Archos 101 XS im Test
Alltag, Multimedia und Display
Und weitere negative Kritik muss die Tastatur einstecken: Sie arbeitet nur auf einer ebenen Fläche wie einem Tisch einwandfrei mit dem Tablet zusammen. Will der 101 XS-Besitzer Texte etwa auf dem Schoß verfassen, bricht die Verbindung zwischen Tastatur und Tablet häufig ab und die virtuelle Tastatur erscheint auf dem Bildschirm - nervig. Über einen eingebauten Akku verfügt die Tastatur nicht, der hintere Mini-USB-Anschluss leitet den Strom direkt weiter in das eingesteckte Tablet.
Ohne Tastatur lässt sich das 101 XS bequem in einer Hand halten. Hält man es mit der linken Hand, verdeckt man jedoch die Webcam, hält der Nutzer es hingegen mit der rechten Hand, wird der einzige Lautsprecher am Tablet abgedeckt.

Apps öffnen sich unter dem installierten Android 4.0.4 (Update auf 4.1 bereits angekündigt) mit nur leichten Verzögerungen und auch aktuelle Spiele laufen auf dem Testgerät die größte Zeit über flüssig. Der verbaute Dual-Core-Prozessor von Texas Instruments mit einer Taktrate von 1,5 Gigahertz in Verbindung mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher ist für den Alltag gut gewappnet.
Störend ist der recht kleine Ein- und Ausschaltknopf an der Flanke des Tablets. Der Testzeitraum von etwas mehr als einer Woche reichte nicht aus, um ihn blind bedienen zu können. Auf die ebenfalls sehr tief im Gehäuse liegende Lautstärkewippe trifft dies im gleichen Maße zu. Der verbaute Mono-Lautsprecher gibt sich Mühe, ist mit der Wiedergabe von Musik jedoch bereits überfordert - wie die meisten Tablet-PC-Lautsprecher.
Besser, man nutzt Kopfhörer. Auch dann können Musikfreunde die Audio-Formatvielfalt (unter anderem mit WAV-, OGG- Vorbis und FLAC-Unterstützung) des Archos 101 XS ausspielen. Filme und Youtube-Videos stellt das Testgerät flüssig dar. Der 10,1 Zoll große Bildschirm im 16:9-Format ist ausreichend hell, spiegelt aber leider sehr stark. Die noch klassenübliche Auflösung von 1.280 x 800 Bildpunkten lässt einzelne Bildpunkte bei näherer Betrachtung erkennen. Dank Mini-HDMI-Schnittstelle lässt sich schnell eine Verbindung zum großformatigen Fernseher oder Monitor herstellen.
Über die Kamera auf der Vorderseite lassen sich Selbstporträts anfertigen oder mit mehr oder weniger lustigen Spezialeffekten versehene Kurzclips drehen. Auch bei Videochats kommt sie zum Einsatz. Die Auflösung des Kamerachips, der ohne zusätzliche Beleuchtung in Form einer Foto-LED auskommen muss, beträgt 720p. Mit der Webcam aufgenommene Fotos sind sehr grobkörnig, bei Vergrößerung neigen sie stark zum Bildrauschen. Über eine (Haupt)-Kamera auf der Rückseite verfügt das Archos-Tablet nicht.

Für die Stromversorgung ist ein nicht auswechselbarer Akku mit einer Kapazität von 6.800 Milliamperestunden verantwortlich. Archos verspricht eine Laufzeit von bis zu 40 Stunden bei reiner Audio-Wiedergabe, sieben Stunden lange Videowiedergabe und bis zu zehn Stunden im reinen Surf-Modus. Im Test erreichten wir bei kontinuierlicher Wiedergabe eines auf dem internen Speicher abgelegten HD-Filmes eine Laufzeit von fünfeinhalb Stunden (Funkverbindungen aktiviert, Display auf höchster Helligkeitstufe).
Fazit
Am Archos 101 XS reizt vor allem das Konzept mit der doppelt nützlichen magnetischen Tastatur. Bei Nichtgebrauch schützt sie das Tablet und im Dockmodus verwandelt sie das Tablet in ein Netbook. Soweit die Theorie. Schade, dass eben diese beiden Anforderungen in der Praxis nicht zufriedenstellend bewerkstelligt werden. Das Tabletgehäuse zerkratzt ohne weitere Schutzhülle und auch die Tastatur ist nicht mängelfrei.
Gut gefallen hingegen die vielen Anschlüsse und die Ausstattung am Archos 101 XS inklusive Speicherkartenslot und GPS, die vielfältige Formatunterstützung und die gute Verarbeitung. Und auch der Preis ist für das Gesamtpaket aus Tablet und Magnettastatur nicht zu hoch angesetzt. Für 380 Euro verkaufen andere Hersteller wesentlich kleinere Tablets.






