Zu früh dagewesen und zu spät zurückgekommen

Kommentar: Microsofts langsames Comeback

Mit Windows 8 will Microsoft den Anschluss an die Welt von Tablet-PCs und Touchscreen finden. Doch die alte Herrlichkeit als Marktführer ist längst dahin. Microsoft wird nie wieder die Nummer eins sein. Was ist eigentlich so schlimm daran?

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Der verkachelte Startbildschirm von Windows 8 passt nicht zu einem Desktop-Betriebssystem. (Bild: Microsoft)
Der verkachelte Startbildschirm von Windows 8 passt nicht zu einem Desktop-Betriebssystem. (Bild: Microsoft)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Keine echte Krise
  2. 2Marktführer verpasst Paradigmenwechsel
  3. 3Gute Chancen für Windows 8
  4. 4Die Fehlentscheidung bei Windows 8
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Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Dieser Satz des damaligen russischen Generalsekretärs Gorbatschow könnte einem einfallen, wenn man Microsofts Versuche betrachtet, mit Windows 8 Anschluss zu finden an die schöne neue Welt der Touchscreens und coolen Apps.

Der Satz gilt aber auch umgekehrt, gerade für Microsoft. Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben. Tablets hatte Microsoft nämlich schon vor zehn Jahren vorgestellt, genauer gesagt, am 7. November 2002. Obwohl namhafte Hardware-Partner wie Acer und HP mit an Bord waren, sind die Dinger damals gefloppt. Die Technik war einfach noch nicht ausgereift.

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Auf Microsofts Mobil-Strategie liegt also, wenn man so will, ein doppelter Fluch. Zu früh dran gewesen und dann doch zu spät gekommen.

Daraus muss man aber nicht unbedingt schließen, dass der Softwareriese in der Krise steckt und ums Überleben kämpft. Genau das scheinen aber viele Kommentatoren und Marktforscher derzeit zu tun. In ihren Kommentaren heißt es oft, dass Windows 8 das Schicksal von Microsoft entscheidet und die letzte Chance Microsofts sei, den Paradigmenwechsel von Desktop zu Mobil mitzumachen.

Keine echte Krise

Diese dramatischen Schilderungen scheinen doch stark übertrieben. Immerhin hat Microsoft im jüngsten Quartalsbericht einen operativen Gewinn von 5,3 Milliarden US-Dollar gemeldet. Die viel zitierte Krise in der PC-Industrie ist im Grunde genommen auch keine. Zwar sind die Umsätze der PC-Industrie laut Gartner auch im letzten Quartal deutlich zurückgegangen, doch liegt dies in der Hauptsache daran, dass der Markt sich zurückhält, weil viele auf Windows 8 warten. Ganz abgesehen davon, kann man von einem Markt, der so gesättigt ist wie der PC-Markt, nicht mehr die Zuwachsraten der Vergangenheit erwarten.

Eine echte Krise sieht anders aus.


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