackigen Bezeichnung SVL2412Z1E steckt ein Intel Core i7-Chipsatz der aktuellen Generation, der Prozessor hört auf die Bezeichnung 3630QM und verfügt über eine Basis-Taktrate von 2,4 Gigahertz (Turbo Boost bis zu 3,4 Gigahertz). Ihm zur Seite stehen acht Gigabyte DDR3 SDRAM, die auf einem Sockel sitzen. Maximal sind bis zu 16 Gigabyte Hauptspeicher möglich.

Als Grafikeinheit kommt Nvidias GeForce GT 640M mit einem eigenen Speicher von zwei Gigabyte zum Einsatz. Die Festplattengröße der herkömmlichen HDD beträgt im Testfall zwei Terabyte, wovon im Auslieferungszustand noch 1,78 Terabyte frei waren - denn neben Windows 8 installiert Sony noch jede Menge weitere Software ab Werk.

Beim Display handelt es sich um Sonys Vaio-Plus-Display, welches im Testmodell sogar noch 3D-Inhalte anzeigen kann, ohne dass dafür eine Brille notwendig ist. Die Diagonale beträgt 24 Zoll (61 Zentimeter), die Auflösung gute 1.920 x 1.080 Bildpunkte (Full HD). Das Seitenverhältnis von 16:9 deutet bereits auf die von Sony versprochene Heimkino-Tauglichkeit hin.

Die Anschlüsse verteilt Sony rund um das Gehäuse. Die "Assist-Taste" ruft ein Sony-eigenes Wartungsportal auf.

Auch auf der Anschlussseite ist Sonys All-In-One (AIO) gut bestückt. So finden sich unter anderem drei USB-3.0-Anschlüsse, ein USB-2.0-Anschluss mit Ladefunktion für Gadgets sowie zwei weitere USB-2.0-Schnittstellen. Hinzu kommen Kartenleser, Mikro- und Kopfhöreranschluss, HDMI-Ein- und Ausgang, Composite Video-Eingang und Ethernet-Anschluss. Die vollständige Ausstattungsliste des getesteten Vaio-Modelles finden Sie an dieser Stelle.

Dank integriertem DVB-T-2-Tuner, Bravia-Engine und riesiger Festplattenkapazität eignet sich das Testgerät auf dem Papier gut als Fernseher-Ersatz in nicht allzu großen Räumen. Denn eine Bildschirmdiagonale von 24 Zoll ist für einen AIO normal, für einen Fernseher jedoch verhältnismäßig knapp bemessen. Leider befindet sich im Lieferumfang auch keine DVB-T-Antenne.

Nach einem kurzen Senderdurchlauf fand die L-Serie alle im Hamburger Stadtbezirk üblichen Sender. Vor allem die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung gefällt nun. Ein Druck auf die Eingangs-Taste links oben reicht aus, um vom PC-Bildschirm auf das aktuelle Fernsehprogramm zu wechseln. Der Umschalt-Vorgang dauert nur etwa vier Sekunden. Schade, dass Sony der L-Serie nicht eine Fernbedienung mit Steuerungsmöglichkeit für den PC-Betrieb mitgibt. So ist sie für den PC-Betrieb nur sehr eingeschränkt verwendbar.

Die Elektronische Programmzeitschrift (EPG), Videotext und viele Untermenüs mit zig Einstellmöglichkeiten vom Timer über programmierte Aufnahmen bis hin zu Szenenprogrammen stehen denen von waschechten Fernsehern in nichts nach. Wer den AIO zum Aufzeichnen von Fernsehprogramm verwenden möchte, muss jedoch in eine zusätzliche, externe Festplatte investieren, die über einen separaten USB-Eingang auf der Rückseite angeschlossen wird. Es ist nicht ohne weiteres möglich, für diesen Zweck die bereits verbaute HDD zu verwenden.

Bild- und Soundqualität

Farben stellt der 24-Zöller auffällig lebendig dar. Wem dies nicht zusagt, kann eines von acht Farb-Presets über das Menü auswählen. In der "Auto"-Einstellung gelingt dem Vaio die Farbabstimmung unserer Meinung nach aber gut. Ähnlich wie beim grundsätzlich vergleichbaren Lenovo IdeaCentre A720 sind auch auf dem Sony-Monitor deutlich einzelne Pixel erkennbar, wenn man den empfohlenen Abstand unterschreitet. Im Vergleich zum Lenovo löst der Vaio aber dennoch feiner auf.

Bitte Abstand halten: Bei zu geringer Entfernung werden deutlich Pixel erkennbar.

Aber auch diesem Display hätten mehr Pixel gut zu Gesicht gestanden. Einen direkten Einfluss der verbauten Bravia-Technik samt separatem Grafikchip mit "X-Reality-Technologie" konnte netzwelt mit bloßem Auge nicht feststellen. Den Spagat zwischen Fernseher und Arbeits-PC bekommt die Anzeige aber gut hin.

Beeindruckend für einen AIO-PC ist die Klangqualität, die der Test-Vaio abgibt. Dank S-Force Front Surround-Technik inklusive Subwoofer kommt fast schon Heimkino-Gefühl auf. Auch bei hohen Pegeln übersteuert das Stereo-System nicht. Wer nicht gerade Dauerpartys feiert oder Liebhaber klassischer Stereo-Anlagen ist, kann sich die Anschaffung zusätzlicher Lautsprecher sparen.

3D ohne Brille

Auf Knopfdruck wandelt der Vaio-PC 2D-Inhalte in 3D-Inhalte um. Allerdings ist es nach wie vor nicht ganz einfach, an passendes 3D-Material zu kommen. Das normale Fernsehsignal etwa lässt sich auf diese Art und Weise nicht dreidimensional darstellen. Für den räumlichen Bildeindruck ist dafür keine separate Brille notwendig, was dem SVL2412Z1E auf Anhieb Sympathie-Punkte einbringt. Die günstigeren Varianten der Vaio L-Serie verfügen übrigens nicht über die 3D-Funktion.

Und das ist auch nicht sonderlich tragisch, denn von einem hohen Mehrwert zu sprechen, wäre übertrieben. Die Umwandlung von 2D auf 3D gelingt dem Testgerät nicht zufriedenstellend. Zwar entsteht ein räumlicher Bildeindruck, wenn man eine bestimmte Position vor dem 24-Zöller einnimmt. Dank Kamera-Tracking lässt sich diese auch variieren. Dennoch treten störende Doppelkonturen auf. Bei nativem 3D-Material sieht es besser aus, aber auch hier scheint die Technik noch nicht ausgereift. "3D ohne Brille" steckt noch in den Kinderschuhen - und das merkt man beim Sony Viao L.

Leistung

Im Alltagsbetrieb kommt das System dank Intel Core i7 und üppiger RAM-Ausstattung kaum an seine Grenzen. Surfen, Bildbearbeitung, Spielen: All das ist problemlos möglich. Unter Cinebench 11.5 erreicht die Konfiguration im CPU-Test 5,96 Punkte. Beim OpenGL-Test erreicht die Grafikkarte 37,47 Bilder in der Sekunde. Gute, aber keinesfalls berauschende Ergebnisse.

Beim Spielen aktueller Titel mussten wir zudem oft Werte für Detailabbildung, Schatten und Effekte herunterdrehen, da ansonsten kein flüssiges Gameplay möglich war. Zudem installiert Sony ab Werk jede Menge Zusatzsoftware, die das System bereits kurz nach dem Auspacken lähmt.

Zum Vergleich: Dells XPS One 27 mit Core i7 erreichte im August-Test von netzwelt mit 6,67 beziehungsweise 41,85 bessere Werte. Lenovos IdeaCentre A720 erreichte zwar einen besseren CPU-Wert, muss allerdings bei der Grafik hintenanstehen.

Gestensteuerung

Nicht nur über Touchscreen, Maus und Tastatur lässt sich der Vaio steuern. Auch über die eingebaute Frontkamera ist dies möglich, sogar völlig berührungslos. Im Test erweist sich diese Funktion allerdings als Spielerei. Unter Chrome und Internet Explorer lässt sich lediglich der Seitenwechsel steuern, beim Media Player kann man die Lautstärke mit einer Geste in der Luft verändern.

Dies mag Freunde und Bekannte vielleicht beeindrucken, wenn man ihnen diese Funktion vorführt. In der Test-Praxis verspürten wir allerdings nur wenig Verlangen, den AIO dauerhaft auf diese Art zu bedienen.

Erweiterbarkeit

Entfernt man eine rückseitige Kunststoffabdeckung, gibt der Vaio den Blick auf einen "Service-Bereich" frei. Unter anderem finden sich hier Befestigungspunkte für eine Wandhalterung.

Auf Knopfdruck wandelt der Vaio 2D-Inhalte in 3D-Inhalte um. Das Ergebnis ist aber wenig zufriedenstellend.

Aber auch der Arbeitsspeicher und die Festplatte lassen sich auf diese Weise nach Lösen von nur wenigen Schrauben vom Nutzer selbst austauschen. Dennoch gilt es natürlich zu bedenken, dass All-in-One-PCs schlechter zu erweitern und zu reparieren sind als andere Desktop-Computer. Vor allem wer plant, die L-Serie als Fernseher-Ersatz einzusetzen, sollte bedenken, dass beim Ausfall einer Komponente unter Umständen auch auf die anderen Funktionen nicht mehr zugegriffen werden kann.

Ausstattungsvarianten und Preise

Derzeit stehen sechs Grundversionen von Sonys aktueller L-Serie im Sony Shop bereit, die von netzwelt an dieser Stelle getestete Variante SVL2412Z1E ist mit einem Preis von 2.000 Euro die teuerste.

In der Basiskonfiguration ist die L-Serie, dann unter der Bezeichnung VPCL22K1E, zum Preis von 1.200 Euro erhältlich. Dann stecken im gleichen Gehäuse ein Core i5-Prozessor der zweiten Generation, vier Gigabyte RAM und 750 Gigabyte Festplatten-Kapazität. Auf der Sony-Homepage wird diese Variante noch mit Windows 7 als OS geführt. Unser Testgerät hatte hingegen bereits das aktuelle Windows 8 installiert. Die Basis-Version verfügt auch nicht über das 3D-fähige Display.

Sämtliche Ausstattungsvarianten und Bezugsquellen finden Sie an dieser Stelle direkt bei Sony.

Fazit

Die von netzwelt getestete Premium-Variante der L-Serie bietet zu viele technische Spielereien, als dass man das System mit dieser Ausstattung empfehlen könnte. Der Nutzen des 3D-Displays ist aufgrund der nicht zufriedenstellenden Anzeigequalität gering, die Gestensteuerung im Ansatz nett, aber ebenfalls noch nicht ausgereift. Trotz Core i7-Prozessor kam der Wunsch nach mehr Gesamtleistung auf.

Das ändert an der grundsätzlich gelungenen Mischung aus Fernseher und PC aber wenig. Das Bild ist gut, das Umschalten zwischen PC- und Fernsehbetrieb flüssig und der Klang hervorragend. Jedoch sollten Interessierte auf die Top-Ausstattung verzichten und ein Modell ohne 3D-Funktionalität wählen.

Als Windows-basierte Alternative bietet sich der ebenfalls Touch-fähige Lenovo IdeaCentre A720 an. Auch Dells hübscher iMac-Ableger XPS 27 ist einen Blick wert, bietet aber keinen Touchscreen.

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Fast wie beim Pokern: Sony schmeißt beim SVL2412Z1E der Vaio L-Serie alles in den Ring, was technisch machbar ist.
http://www.netzwelt.de/news/94354-all-sony-vaio-l-test.html
2012-11-16 17:01:43
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All in: Sony Vaio L im Test