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Mobile AirPlay-Box: Libratone Zipp im Test
Für knapp 400 Euro

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Musik ohne Kabel genießen: Für den AirPlay-Einsatz unterwegs eignet sich der Libratone Zipp-Lautsprecher. Der Preis ist saftig, der Sound dafür auch.

Schick und leicht transportierbar: Die Design-Lautsprecher Zipp von Libratone fallen nicht nur optisch aus dem Rahmen. Dank AirPlay-Unterstützung machen sie sich auch bestens im Unterwegs-Einsatz. Und beeindrucken mit sattem Klangvolumen.

Das Design der Libratone-Lautsprecher dürfte nach wie vor gemischte Reaktionen hervorrufen. Es gibt keine glatten Klavierlack-Oberflächen, keine Ecken und Kanten wie bei vielen herkömmlichen Audiosystemen, sondern stets aus Cashmere-Wolle hergestellte Hüllen, die die Boxen des dänischen Herstellers schützen und veredeln. Das war so beim Lautsprecher Libratone Beat und auch bei der größeren Wohnzimmer-Box Libratone Lounge. Das Stilmerkmal bleibt auch bei den ersten mobilen Lautsprechern von Libratone erhalten: Im Lieferumfang des Zipp genannten Modells befinden sich drei Wollhüllen in den Farben schwarzgrau, pink und gelb (Funky Collection), die sich schnell per Reißverschluss austauschen lassen.

Der Clou des mobilen Lautsprechers ist aber auch seine kreisrunde Bauform, die in der Welt der Audiosysteme eher selten anzutreffen ist. So wird der Libratone Zipp auch auf dem Sideboard oder Wohnzimmertisch ein echter Hingucker und lässt sich prima mit Vasen, Blumen und anderem Interieur kombinieren. Erst recht, weil die Box ohne Kabel auskommt und daher kein umständliches Verlegen von Leitungen notwendig ist.

Mobile AirPlay-Box Libratone Zipp im Test

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Der dänische Hersteller Libratone verkauft seine Box mit verschiedenen Überzügen aus Cashmere-Wolle. (Bild: netzwelt)

"Now great Sound can follow you wherever you go"

Zum drahtlosen Entertainer wird der Lautsprecher dank Apples Streaming-Protokoll AirPlay. iOS-Geräte wie Apple iPhone, iPod oder iPad geben Musik über die Luftschnittstelle an die Libratone Zipp weiter. Eingeschränkt nur auf das Hardware-Universum des Unternehmens aus Cupertino ist die Box aber Gott sei Dank nicht: Auch auf dem Android-Betriebssystem unterstützen Apps wie Twonky Mobile oder Twonky Beam AirPlay-Geräte im Netzwerk und beschicken die Box daher mit einer Auswahl der eigenen Musikbibliothek.

"Now great Sound can follow you whereever you go", markiert ein Werbeslogan die Verpackung der Box. Bevor aber der Entertainer seine Aufgabe erfüllen kann, muss der HiFi-Fan die Einrichtungsroutine vollziehen. Wo man früher Kabel verlegt hat, um sein Musikbedürfnis zu stillen, sind es im Streaming-Zeitalter Netzwerk-Parameter, die man an seine drahtlosen Soundgeräte übergeben muss.

Direkte Soundübertragung via "Play direct"

Bei den Libratone Zipp geht das bedienungsfreundlich ohne allzu große Verrenkungen, zumal auch die Gebrauchsanleitung schlicht und einfach das notwendige Prozedere erläutert. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten: Am einfachsten gelingt die Soundübertragung über den lokalen WLAN-Hotspot der Box. Auf diese Weise wird ein Netzwerk zwischen Sendegerät und Empfänger, der Box, eingerichtet, das den Zipp-Lautsprecher für den mobilen Einsatz qualifiziert.

Zur Einrichtung drückt man den bereits von anderen Geräten des Herstellers bekannten Logo-Button auf der Oberseite des Lautsprechers, der auch zum Ein- und Ausschalten des Gerätes dient. Der "Play direct"-Button auf der Rückseite sorgt dann für eine Aktivierung des Funknetzes, mit dem man sich mit Tablet und Smartphone, aber auch PC und Mac verbinden kann. Über das AirPlay-Symbol lässt sich die Zipp-Box anschließend als Sound-Empfänger auswählen.

Box ins WLAN einbinden

An dieser Stelle sei erwähnt, dass auf Desktop-Rechnern iTunes in der Version 10.2.2 oder höher installiert sein muss, weil OS X AirPlay derzeit nur via Apples Musikprogramm erlaubt. Das gilt auch für Windows-Rechner. Allerdings erweitern kostenpflichtige Programme wie Airfoil (PC und Mac) und Porthole (nur Mac) die Funktionsvielfalt und leiten Streams aus beliebigen Audioquellen an die AirPlay-Empfänger weiter.

Die "Play direct"-Einrichtungsvariante hat einen Nachteil: Die Box ist nicht mit dem Router-Funknetz verbunden und erhält deshalb keine Audiostreams aus dem Internet, von Apps wie Spotify oder Internetradio-Programmen. Deshalb empfiehlt es sich, ein wenig mehr Arbeit bei der Inbetriebnahme zu investieren und den Kontakt zum hauseigenen WLAN zu suchen. Konkret heißt das, dass man die kostenlose Libratone-App für iOS herunterlädt, die Zipp-Box per Knopfdruck in den Setup-Zustand versetzt, sich per Miniprogramm mit dem Lautsprecher verbindet, das hauseigene WLAN auswählt und notwendige Funknetz-Sicherheitsparameter übergibt. Hört sich komplizierter an, als es ist. Anschließend taucht das AirPlay-Symbol auch bei allen Audioapps auf  - vorausgesetzt Tablet oder Smartphone sind mit dem WLAN verbunden.

Ein Tragegurt für den mobilen Einsatz: Der AirPlay-Lautsprecher Libratone Zipp.

Kabelverbindung als Alternative

Wie gelingt dieses umfänglichere Setup mit Android-Gerätschaften oder gar mit Windows Phone-Hardware? Hier registriert man unweigerleich, dass sich Libratone auf das Apple-Universum konzentriert. Deshalb müssen Fans des Google-Betriebssystems oder Microsoft-Nutzer den Webbrowser bedienen, um dafür zu sorgen, dass sich die Box mit dem internetfähigen Funknetz verbindet. Große Hürden stellt dieser Vorgang aber nicht dar. Die Bedienungsanleitung erklärt alle Schritte in einfacher und leicht verständlicher Sprache.

Der Libratone Zipp dient zwar in erster Linie als kabelloser Entertainer, ist aber auch in der Lage, Musik per Kabel abzuspielen. iPad, iPod und iPhone kann man etwa per USB Audio mit der Box verbinden. Für andere Abspielgeräte bietet sich der Miniklinkeneingang an. Die USB Audio-Verbindung dient übrigens auch zum Aufladen des jeweiligen i-Geräts.

360 Grad-Soundkulisse

Der Libratone Zipp verfügt über einen eingebauten Akku für den mobilen Einsatz, der nach Angaben des Herstellers beim kabellosen Bespielen rund vier Stunden halten soll, bevor das Gerät wieder ans Stromnetz muss. Beim Musikstreaming im niedrigeren Lautstärkebereich hielt der Stromspender im Test fünf Stunden durch. Das reicht aus für einen Grillabend im Park oder im Garten.

Libratone setzt bei seinen Boxen auf eine patentierte FullRoom-Technologie. Sie soll den sogenannten Sweet Spot eliminieren, jenen Punkt aus analogen Stereotagen, der sich aus dem Ausstrahlungswinkel der Audiowellen ergibt und in dem der Soundeindruck optimal ist. Stattdessen strahlen die Boxen von Libratone in alle Richtungen aus und nutzen dabei die Wände als Reflektionsflächen. Der ganze Raum wird zum Sweet Spot, so die Theorie.

Miniprogramm für die Klangjustierung

Zielgerichtet hat der Hersteller dafür auch seine App entwickelt. Mit dem Miniprogramm passt man die Soundperformance der Lautsprecher an die Aufstellfläche an - Tisch, Wand, Flur etwa. Die Unterschiede sind in der Praxis zwar nur gering, die Optimierung aber mehr als eine nette Spielerei. Wer die Einrichtung meidet, kann immer noch "neutral" als Einstellung wählen.

Und wie klingt die Box nun? Stets ausgewogen und für mobile Lautsprecher ziemlich druckvoll. Dafür sorgt das von einem 60 Watt-Verstärker unterstützte 2.1-Boxensystem. Sehr schön übrigens, dass in der Klangkulisse auch die Bässe nicht zu kurz kommen. So entsteht eine stimmige, filigrane Soundperspektive in jeder Lautstärke.

Fazit

Libratone hat sein Lautsprecher-Universum gekonnt ausgedehnt und überzeugt jetzt mit einer Box für den mobilen Einsatz auf ganzer Linie. Das Design ist schick und originell, der Sound ebenso geschmackvoll, die Einrichtung leicht und auch für Novizen problemlos durchführbar. Interessenten müssen allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen: Rund 400 Euro für die Libratone Zipp sind viel Holz für einen Lautsprecher.

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Musik ohne Kabel genießen: Für den AirPlay-Einsatz unterwegs eignet sich der Libratone Zipp-Lautsprecher. Der Preis ist saftig, der Sound dafür auch.

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Mobile AirPlay-Box: Libratone Zipp im Test
Mobile AirPlay-Box: Libratone Zipp im Test
Kabelloses Soundvergnügen: Die Zipp-Lautsprecher von Libratone beeindrucken mit wuchtigem Klang und originellem Design.
http://www.netzwelt.de/news/94324-mobile-airplay-box-libratone-zipp-test.html
2012-11-21 16:59:08
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/ohne-neue-sprachsteuerung-waeren-aufgeschmissen-zeichnung-romi-bodoni8742.jpg
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