Nokia Lumia 920 im Test
Multimedia
Das Nokia Lumia 920 weist auf der Rückseite eine 8,7-Megapixel-Kamera auf. Sie trägt die Bezeichnung PureView, hat aber mit dem gleichnamigen Modell Nokia 808 PureView nichts gemein. Während beim 808 Pure View durch den 41-Megapixel-Sensor und Downsampling-Algorithmen ein verlustfreies Zoomen möglich ist, hat sich Nokia bei der PureView-Kamera des Lumia 920 auf einen anderen Aspekt der Handy-Fotografie konzentriert, nämlich die Verbesserung der Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen.
Fotovergleich Lumia 920 gegen iPhone 5 und Co.
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Bild vergrößern Das Samsung Galaxy S3 sah im netzwelt-Test nur schwarz. Tatsächlich haben wir einen roten Apfel in einem abgedunkelten Raum fotografiert. (Bild: netzwelt) - Bild 2 von 6
Bild vergrößern Schon besser: Das HTC One X+ zeigt das Motiv - allerdings sind die Farben sehr überzeichnet. Um das abgebildete Ergebnis zu erzielen, musste zudem der Aufnahmemodus "Nacht" gewählt werden. (Bild: netzwelt) - Bild 3 von 6
Bild vergrößern Der Apfel ist zu sehen und sieht auch nicht so überzeichnet aus wie auf dem mit dem HTC One X+ gemachten Bild. In Originalgröße ist beim iPhone-Bild aber ein starkes Rauschen zu erkennen. (Bild: netzwelt) - Bild 4 von 6
Bild vergrößern Das Lumia 920 lieferte im Testszenario ein ähnliches Bild wie das Apple iPhone 5 - aber mit deutlich weniger rauschen. - Bild 5 von 6
Bild vergrößern Ein weiteres Beispiel für die beeindruckende Leistung der PureView-Kamera bei schwachen Lichtverhältnissen. (Bild: netzwelt) - Bild 6 von 6
Bild vergrößern Manchmal kommt es jedoch in den Bildern auch zu Fehlern. Achten Sie hier beispielsweise auf den hellblauen Streifen im Fenster. (Bild: netzwelt)
Dazu nutzt Nokia ähnlich wie HTC eine große f/2.0-Blende, um möglichst viel Licht einzufangen. Zusätzlich kommt aber auch ein optischer Bildstabilisator zum Einsatz. Er gleicht kleinere Bewegungen, etwa das Zittern der Hand, aus. Dies ermöglicht auch längere Verschlusszeiten, wodurch wiederum mehr Licht eingefangen werden kann. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Im Vergleich mit dem Galaxy S3, dem One X+ und dem iPhone 5 geht das Lumia 920 als Sieger hervor. Es liefert noch ein Bild, wo das S3 längst schon schwarz sieht, das One X+ und das iPhone 5 produzieren im Testszenario (Apfel im abgedunkelten Raum, ausgeschaltetes Foto-Licht) zwar noch ein Bild, jedoch mit starkem Rauschen. Auch muss erwähnt werden, dass es manchmal durch das Auffangen des Restlichtes zu seltsamen Reflexionen und Farben in den Lumia 920-Bildern kommt.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die geringen Einstellungsmöglichkeiten der Windows Phone 8-Kamera-App. Nokia gleicht dies aber durch zusäztliche Mini-Apps für die Kamera aus. So gibt es eine App für Panoramaaufnahmen oder ein Cinemagramm, mit dem sich animierte Bilder erzeugen lassen. Die App Intelligente Bilder ermöglicht es, auf Gruppenaufnahmen die Gesichter von Personen bei Bedarf zu ersetzen, im Test funktioniert dies jedoch nicht so gut wie auf dem Samsung Galaxy Note 2. Auch einen Foto-Editor bietet Nokia an. Alles in allem zählt das Nokia Lumia 920 zu den aktuell besten Kamera-Handys und liefert brauchbare Bilder und Videos - sogar in Full HD. Ein mit dem Nokia Lumia 920 aufgenommenes Testbild finden Sie hier.
Der Lautsprecher des Nokia Lumia 920 ist zwar laut, ihm fehlt es aber deutlich an Bass, sodass das Klangbild eher dünn ist. Hier könnte man angesichts des dicken Gehäuses mehr erwarten. Zur Hintergrundbeschallung eignet sich das neue Lumia dadurch nur eingeschränkt. Über Kopfhörer liefert das Modell einen MP3-Player ebenbürtigen Klang, hier krankt es aber an Einstellungsmöglichkeiten. Equalizeroptionen muss der Nutzer umständlich über die Systemeinstellungen aufrufen.
Dafür steht Nutzern mit Nokia Musik ein alternativer Musik-Player zur Verfügung. Er bietet zwar auch nicht mehr Optionen, dafür mit Mix Radio aber einen kostenlosen Streaming-Dienst, der eingeschränkt auch ohne Internetverbindung nutzbar ist. Über die Funktion Konzerte können Nutzer sich anzeigen lassen, welche Künstler gerade in ihrer Nähe auftreten.
Software
Auf den ersten Blick wirkt es so, als ob auf dem Lumia 920 Windows Phone 7.5 läuft. Von den mit Windows Phone 8 eingeführten neuen kleineren Kacheln macht Nokia auf dem Startbildschirm kaum Gebrauch. Dafür hat der Hersteller das System aber stärker angepasst als etwa Konkurrent HTC. Ab Werk finden Nutzer eine Reihe von Nokia-Diensten auf dem Gerät, wie etwa Nokia Musik oder diverse Kamera-Apps (siehe Multimedia).
Hinzu kommen noch zahlreiche Anwendungen aus dem Bereich ortsbasierte Dienste. Dazu zählen neben Nokia Karten auch die Navigations-App Nokia Drive, die sich allerdings noch im Beta-Stadium befindet, sowie die Augmented Reality-App Nokia City-Kompass. Großer Vorteil der Nokia-Kartenlösung: Sie ist komplett offline nutzbar - selbst ohne SIM-Karte kann der Nutzer noch navigieren. Dies ist besonders beim Reisen im Ausland interessant.
Zudem arbeitet Nokia mit Hochdruck an weiteren Diensten. Ein Teil kann bereits über den Windows Store nachinstalliert werden - so etwa der Xpress Browser, der aufgerufene Webseiten optimiert und RSS-Feeds auf Wunsch in einer Flipboard-ähnlichen Ansicht darstellt, oder die App Nokia Bus und Bahn, die den Nutzer mittels öffentlicher Verkehrsmittel zum Ziel navigiert. Hier gilt allerdings zu beachten: Die App kann derzeit zwar Verbindungen anzeigen, Abfahrtspläne mit Uhrzeiten sind aber in Deutschland bislang noch rar. Nokia arbeitet aktuell an der Integration der Daten für Ballungsräume wie das Ruhrgebiet.
Nokia Lumia 920
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Bild vergrößern Der Karton erstrahlt im typischen Nokia-Blau. (Bild: netzwelt) - Bild 2 von 4
Bild vergrößern Farblich umso auffälliger ist das Lumia 920 selbst. Das Das Modell gibt es in Gelb, Rot, Schwarz und Weiß. (Bild: netzwelt) - Bild 3 von 4
Bild vergrößern Im Karton befinden sich Kopfhörer und Ladegerät. (Bild: netzwelt) - Bild 4 von 4
Bild vergrößern Das Nokia Lumia 920 erstrahlt im bewährten Design des finnischen Handyherstellers. Das schon beim Nokia N9 zum Einsatz kam. (Bild: netzwelt)
Des Weiteren finden sich in der Nokia-Ecke im Windows Phone Store noch der hauseigene E-Book-Dienst sowie einige EA-Spiele, die exklusiv für die Nokia-Lumia-Geräte veröffentlicht werden. Die vielen Nokia-Services täuschen einige Zeit über ein aktuelles Problem von Windows Phone 8 hinweg. Zwar stehen im Store 120.000 Apps bereit, diese sind aber noch größtenteils für Windows Phone 7 geschrieben und nutzen noch nicht voll die neuen Möglichkeiten des Systems. Dafür finden nun neue Apps schneller den Weg auch auf Windows Phone-Geräte. Angry Birds Star Wars erschien beispielsweise zeitgleich mit der iOS- und Android-Version.
Fazit
Nokia ist zurück auf dem Smartphone-Thron. Das Lumia 920 ist in Sachen Leistung und Ausstattung der Konkurrenz ebenbürtig. In puncto Kamera hat das Modell dank der PureView-Technik sogar die Nase vorn. Zudem integriert Nokia Funktionen wie drahtloses Laden, LTE und einen kostenlosen Musik-Streaming-Dienst - Funktionen, die sich bei der Konkurrenz nicht oder nur eingeschränkt wiederfinden.
Für Early Adopters und Highend-Technikliebhaber führt also kein Weg am Nokia Lumia 920 vorbei. Die breite Masse der Nutzer könnte sich jedoch am klobigen Design und dem hohen Gewicht stören. In diesem Fall ist das HTC 8X eine Alternative.
Die unverbindliche Preisempfehlung für das Nokia Lumia 920 lautet 649 Euro, das Modell ist aktuell aber im Internet bereits für 599 Euro erhältlich.
Nokia Lumia 920 mit anderen Produkten vergleichen
Informationen zu Nokia Lumia 920
Auf der Nokia Lumia 920 Produktseite finden Sie weitere Informationen, wie technische Daten, Zubehör, aktuelle Preise oder weitere Vergleiche mit Konkurrenz-Produkten.






