Kampf der Titanen

Skylanders Giants: Im Kurztest

Die Tage der "Pokémon" scheinen gezählt zu sein. Mit "Skylanders Spyro's Adventure" veröffentlichte Activision vor genau einem Jahr eine neuartige Symbiose aus Actionfiguren, Sammelkarten und Plattform-übergreifendem Videospiel, die die Sammelsucht der Kleinen auf interaktive Weise anstachelt - und sich zu einem wahren Taschengeldfresser entwickelt hat. Allein in Europa hat die Spielemarke mit all ihren Fanartikeln bislang knapp 100 Millionen Euro in die Kassen des Unterhaltungsriesen gespült. Und es dürften noch etliche Millionen dazukommen.

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Skylanders: Giants - E3 2012 Trailer: Dieser Trailer stellt die nächste Stufe der Skylanders, die Giants vor. Spieler können dadurch gewaltige Riesen spielen und mit denen ganz besondere Abenteuer erleben. Wie im Standard-Spiel auch, werden die Riesen dabei als Action-Figuren gekauft und über die Skylanders-Plattform ins Spiel übertragen. Spieler können dadurch auch in Skylanders: Giants ihre Lieblings-Figuren immer mit sich herumtragen. Zum Video: Skylanders: Giants - E3 2012 Trailer

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Seit Kurzem ist der Nachfolger "Skylanders: Giants" erhältlich. Ein Action-Adventure mit neuen, teils riesigen Figuren und nur kleinen Änderungen am bekannten Spielprinzip. Herzstück des Systems ist das sogenannte "Portal of Power" - eine Art Scanner-Plattform, die per USB-Kabel oder Funkverbindung an PlayStation3, Xbox 360, Wii und 3DS angeschlossen wird. Die darauf abgestellten Plastikmonster landen direkt und blitzschnell auf dem Bildschirm. Dort kämpfen und knobeln sich vornehmlich jüngere Spieler durch eine kunterbunte Fantasywelt, sammeln Erfahrungspunkte für neue Talente, Münzen sowie allerlei leistungsfördernden Zierrat (vor allem Hüte) ein und züchten so immer stärkere Tierchen heran, um dem bösen Portalmeister Kaos mal wieder gehörig in die Parade zu fahren. Der hat sich diesmal mit einer Bande antiker Riesenroboter verbündet.

Die einzige Chance auf Rettung sind die "Giants" - träge, aber bärenstarke Brocken, die den aggressiven Roboterwesen schon in grauer Vorzeit die Leviten gelesen haben. Die putzige, allerdings nicht besonders geschickt erzählte Geschichte wurde wie gewohnt von den beiden "Toy Story"-Autoren Joel Cohen und Ale Sokolow ersonnen, Hollywoods Meistermusikus Hans Zimmer komponierte wieder den Soundtrack.

Das actiongeladene Spielgeschehen nach dem launigen Intro mag nicht gerade bahnbrechend sein - im Akkord müssen Kaos' Handlanger vermöbelt, Level-Strukturen zerdeppert und kleine Rätsel gelöst werden. Dafür ist es einmal mehr die Art, wie hier die Brücke zwischen realer und virtueller Welt geschlagen wird, die begeistert. Denn sämtliche Fortschritte, Statistiken und gesammelten Gegenstände werden nicht auf der Konsole, sondern auf der jeweiligen Plastikfigur gespeichert. Wer also bei einem Freund mit seinem Monster weiterspielen möchte, nimmt einfach seinen Champion mit und kann dort jederzeit in das laufende Geschehen einsteigen oder sich hitzige Duelle liefern - auch wenn dort vielleicht eine ganz andere Konsole steht.

Und zu der bunten Rasselbande aus Teil eins gesellen sich nun die Giants: Die werden wie gehabt per Power-Portal gegen ihre kleineren Kollegen eingewechselt und fungieren vor allem als Männer fürs Grobe, die Mauern einreissen, riesige Klötze durch die Gegend wuchten oder gleich die ganze Level-Architektur verschieben, um versteckte Areale zu öffnen. Davon abgesehen spielen sich die Großen genauso wie die Kleinen - ob man als Titan oder normalgewachsener Skylander die schmucke Fantasy-Welt bereist, ist letztlich Geschmacksache. Allerdings sind die Hünen bereits als Action-Figur echte Hingucker - dank neckischer Details wie glühenden Augen oder leuchtendem Schmuck.

Wer will, der bestreitet das neue Spiel mit seinen mühsam hoch-gelevelten Helden aus Teil eins und darf zur Belohnung noch ein paar Stufen aufsteigen. Gleichzeitig gibt es alte Bekannte wie die süße Drachendame Cynder als neu gestaltete Figur mit frischer Pose sowie acht echte Neuzugänge in Normalgröße (ab zehn Euro). Darüber hinaus wird das Angebot einmal mehr um (20 bis 30 Euro teure) Sets ergänzt, die entweder drei Figuren oder eine Kombi aus Charakteren, Accessoires und Bonus-Levels beinhalten.

Skylanders Giants: Im Kurztest

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Fazit

Wer sich von der brachialen Marketing-Masche hinter dem Produkt nicht die Lust verderben lässt, kommt wieder voll auf seine Kosten: Die Kombination aus virtueller und greifbarer Sammelwut ist suchterregend. Außerdem wird sie von wunderschönen Figuren, faszinierender Technologie und einem ausgeklügelten Spielkonzept gestützt, das mit liebevollen Details aufwartet. Das beginnt beim ausbaubaren Luftschiff, mit dem die Skylanders durch die Gegend gondeln, erstreckt sich über Online-Plattform und Mobile-App und endet noch lange nicht beim Sammelkartenspiel für den Pausenhof. Perfide, aber gut - und jüngst mit mehreren Kindersoftware-Preisen ausgezeichnet.

Datenblatt

Skylanders Giants
SpielnameSkylanders Giants
HerstellerToys For Bob
VertriebActivision
GenreAction-Adventure
Erhältlich ab19.10.2012
Preisca. 60 Euro
EAN Code5030917115738
SchwierigkeitFür Einsteiger
Alterab 6 Jahren
Multiplayer1-2
SonstigesStarter-Paket mit Spiel, "Portal of Power" und drei Figuren; Booster-Pack mit Spiel und einem Giant
Bewertung Grafikgut
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut
SystemXbox 360
System3DS
SystemPC
SystemPlayStation3
SystemWii

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