Der Kinect-Zauber verfliegt

Fable - The Journey: Im Kurztest

Kutschfahrt statt Rollenspiel: Im ersten Kinect-Ableger der "Fable"-Reihe enttäuscht Microsoft alteingesessene Fans und strapaziert den Bewegungsapparat mit schweißtreibenden Zauberspruchgefechten.

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Fable: The Journey - Launch Trailer: Das Kinect-gesteuerte Xbox-360-Spiel Fable: The Journey ist ab dem 12. Oktober im Handel verfügbar. Dieser Launch-Trailer zeigt, worauf sich Spieler einlassen, wenn sie es wagen die geheimnisvolle Welt von Albion zu betreten. Eine Welt voller Magie, Geheimnisse und schrecklicher Monster. Zum Video: Fable: The Journey - Launch Trailer

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Lange Zeit waren die Abenteuer der "Fable"-Reihe waschechte Rollenspiele mit großer Bewegungsfreiheit vor märchenhafter Kulisse und offener Erzählstruktur, die den Spieler entweder einen rechtsschaffenden oder bösen Pfad verfolgen ließen. Mit "Fable Heroes" führte man die Marke erstmals ins Reich der Gelegenheitsspieler ein: Der eher dürftige Download-Titel war eine simple Keilerei, bei der man schon vor Monaten Extras und Zahlungsmittel für das erst jetzt veröffentlichte "Fable: The Journey" freikämpfen durfte.

Wirklich lohnenswert ist die Mühe allerdings nicht: Als erster Serienableger für Microsofts Bewegungskamera Kinect ist "The Journey" nicht das von vielen Fans herbeigesehnte Rollenspiel, sondern eine geradlinige Mixtur aus Pferdekutschrennen und Zauberspruch-Schleuderei.

Weil er den Anschluss zu seinem Wagenkonvoi verloren hat, muss der verschnarchte Zigeuner-Held Gabriel zusammen mit seinem treuen Hottehü Seren zunächst ordentlich die Zügel knallen lassen. Dabei traben, trotten oder preschen die beiden über rennspielähnliche Strecken vor malerischen Fantasy-Kulissen: Mit seinen Armbewegungen gibt der Spieler der Stute die Richtung vor oder treibt sie zu zügigem Galopp an.

Obwohl Albions Straßen recht holperig sind und jede Menge Hindernisse den Ausflug zum regelrechten Slalom werden lassen, geht die Kinect-gesteuerte Kutschfahrt erstaunlich gut von der Hand: Anstatt sich vor der Konsole die Beine in den Bauch zu stehen oder verschwitzt abzuzappeln, darf der Spieler das Abenteuer hier bequem aussitzen und den Planwagen mit gemütlichen Gesten manövrieren.

Stressiger und frustierender wird es, sobald Gabriel auf die aus den Vorgängerspielen bekannte Seherin Theresa trifft. Diese offenbart ihm eine bis dato verborgene Heldenherkunft und lehrt ihn die ersten magischen Kunststücke. Feuerbälle, Telekinesestrahlen und Blitzgewitter entfacht der Spieler wie bei den meisten anderen Motion-Control-Titeln durch zielgerichtete Handbewegungen, außerdem darf er feindliche Zauber abwehren.

Fable - The Journey: Im Kurztest


Obwohl sich die ersten Angriffswellen aus bekannten "Fable"-Monstern wie Kobolden und Untoten noch locker aus dem Handgelenk wegwischen lassen, wird die gegnerische Übermacht bald so erdrückend, dass die zunächst kontrollierten Gesten in hektisches Gefuchtel ausarten: Spätestens ab diesem Punkt reiht sich "The Journey" in die Reihe strapaziöser und schweißtreibender Motion-Control-Chaoten ein, um die man im Interesse der eigenen Nerven und der Wohnungseinrichtung besser einen großen Boden macht. Schade, denn die saubere Bewegungsabfrage und wunderschönen Fantasy-Kulissen machen das erste Kinect-"Fable" zu einem Titel, an dem man gerne mehr Spaß hätte - wenn man denn könnte.

Datenblatt

Fable: The Journey
SpielnameFable: The Journey
HerstellerLionhead Studios
VertriebMicrosoft
GenreAction
Erhältlich ab12.10.2012
Preisca. 50 Euro
EAN Code0885370419023
SchwierigkeitFür Einsteiger und Fortgeschrittene
Alterab 12 Jahren
Multiplayernein
Sonstiges 
Bewertung Grafikgut
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassbefriedigend
Bewertung Gesamtbefriedigend
SystemXbox 360

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