Das leichtere iPad

Sie haben es getan: Apple iPad mini im Test

Steve Jobs war dagegen, Apple hat es trotzdem getan: Mit dem iPad mini ist nun ein Apple-Tablet mit 7,9 Zoll großem Display zu haben. Es ist leicht, aber dennoch leistungsstark genug, um die meisten Alltagsaufgaben zu bewerkstelligen. Die Frage ist nur: Wer braucht es und wo liegen die Vorteile gegenüber dem normal großen Modell?

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iPad Mini: Apple hat es tatsächlich getan, das iPad mini ist da. Im Test von netzwelt stößt vor allem die Display-Auflösung übel auf. Auf der anderen Seite entpuppt sich das 7,9-Zoll-Format als die ideale Größe für Tablet-Computer. Zum Video: iPad Mini

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Ausstattung 
  2. 2Display
  3. 3Bedienung und Alltag
  4. 4Akkulaufzeit
  5. 5Leistung
  6. 6Varianten und Preise
  7. 7Fazit
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Das iPad mini war zwar nicht die Sensation des Abends, dennoch haben nicht wenige Apple-Fans mit Spannung die Keynote von Tim Cook am 23. Oktober in Kalifornien verfolgt. Im Prinzip war schon viel vom kleinen iPad im Vorfeld bekannt. Es hat einen Lightning-Anschluss, es hat ein kleineres Display mit auffallend schmalem Rahmen und es hat im Prinzip die gleichen Bedienelemente wie alle anderen iPads.

Befreit man das iPad mini aus seiner zierlichen Verpackung und nimmt es in die Hände, kommt es dann aber doch zu einer positiven Überraschung: Das iPad mini ist leicht. Gerade einmal 306 Gramm zeigt die Waage an. Vor allem aufgrund des geringen Gewichts ist das Mini-iPad daher wesentlich mobiler als das bis zu 660 Gramm schwere iPad 3 und iPad 4. Viel packt Apple übrigens nicht in den Karton. Neben dem iPad mini selbst blieb nur noch Platz für ein Netzteil, das Lightning-Kabel und Kurzanleitungen. Zubehör wie Smart Cover und Kopfhörer kosten extra.

Die Verarbeitung des Testmodells ist tadellos. Das iPad mini fühlt sich gewohnt hochwertig an und sticht bei der Haptik Geräte wie Googles Nexus 7 bei Weitem aus. Apple setzt beim Gehäuse erneut großzügig auf Metall, genauer auf Aluminium. Die Rückseite des netzwelt zu Verfügung gestellten schwarzen Modells überstand zumindest das erste ausgiebige Testwochenende kratzerfrei. Ewig wird dies aber nicht so bleiben.

Einige Design-Elemente wie den geschliffenen Rand haben die Designer dabei vom iPhone 5 übernommen. Genau wie die ebenfalls aktualisierte Version des 9,7-Zoll-iPads verfügt das iPad mini über einen Lightning-Anschluss der von zwei Lautsprecherausgängen flankiert wird, einen zentralen Home-Button und seitlich angebrachte Metalltasten zur Lautstärkeregelung und Display-Arretierung.

Ausstattung 

Speicherkartenslot, Mini-HDMI-Ausgang, USB-Anschlüsse: Ausstattungdetails, die bei Android- und mittlerweile auch Windows 8-Tablets längst Standard sind, sucht man auch am Mini-iPad leider vergeblich. Sämtliches Zubehör muss entweder per WLAN oder Bluetooth drahtlos angesteuert werden oder den Weg über den Lightning-Adapter gehen. Speziell auf das iPad mini zugeschnittenes Zubehör ist nicht zuletzt aus diesem Grund bislang noch Mangelware. 

Dafür hat der US-amerikanische Hersteller dem iPad mini zwei taugliche Kameramodule spendiert. Die Hauptkamera auf der Rückseite löst mit fünf Megapixeln auf und muss ohne Hilfs-LED auskommen. Auf der Front findet sich eine kleine Linse, deren Chip mit 1,2 Megapixeln auflöst und für Facetime-Telefonate konzipiert ist. Videoaufnahmen sind mit 720p-Auflösung (Front) beziehungsweise 1.080p-Auflösung (Rückseite) möglich. 

Display

Beim 7,9 Zoll großen Display (entspricht einer Diagonalen von 20,1 Zentimetern) handelt es sich um ein IPS-Panel samt stromsparender LED-Hintergrundbeleuchtung. Pixelfehler zeigen sich am Testmodell keine. Egal wie man das iPad mini auch dreht und wendet, egal aus welchem Blickwinkel man das Display betrachtet - zu Farbverfälschungen kommt es nicht. Generell gibt es an Sättigung, Farbtreue, Helligkeit und Kontrast nicht viel zu bemängeln. Dass Tablet-PC-Anzeigen spiegeln, daran haben wir uns fast schon gewöhnt. Zum Glück kann man ungünstig einfallende Sonnenstrahlen noch mit der maximalen Displayhelligkeit begegnen. Dann werden störende Reflexionen oftmals vollständig überstrahlt. 

Die Displayauflösung beträgt 1.024 x 768 Bildpunkte und muss dem iPad mini als erster echter Kritikpunkt angerechnet werden. Werden Fotos und Videos noch relativ scharf dargestellt, sieht es bei Schrift leider recht düster aus. Betrachtet man eine Webseite in Originalgröße, lässt sich Schrift auf Dauer oft nur mit zusammengekniffenen Augen lesen.

Apple iPad mini

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Glücklicherweise funktioniert das optimierte Vergrößern per Doppelklick, das netzwelt im Test deutlich öfter verwendet hat als bei den 10 Zoll großen iPad-Modellen, nach wie vor gut. Auch der "Reader"-Modus unter Safari wurde fleißig genutzt, fast genau so oft wie beim iPhone. Hier ist definitiv noch Raum für ein iPad mini mit Retina-Display, welches Apple wahrscheinlich in absehbarer Zeit vorstellen wird.

Bedienung und Alltag

Hier spielt das leichte und kompakte iPad seine Stärken aus: Im Hochformat kann man es locker in einer Hand halten. Auf dem heimischen Sofa, vor allem aber unterwegs, in öffentlichen Verkehrsmitteln beispielsweise, trägt dies ungemein zu einem entspannten Medienkonsum bei. Als E-Book-Reader eignet sich das iPad mini aber weniger - klassische Modelle wie Amazons Kindle-Reihe eignen sich aufgrund ihrer Display-Qualitäten für diesen Zweck wesentlich besser. 

Der seitliche Rand des neuen iPad-Mitglieds ist nur etwa sechs Millimeter dick. Die Angst, mit einem aufliegenden Daumen versehentlich Aktionen auszuführen, ist dennoch unbegründet. Apples iOS erkennt im Alltag sehr gut, ob der Nutzer einen Link drücken möchte oder einfach nur die seitliche Displayfläche als Ruheplatz für die Finger verwendet. 

Als aktuelle Software ist die iOS-Version 6.0.1 auf dem iPad mini installiert. Alle Neuerungen, die Apple unter iOS 6 eingeführt hat, können Sie in diesem netzwelt-Artikel einsehen. Besonders gut gefallen hat netzwelt im Test die Nutzung der geteilten Tastatur. Mithilfe dieser lässt es sich jetzt im Hochformat fast so schnell wie auf einem Mobiltelefon tippen. Auch das Tippen im Querformat profitiert davon.

Akkulaufzeit

Apple verspricht trotz des geringen Gewichts und dem daraus resultierenden schmaleren Akku eine Laufzeit von bis zu zehn Stunden. Im reinen Surfmodus inklusive dem Installieren einiger Apps kann netzwelt diese Laufzeit bestätigen. Wer mit den Funkverbindungen und der Bildschirmhelligkeit haushaltet, erreicht mit Sicherheit sogar noch längere Laufzeiten. Ein guter Wert für ein solch schmales Produkt. Austauschen lässt sich die Lithium-Polymer-Batterie mit einer Kapazität von 16,3 Wattstunden aber nicht.

Dafür kann man das iPad mini nicht nur mithilfe des beiliegenden Netzteils (gleiches Netzteil wie beim iPhone 5) aufladen, sondern auch über den USB-Anschluss des Computers. Das war beim iPad 3 in vielen Fällen nicht möglich.

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