Bauer sucht Geld
Landwirtschafts Gigant: Im Kurztest
Landwirtschafts Gigant, da denkt man unweigerlich an Astragons hunderttausendfach verkauften Landwirtschafts-Simulator (LWS) und irrt. Denn hier handelt es sich um eine reinrassige Wirtschaftssimulation von Publisher UIG. Dass der mit dem Agrar Simulator trotzdem einen LWS-Klon in den eigenen Reihen hat, sei hier nur am Rande erwähnt.
Als Zielgruppe hat man sich wohl gleichermaßen erfahrene wie anspruchsvolle Wirtschaftssimulations-Fans ausgesucht. Trotz aller Komplexität ist jedoch alles schön zugänglich, ein Tutorial tut sein Übriges. Dabei erklärt sich das Spielprinzip größtenteils von selbst.
Als angehender Jungbauer hat man zwar eine Million Euro in der Tasche, aber weder Grund und Boden noch Fahrzeuge und Gebäude. Also wird erst einmal ordentlich investiert. Bis die rudimentäre Infrastruktur (Haupthaus, Fahrzeughalle, Trecker) steht, ist die Million auch fast schon wieder weg. Mehr als ein oder zwei kleine Warenkreisläufe sind anfangs nicht drin: Idealerweise hat der ambitionierte Bauer eine kleine Rinderzucht aufgemacht, versorgt sich mit Gras von seinen eigenen Feldern und verkauft das schnell nachwachsende Vieh gewinnbringend an die nächste Stadt. Natürlich ist auch eine Karriere als Ackerbauer möglich, doch bei mindestens genauso viel Schufterei und Detailarbeit (unter anderem kann man sogar den pH-Wert des Bodens bestimmen) fällt der Ertrag beim Anbau von Getreide und Feldfrüchten deutlich niedriger aus - in diesem Punkt wurde die Spielbalance ordentlich vermasselt.
Apropos Schufterei: Der Landwirtschafts Gigant hält den virtuellen Bauern mit einer Vielzahl an fein ineinander verwobenen Spielelementen und -mechaniken sowie einem breiten Spektrum von Warenkreisläufen bei der Stange. Um praktisch alles - vom Ansäen über die Ernte und die standesgemäße Lagerung bis hin zur Herstellung eigener Endprodukte - muss man sich hier kümmern. Das verkommt aufgrund der verqueren Bedienung zwar mitunter zur Qual, wird aber selten langweilig, weil bei der Entwicklung offenbar die größtmögliche Handels- und Handlungsfreiheit als Credo ausgegeben wurde.






