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Microsoft Surface: Klage wegen irreführender Speicherplatzangaben
Illegale Werbeaussage nach deutschem Recht

von Stephan Porada Uhr veröffentlicht

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Microsoft ist in den Vereinigten Staaten verklagt worden. Der Grund sind irreführende Angaben beim verfügbaren Speicherplatz der Surface-Tablets. Nach deutschem Recht könnte es sich dabei um eine illegale Werbemaßnahme handeln.

Laut Medienberichten verklagt ein kalifornischer Anwalt Microsoft. Der Grund: Sein gekauftes Surface-Tablet stellt ihm nicht die beworbenen Speicherkapazitäten zur Verfügung. Dass Geräte dem Nutzer weniger Speichervolumen bereitstellen, als in der Werbung suggeriert wird, ist in der Branche weit verbreitet. Nach deutschem Recht könnte dieser Umstand nun jedoch theoretisch Folgen für Microsoft haben.

Der zur Verfügung stehende Speicherplatz von Surface ist erheblich kleiner als beworben.

In den USA klagt ein Anwalt gegen Microsoft. Der Grund: Sein gekauftes Surface-Tablet bietet deutlich weniger Speicherplatz, als in der Werbung suggeriert worden war. Der Anwalt fühlt sich von den Werbeaussagen des Softwareriesen getäuscht und will Schadensersatz. Auch netzwelt stellte beim Surface RT-Test fest, dass das Microsofts-Tablet erheblich weniger Speicherplatz bietet, als in der Werbung vermittelt wird. Bei der 32-Gigabyte-Version des Tablets aus Redmond wird knapp die Hälfte des angegebenen Speichervolumens bereits durch das Betriebssystem belegt und steht dem Nutzer nicht zur Verfügung. Auch bei der Variante mit 64 Gigabyte ist der frei verfügbare Platz zum Speichern von eigenen Daten erheblich minimiert. Insgesamt verringert sich der Platz hier auf 46 Gigabyte.

In der Branche üblich

Dass Unternehmen bei ihren Geräten mehr Speicherplatz angeben, als diese im Endeffekt dem Nutzer zum Bespielen bereitstellen, ist eine gängige Praxis. Verantwortlich sind hierfür zum einen die unterschiedlichen Interpretationen des Begriffs Gigabyte. Microsoft und andere Hersteller definieren einen Gigabyte als 1.000 Megabyte, doch Geräte wie das Surface-Tablet sehen 1.024 Megabyte als einen Gigabyte an. Dies hängt damit zusammen, dass das Betriebssystem binär mit Speicherplatz rechnet. Im Endeffekt ist dadurch weniger Volumen verfügbar als behauptet.

Zum anderen kommt im Fall von Surface noch hinzu, dass das Betriebssystem Windows RT erheblich mehr Platz einnimmt als Systeme der Konkurrenz. Ein iPad 4 mit 64 Gigabyte internem Speicher und iOS 6.0 verfügt im frisch aufgesetzten Zustand über knapp 58 Gigabyte Volumen. Das ist wesentlich mehr Kapazität, als das Microsoft-Tablet im Werkszustand bietet. Zudem ist im Microsoft Online-Shop kaum ersichtlich, wie viel Volumen von den angepriesenen Speichermengen tatsächlich zur Verfügung steht.

Nach deutschem Recht wettbewerbswidrig

Der Medienrechts-Anwalt Chrisitian Solmecke von der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke hält die Praxis von Microsoft daher zumindest nach deutschem Recht für eine illegale Werbemaßnahme. Seiner Aussage nach werden Nutzer mit falschen Speicherplatzangaben gelockt, deren Erwartungen nicht erfüllt werden. Eine Rückgabe des Geräts aufgrund dessen wäre in Deutschland also möglich, da es nicht die zugesicherten Eigenschaften habe, erklärte Solmecke gegenüber netzwelt.

Wie der jetzige Fall in den Vereinigten Staaten ausgeht, ist aber noch nicht abzusehen. Ob der ganze Vorgang auch Folgen für andere Hersteller hat, bleibt daher abzuwarten.

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Microsoft ist in den Vereinigten Staaten verklagt worden. Der Grund sind irreführende Angaben beim verfügbaren Speicherplatz der Surface-Tablets. Nach deutschem Recht könnte es sich dabei um eine illegale Werbemaßnahme handeln.

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Microsoft Surface: Klage wegen irreführender Speicherplatzangaben
Das Surface-Tablet wartet mit irreführenden Speicherplatzangaben auf. Jetzt wird Microsoft daher verklagt. Der Ausgang des Prozess ist noch ungewiss.
http://www.netzwelt.de/news/94349-microsoft-surface-klage-wegen-irrefuehrender-speicherplatzangaben.html
2012-11-15 15:43:28
News
Microsoft Surface: Klage wegen irreführender Speicherplatzangaben