Vom Notebook-Dieb zum Erpressungs-Opfer

Verkehrte Netzwelt: Idiot in der Business-Lounge

Es ist der Alptraum jedes Geschäftsmannes. Das Notebook mit wichtigen Firmendaten wird im Café oder am Flughafen gestohlen. Es passiert öfter als man denkt, denn jeder hat mal einen sorglosen Moment. Verkehrte Netzwelt beschreibt, was passieren kann, wenn ein Krimineller mit technischem Know-how ein Notebook klaut.

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Auf einmal erscheint die Beleidigung auf dem Bildschirm. (Bild: netzwelt)
Auf einmal erscheint die Beleidigung auf dem Bildschirm. (Bild: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Ein schlauer Dieb
  2. 2Verschlüsselte Container, verschlüsselte Daten
  3. 3Der Trick mit dem Passwort
  4. 4Mail vom Besitzer
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Hahahahaha, ich lach' mich scheckig, es hat geklappt. Es hat mehrere Anläufe gebraucht, aber am Schluss lief es wie am Schnürchen. Ich habe mir mein Notebook erfolgreich stehlen lassen. Ich hatte es in der Business-Lounge des Flughafens auf ein Tischchen gelegt und war aufgestanden. Das Tischchen ist im toten Winkel der Videoüberwachung. Das weiß ich deshalb, weil ich seit Jahren am Flughafen im Zeitschriftenladen arbeite. Der Typ, der das Notebook dann geklaut hat, weiß das auch. Er arbeitet auch am Flughafen, im Duty-free-Shop. Wir kennen uns nicht, es arbeiten ja ein paar Hundert Leute hier. Er war mir aufgefallen, weil er in der Mittagspause immer ein Sakko anzog und durch die Wartebereiche vor den Gates stromerte. Ich habe sofort gespürt, dass er was vorhat. Er hatte eine Freundin, die ebenfalls am Flughafen arbeitete. Wenn sie ihn abholte, zog er sein Sakko nie an. Sie schien ein anständiger Kerl zu sein.

Ein schlauer Dieb

Dann habe ich den Typen beobachtet, als er ein Notebook mitgehen ließ. Der Passagier wollte sich wohl nur schnell einen Kaffee holen, blieb dann etwas zu lang vor den kostenlosen Zeitungen stehen und als er zurück kam, war das Notebook weg. Der Dieb packte den Rechner schnell in seine Tasche und blieb noch solange sitzen, bis der bestohlene Passagier zur Mitarbeiterin am Gate ging und heftig mit ihr diskutierte. In diesem Moment verzog er sich unauffällig.

Der Typ würde wahrscheinlich versuchen, die Festplatte rauszunehmen und von einem anderen PC aus die Daten rauszuziehen. Nur Dummköpfe schalten gestohlene Notebooks oder Smartphones sofort ein und gehen damit ins Internet. Die Hersteller haben jetzt ja alle möglichen "Tracking Devices" und "Anti-Theft-Tools" in die Rechner eingebaut.

Jedenfalls habe ich ihn jetzt in der Falle. Ich wusste, wann er auf Notebook-Jagd geht und den toten Winkel in der Business-Lounge kannte ich inzwischen auch. Ich ließ meinen Rechner, ein schönes Samsung Serie 6, halb aufgeklappt auf dem Tischchen und stand schnell auf, als wollte ich mir nur schnell einen Kaffee oder ein Sandwich holen. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie der Bursche sich dem Objekt der Begierde näherte, und machte mich davon. Zwei Minuten später war das Ding weg.


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