Sie sind hier:
  • Archos 101 XS im Test
 

Archos 101 XS im Test
Für 380 Euro erhältlich

von Michael Knott
Share
Tweet
+1
Share
SHARES

Eine magnetische Tastatur zählt zu den Highlights des Android-Tablets Archos 101 XS. Aber auch sonst weckt das nur 7,8 Millimeter dicke Surfgerät Begehrlichkeiten, denn es ist vergleichsweise günstig und dazu auch noch vernünftig ausgestattet. Leider leistet sich das Gesamtpaket im Test ein paar Schnitzer.

Dass Tablet-Computer mit abnehmbarer Tastatur auf dankbare und zahlungswillige Käufer treffen, hat Asus mit der Transformer-Reihe bereits vorgemacht. Und auch entsprechendes Zubehör für Apples iPad verkauft sich prächtig. Ganze Zubehörzweige leben schließlich davon. Die Idee, mit einer entsprechenden Tastatur die Nachteile eines Tablet-PCs im Vergleich zum Netbook oder Notebook aufzuwiegen, hatte auch der französische Hersteller Archos - und schickt mit dem Modell 101 XS den ersten Vertreter seiner Gen10-Reihe zum Test in die netzwelt-Redaktion.

Sehr kratzeranfällige Rückseite

Das Konzept hinterlässt bereits beim ersten Anfasstest einen guten Eindruck. Tablet und Tastatur gehen bei Nichtgebrauch eine solide Einheit ein, die mithilfe von ausreichend starken Magneten zusammengehalten wird. Gleichzeitig wird das Display so beim Transport vor Kratzern geschützt. Auch bei der Materialwahl zeigt Archos eine sichere Hand. Das 101 XS besteht zu großen Teilen zwar aus Kunststoff, die Tablet-Rückseite kann aber auch mit einer großflächigen Aluminium-Einlage glänzen.

Allerdings ist die Rückseite des Testgerätes extrem anfällig für Kratzer. Im Test von netzwelt reichte bereits sehr geringer Druck mit einem Schlüsselbund aus, um bleibende Narben im Gehäuse zu schaffen. Wir haben tief im Redaktionsgedächtnis gekramt - und kein Gadget gefunden, was sich einfacher zerkratzen ließ. Wer sein Archos-Tablet also dauerhaft in einem makellosen Zustand bewahren möchte, sollte dringend eine Schutzhülle verwenden - was das Konzept der schützenden Tastatur unserer Meinung nach ad absurdum führt.

Bild 1 von 14
Tablet und Tastatur gehen beim Archos 101 XS eine solide Magnetverbindung ein, die leider nicht ganz makellos ist. (Bild: netzwelt)

Schnell hat man Tablet und Tastatur in den Produktivmodus gebracht, das Tablet findet dank der magnetischen Unterstützung fast von alleine in die richtige Position der Tastatur. Dann einfach noch eine ebenfalls magnetische Stützte auf der Tastatur hochklappen und fertig ist das Mini-Notebook. Der recht steile Winkel zwischen Tablet und Tastatur ist fest vorgegeben und lässt sich nicht verändern, was je nach Lichteinfall problematisch sein kann, da das Display stark spiegelt.

Die insgesamt 80 Tasten, darunter Android-spezifische Spezialtasten, verfügen über einen kurzen Hub und einen klar definierten Druckpunkt. Jedoch fällt der Abstand der Tasten zueinander recht klein aus. Es schreibt sich definitiv schneller als auf einer virtuellen Tastatur, jedoch erfordert schnelles Tippen auch eine gehörige Portion Einarbeitung. Schnelltipper werden sich aber auch dann noch über die kleine Return-Taste oder die ebenfalls kleine Leertaste ärgern. Die Bedienung letzterer wird zudem durch den dicken Gehäuserand erschwert, der ein Antippen mit dem Daumen fast unmöglich macht.

Und weitere negative Kritik muss die Tastatur einstecken: Sie arbeitet nur auf einer ebenen Fläche wie einem Tisch einwandfrei mit dem Tablet zusammen. Will der 101 XS-Besitzer Texte etwa auf dem Schoß verfassen, bricht die Verbindung zwischen Tastatur und Tablet häufig ab und die virtuelle Tastatur erscheint auf dem Bildschirm - nervig. Über einen eingebauten Akku verfügt die Tastatur nicht, der hintere Mini-USB-Anschluss leitet den Strom direkt weiter in das eingesteckte Tablet.

Alltag, Multimedia und Display

Ohne Tastatur lässt sich das 101 XS bequem in einer Hand halten. Hält man es mit der linken Hand, verdeckt man jedoch die Webcam, hält der Nutzer es hingegen mit der rechten Hand, wird der einzige Lautsprecher am Tablet abgedeckt.

Unter ungünstigen Lichtverhältnissen spiegelt das Display stark.

Apps öffnen sich unter dem installierten Android 4.0.4 (Update auf 4.1 bereits angekündigt) mit nur leichten Verzögerungen und auch aktuelle Spiele laufen auf dem Testgerät die größte Zeit über flüssig. Der verbaute Dual-Core-Prozessor von Texas Instruments mit einer Taktrate von 1,5 Gigahertz in Verbindung mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher ist für den Alltag gut gewappnet.

Störend ist der recht kleine Ein- und Ausschaltknopf an der Flanke des Tablets. Der Testzeitraum von etwas mehr als einer Woche reichte nicht aus, um ihn blind bedienen zu können. Auf die ebenfalls sehr tief im Gehäuse liegende Lautstärkewippe trifft dies im gleichen Maße zu. Der verbaute Mono-Lautsprecher gibt sich Mühe, ist mit der Wiedergabe von Musik jedoch bereits überfordert - wie die meisten Tablet-PC-Lautsprecher.

Besser, man nutzt Kopfhörer. Auch dann können Musikfreunde die Audio-Formatvielfalt (unter anderem mit WAV-, OGG- Vorbis und FLAC-Unterstützung) des Archos 101 XS ausspielen. Filme und Youtube-Videos stellt das Testgerät flüssig dar. Der 10,1 Zoll große Bildschirm im 16:9-Format ist ausreichend hell, spiegelt aber leider sehr stark. Die noch klassenübliche Auflösung von 1.280 x 800 Bildpunkten lässt einzelne Bildpunkte bei näherer Betrachtung erkennen. Dank Mini-HDMI-Schnittstelle lässt sich schnell eine Verbindung zum großformatigen Fernseher oder Monitor herstellen.

Über die Kamera auf der Vorderseite lassen sich Selbstporträts anfertigen oder mit mehr oder weniger lustigen Spezialeffekten versehene Kurzclips drehen. Auch bei Videochats kommt sie zum Einsatz. Die Auflösung des Kamerachips, der ohne zusätzliche Beleuchtung in Form einer Foto-LED auskommen muss, beträgt 720p. Mit der Webcam aufgenommene Fotos sind sehr grobkörnig, bei Vergrößerung neigen sie stark zum Bildrauschen. Über eine (Haupt)-Kamera auf der Rückseite verfügt das Archos-Tablet nicht.

Beim Schreiben auf der Tastatur ist oft der dicke Rand im Weg. Zudem funktioniert die Tastatur nur auf einer ebenen Fläche einwandfrei.

Für die Stromversorgung ist ein nicht auswechselbarer Akku mit einer Kapazität von 6.800 Milliamperestunden verantwortlich. Archos verspricht eine Laufzeit von bis zu 40 Stunden bei reiner Audio-Wiedergabe, sieben Stunden lange Videowiedergabe und bis zu zehn Stunden im reinen Surf-Modus. Im Test erreichten wir bei kontinuierlicher Wiedergabe eines auf dem internen Speicher abgelegten HD-Filmes eine Laufzeit von fünfeinhalb Stunden (Funkverbindungen aktiviert, Display auf höchster Helligkeitstufe).

netzwelt
0.0
Archos 101 XS
Vorteile
Nachteile


Einzelergebnisse
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Einsortierung
Archos 101 XS wurde als Tablet-PC abgelegt. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Mobile Computing, Android, Archos, Tablet-PC, Magnetfeld, Review und Archos 101 XS .
Kommentarfunktion derzeit deaktiviert
article
36392
Archos 101 XS im Test
Archos 101 XS im Test
Hier gehen Tablet und Tastatur von Haus aus eine Einheit ein. Netzwelt bittet das Android-Tablet Archos 101 XS zum Test.
http://www.netzwelt.de/news/94192-archos-101-xs-test.html
2012-10-31 12:18:56
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/archos-101-xs-produktbild-114813.png
ReviewHardwareTablet
Archos 101 XS im Test