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Kommentar: Intels Milliardengewinn oder Jammern auf höchstem Niveau

Intel und AMD melden sinkende Gewinne und blicken neidisch auf die Chiphersteller der Mobilbranche. Diese machen derzeit mit Mobil-Chips für Smartphones und Tablet-PCs riesige Umsätze. Doch spätestens, wenn der Mobilmarkt gesättigt ist, wird Intel mächtig zurückkommen – und wahrscheinlich auch AMD.

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Intels Atom-Prozessor Z2760 soll Windows-8-Tablets antreiben. (Foto: Intel)
Intels Atom-Prozessor Z2760 soll Windows-8-Tablets antreiben. (Foto: Intel)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1AMD, das ewige Sorgenkind
  2. 2Windows-Partnerschaft zieht nicht mehr
  3. 3Das Ende des Mobil-Booms
  4. 4Mobilgeräte verursachen Mehrkosten
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Der Prozessorhersteller Intel hat im dritten Quartal 2012 einen Nettogewinn von fast drei Milliarden US-Dollar gemeldet. Drei Milliarden US-Dollar Nettogewinn in nur drei Monaten! Da darf man schon mal ein Ausrufezeichen setzen. Aber bei Intel ist man natürlich nicht zufrieden. Denn gegenüber dem Vorjahresquartal ist der Gewinn um fünf Prozent gesunken.

Verantwortlich gemacht für diesen Gewinneinbruch - wenn man überhaupt von einem Einbruch sprechen will - werden neben der schwierigen Lage der Gesamtwirtschaft die sinkenden PC-Umsätze und natürlich der Boom bei Smartphones und Tablet-PCs. Und hier haben zurzeit Hersteller wie Qualcomm mit der von ARM lizenzierten Chiparchitektur einen Lauf. Qualcomm, Hersteller des bei Smartphones häufig eingesetzten Snapdragon-Prozessors, hat gerade einen Nettogewinn von 1,2 Milliarden US-Dollar für das dritte Quartal gemeldet, satte 17 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

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AMD, das ewige Sorgenkind

Während man bei Intel aber eigentlich von Jammern auf höchstem Niveau sprechen muss, sind die Probleme von AMD deutlich größer. Die Gewinnprognose für das dritte Quartal sagt einen Rückgang um zehn Prozent gegenüber dem zweiten Vierteljahr voraus - die endgültigen Quartalszahlen lagen zu Redaktionsschluss noch nicht vor - Branchenexperten sprechen schon von einem drohenden „massiven Stellenabbau“ oder spekulieren, Qualcomm könnte Interesse an dem schwächelnden Chiphersteller aus Sunnyvale, Kalifornien haben. AMD, das ewige Sorgenkind der Halbleiterbranche, der ewige Zweite hinter Intel. Wenn man bedenkt, dass Intel weltweit über 16 Fabs verfügt und AMD über seinen Produktionspartner Global Foundries wohl nur auf zwei oder drei Werke zurückgreifen kann, darf man erstaunt sein, dass AMD überhaupt so lange mithalten konnte, zumal Intel in den letzten zwei Jahrzehnten immer mit harten Bandagen und nicht immer mit fairen Mitteln gegen den Konkurrenten vorgegangen ist.

Intel schickt seinen Atom-Prozessor Z2760 ins Rennen bei Windows-8-Tablets. Mit dem gerade angekündigten AMD Z-60 Accelerated Processing Unit (APU) will auch AMD mitmischen. AMD hat sich in der Vergangenheit in so mancher Krise als ausgesprochen zäh erwiesen, es bleibt zu hoffen, dass der Chiphersteller auch dieses Mal wieder in die richtige Spur kommt.


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