Lahme Karren und müde Sprüche

Alarm für Cobra 11 - Undercover: Im Kurztest

Im Fernsehen sind die Autobahn-Cops aus der Serie "Alarm für Cobra 11" ein Quoten-, als Game dagegen eher ein Schrott-Garant: Ernsthafte Rennspieler hatten bisher am fahrerisch und visuell ungeschliffenen Fuhrpark um Semir und Ben gemeinhin wenig Interesse. Kann "Undercover" für PC, Xbox 360 und PS3 das Steuer rumreißen?

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Alarm für Cobra 11 -  Undercover: Im Kurztest - Mit "Undercover" steht das nächste Spiel zur RTL-Serie "Alarm für Cobra 11" in den Läden. (Bild: dtp Entertainment)
Mit "Undercover" steht das nächste Spiel zur RTL-Serie "Alarm für Cobra 11" in den Läden. (Bild: dtp Entertainment)

Obwohl eine Serie nicht nur von Blech und Explosionen, sondern vor allem von ihren Charakteren lebt, ist bei "Alarm für Cobra 11" eine Umsetzung als Rennspiel naheliegend: Immerhin geben die Autobahnpolizisten Semir und Ben jeden Donnerstag bei RTL ordentlich Gummi, zerlegen LKW, Hubschrauber und Dienstwagen im Akkord. Tiefsinnige Dialoge sind nicht gerade die Spezialität des Formats.

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Trotzdem hätte es bei "Undercover", dem neuesten Spiel zur TV-Serie, gerne mehr Geschichte sein dürfen: Obwohl die beiden Hauptdarsteller Erdogan Atalay und Tom Beck den Polygonpuppen hinterm Steuer ihre Stimmen leihen, bleiben der virtuelle Semir und Pixel-Ben blass. Ihre Boliden verlassen dürfen die beiden nicht. Und auch die Sprüche sind noch platter als im Fernsehen.

Stattdessen brausen sie - mal undercover, mal im Polizeiwagen - über Autobahnen, Küstenstraßen, uninspirierte Rundkurse und durch hügeliges bis bergiges Terrain. Das klingt nach großer Freiheit. Doch einerseits sind die Strecken eng abgesteckt, zum anderen werden die menschenleeren Landschaften nur von gelegentlichen Rudimentärbauten und im Steckkartensystem zusammengezimmerten Baumkulissen aufgelockert.

Um Syndikate aus Autobahn-Gangstern und Drogenkurieren erfolgreich zu unterlaufen, müssen sich die beiden Inkognito-Bullen erstmal beweisen - vorzugsweise, in dem sie beim Gasgeben feindliche Gangster-Karren in den Asphalt rammen, die Checkpoints als Erste passieren oder heiße Ware kurzerhand aus dem fahrenden Auto werfen.

Außerdem dürfen die beiden ein bisschen James Bond spielen: Extras wie Straßensperren, Nagelbretter, Ölspritze und Elektrik-Störer erinnern frappierend an die aberwitzigen Gimmicks von 007 und laden sich mit der Zeit von selber wieder auf. Schade nur, dass derlei Spielereien weder zur Vorlage passen noch im Spiel sonderlich sinnvoll einsetzbar sind: Ob man einen Ölteppich legt oder die feindlichen Reifen pierct, das ist vor allem Geschmacksache - auf den Spielverlauf hat's dagegen wenig Einfluss.

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