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HTC One X+ im Test
Neues Highend-Android-Handy aus Taiwan

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft legt HTC noch einmal nach: Das One X+ ähnelt seinem Vorgänger bis aufs Haar, weist aber noch weniger Schwachstellen auf. Lohnt sich daher ein Update für One X-Besitzer?

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft bringen die Smartphone-Hersteller neue Highend-Modelle in den Handel. Während Sony mit dem Xperia T oder Samsung mit dem Galaxy Note 2 neue Modelle präsentieren, steigt für HTC ein alter Bekannter in den Ring: Das HTC One X - allerdings in der Plus-Version. Diese bügelt zahlreiche Schwachstellen des Vorgängers glatt, ein Modelltausch ist für One X-Besitzer dennoch nicht Pflicht.

Das HTC One X+ sieht dem One X zum Verwechseln ähnlich, bietet aber einen neuen Prozessor, einen größeren Akku und mehr Speicher.

Design und Verarbeitung

Viel hat sich beim HTC One X+ designtechnisch nicht getan. Die auffälligste Neuerung ist die Farbe: Gab es das One X in Weiß oder Grau zu kaufen, ist das One X+ lediglich in der Farbe Schwarz erhältlich. Ausgenommen sind dabei Sensortasten und Kameralinse. Sie erstrahlen in Rot, genauer gesagt im selben Rot, das auch HTC-Partner Beats Electronics in seinem Logo nutzt. Das gleiche Farbdesign verwendete HTC bereits im vergangenen Jahr beim HTC Sensation XE. Es soll laut Hersteller den Highend-Charakter des Modells unterstreichen. Vor allem dürfte es Nutzern aber auch helfen, die optisch nahezu identischen Modelle One X, One XL und One X+ im Laden auseinander zu halten.

Einen weiteren Unterschied werden HTC-Fans bemerken, sobald sie das One X+ in die Hand nehmen. Das Gehäuse besteht zwar weiterhin aus Polycarbonat, doch fühlt sich das Smartphone nun anders an. Wie beim Windows Phone 8-Gerät HTC 8X nutzt HTC eine Soft Touch genannte Oberflächenbehandlung, dabei wird das Polycarbonat aufgeschäumt. Die neue Oberfläche sorgt nicht nur für einen besseren Halt des One X+, sondern macht das Modell auch zu einem echten Handschmeichler.

HTC One X+

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Auf den ersten Blick hat sich beim HTC One X+ nichts verändert. (Bild: netzwelt)

An Abmessungen und Gewicht hat sich dagegen so gut wie nichts geändert, das HTC One X+ ist geringfügig schwerer als das One X. Die knapp acht Gramm werden Nutzer aber kaum bemerken.

Hardware

Das HTC One X+ basiert auf einer verbesserten Version des Nvidia Tegra 3-Prozessors. Dieser ermöglicht höhere Taktraten bis zu 1,7 Gigahertz. HTC verspricht einen Leistungsschub von 25 Prozent. Dieser zeigt sich deutlich in den Benchmarks Sunspider und Browsermark, wo das One X+ bis zu 50 Prozent schneller ist als sein Vorgänger. Beim Geekbench-Test und im AnTuTu-Benchmark fällt der Unterschied dagegen geringer aus. Der Abstand zwischen beiden Modellen dürfte zudem mit dem Jelly Bean-Update für das One X noch etwas schrumpfen. Zum Testzeitpunkt stand dieses aber leider noch nicht für das Redaktionsgerät zur Verfügung. Insgesamt gesehen bewegt sich das One X+ leistungstechnisch zwischen iPhone 5 und Galaxy Note 2.

Einen Nachteil des Power-Prozessors haben HTC und Nvidia aber auch in der Plus-Version nicht in den Griff bekommen - noch immer entwickelt der Tegra 3-Prozessor unter Volllast eine starke Abwärme. Wer etwa eine halbe Stunde GTA 3 spielt, wird dies deutlich bemerken. Die Abwärme ist zwar nicht bedrohlich, aber unangenehm.

Benchmark-Vergleich HTC One X+ gegen Apple iPhone 5 und Co.
Modell/BenchmarkSunspiderBrowsermarkAnTuTuGeekbench
HTC One X+1.011,8 Millisekunden147.137 Punkte13.351 Punkte1.578
HTC One X2.063,6 Millisekunden90.799 Punkte12.477 Punkte1.483 Punkte
Apple iPhone 5916,7 Millisekunden191.663 Punkte-*1.548 Punkte
Samsung Galaxy S3 (mit 4.1 Jelly Bean)1.198,3 Millisekunden143.257 Punkte12.069 Punkte1.692 Punkte
HTC 8X912,2 Millisekunden 48.270 Punkte11.718 Punkte-*
Nokia Lumia 920914,5 Millisekunden-*11.624 Punkte** -*
Samsung Galaxy Note 21.018,9 Millisekunden163.213 Punkte13.622 Punkte2.000 Punkte

Anmerkung: Sunspider und Browsermark messen die Leistungsfähigkeit beim Aufbauen von Webseiten. Der AnTuTu Benchmark-Test ermittelt Leistungsfähigkeit von Prozessor, Grafikkarte und Speicher. Er steht leider nicht für iOS zur Verfügung. Außer beim Sunspider-Benchmark-Test bedeuteten in allen Benchmarks höhere Ergebnisse auch bessere Werte. *kein Wert, da Benchmark für Plattform nicht verfügbar oder auf Modell nicht lauffähig ist; ** Wert ohne GPU-Test, da Benchmark sonst abstürzt.

Den internen Speicher hat HTC verdoppelt: Er misst nun satte 64 Gigabyte, von denen dem Nutzer bis zu 55 Gigabyte zum Ablegen von Fotos, Videos, Apps und Musik zur Verfügung stehen. Per Speicherkarte erweitern lässt er sich nicht mehr, stattdessen können sich Nutzer bis zu 25 Gigabyte Speicherplatz beim Onlinedienst Dropbox sichern.

Der Bildschirm glänzt wie beim ursprünglichen One X durch seine helle und scharfe Darstellung. HTC hat zudem ein Fertigungsproblem des ursprünglichen Modells behoben, das Display lässt sich nun an den Ecken nicht mehr so leicht eindrücken.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Das HTC One X+ bietet wie das Modell One X eine ausgezeichnete Sprachqualität - selbst in lauten Umgebungen, denn das Gerät filtert auch Nebengeräusche exzellent. Auch im Freisprechmodus macht das HTC One X+ eine gute Figur.

Minuspunkte gibt es aber für die Status-LED. Es ist zwar lobenswert, dass HTC überhaupt eine verbaut. Jedoch ist sie sehr klein und unauffällig. Der Hersteller hat sie im Lautsprecher des Modells versteckt, schaut der Nutzer jedoch seitlich auf sein One X+, ist das Blinklicht nicht zu erkennen.

Die schwache Akkulaufzeit war einer der wenigen Kritikpunkte am One X, HTC verbaut deshalb im One X+ einen größeren Energiespeicher. Mit einer Kapazität von 2.100 Milliamperestunden ist dieser nun genau so groß wie beim Konkurrenten Samsung Galaxy S3. Ein Ausdauer-Smartphone wird das HTC One X+ dadurch zwar auch nicht, Nutzer sollten mit dem größeren Akku nun aber problemlos über den Tag kommen. Abends muss das One X+ dann aber auch zumeist wieder an die Steckdose.

Für eine längere Laufzeit soll daneben noch ein neuer Energiesparmodus sorgen. Neben üblichen Schritten, wie der Reduzierung der Displayhelligkeit oder dem vorübergehenden Kappen der Datenverbindung bei Nichtnutzung, bietet dieser auch die Möglichkeit, die CPU-Leistung zu beschneiden, um Energie zu sparen. Eine große Laufzeitverlängerung erzielte netzwelt im Test dadurch nicht, der Energieverbrauch wurde nur minimal gesenkt: Eine halbe Stunde Spielen (Fifa 2012) ohne Energiesparmodus verbrauchte im Test 16 Prozentpunkte auf der Akkuanzeige, im Akkuschonbetrieb sank die Anzeige dagegen um 12 Prozentpunkte. Ein netter Nebeneffekt des Energiesparmodus ist aber, dass das Gerät sich nicht so stark erhitzt.

Multimedia

Das HTC One X gehört zu den aktuell besten Kamerahandys und das One X+ steht dem Vorgänger in nichts nach. Änderungen hat HTC nur an der Frontkamera vorgenommen, sie bietet eine mit 1,6-Megapixeln leicht höhere Auflösung und löst zudem nun mit mehreren Sekunden Verzögerung aus, damit sich Nutzer bei Selbstpotraits noch in Szene setzen können. Ein mit dem HTC One X+ gemachtes Foto finden Sie hier. Videos nimmt die hintere Kamera übrigens in Full HD auf, die zum Nutzer gerichtete nur in HD.

Der Lautsprecher des HTC One X+ ist ausreichend laut für die Hintergrundbeschallung mit Musik, klingt auf maximaler Lautstärke aber sehr blechern. Steht der Lautstärkeregler dagegen auf 80 bis 90 Prozent, ist ein angenehmer Musikgenuss möglich.

HTC One X+

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Mit dieser Verpackung kommt das HTC One X+ natürlich nicht in den Handel. Der Karton ist nur für Testmuster gedacht. (Bild: netzwelt)

Noch besser ist der Klang natürlich über Kopfhörer - auch dank der Beats Audio-Technik, die vor allem bei basslastigen Stücken ganze Arbeit leistet. Ein Beats-Headset befindet sich nicht im Lieferumfang. Lediglich der Düsseldorfer Netzbetreiber Vodafone bietet das One X+ aktuell inklusive Beats-Kopfhörer an, dafür aber nur mit 32 Gigabyte internem Speicher. Allerdings könnte der Musik Player von HTC noch einige Optionen mehr vertragen - so fehlt etwa ein Sleep Timer.

Software

Das HTC One X+ läuft mit der neuen Android-Version 4.1 Jelly Bean sowie einer überarbeiteten Version der Nutzeroberfläche Sense 4.0, die HTC wie den Modellnamen mit einem Plus versehen hat. Neu ist hier vor allem die Galeria-App: Sie sortiert Fotos nun automatisch nach Datum oder Aufnahmeort in Alben und ermöglicht es zudem, sich eine Karte mit den Aufnahmeorten anzeigen zu lassen. Zudem zeigt die Galerie nicht nur Bilder, die auf dem Telefon liegen, sondern bietet auch Zugriff auf Fotos in Cloud-Diensten wie Picasa. Nach dem gleichen Prinzip arbeitet auch die Musik-App. Überarbeitet wurde zudem die Kamera-App (s. Multimedia).

Ab sofort verfügbar ist auch der PlayStation Store für HTC-Geräte mit der neuen Sense 4+-Oberfläche. Er muss jedoch manuell nachinstalliert werden. Zudem kommen One X+-Nutzer auch in den Genuss des Einrichtungsservices HTC Get Started. Die neuen Software-Funktionen sind jedoch nicht One X+-exklusiv, sondern werden zusammen mit dem Jelly Bean-Update auch ihren Weg auf andere Smartphones finden.

Fazit

HTC frischt sein Erfolgsmodell One X pünktlich zu Weihnachten noch einmal auf. Leistungstechnisch spielt das Plus-Modell nun wieder in einer Liga mit Galaxy Note 2 und Co. Schwachpunkte wie die geringe Akkulaufzeit wurden behoben, der Speicher großzügig erweitert.

Ein Umstieg von One X auf One X+ lohnt sich aus netzwelt-Sicht aber nicht, denn das bevorstehende Jelly Bean-Update wird dem One X noch einmal einen Performance-Schub geben. Wer sich dagegen ein aktuelles Highend-Android-Smartphone zulegen will, hat mit dem One X+ nun eine Alternative zum Samsung Galaxy Note 2.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Modell lautet 649 Euro, im Netz ist das One X+ aber bereits für 580 Euro erhältlich. Die ursprüngliche Variante vertreibt HTC weiter. Sie stellt eine Alternative für Nutzer dar, die auf den üppigen Speicher und den größeren Akku verzichten können. Den Testbericht des HTC One X finden Sie hier.

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HTC One X+ im Test
Mit dem HTC One X+ präsentiert der taiwanische Handyhersteller neue Hardware im altbekannten Gewand.
http://www.netzwelt.de/news/94312-htc-one-x-test.html
2012-11-14 16:58:20
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/htc-one-x-sieht-one-x-verwechseln-aehnlich-bietet-neuen-prozessor-groesseren-akku-mehr-speicher-bild-netzwelt-17015.jpg
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