Vielseitig und sicher
Touchcode: Deutsches Start-up präsentiert QR-Code-Alternative
Printechnologics hat als erstes deutsches Unternehmen den Technology Innovation Award der US-Wirtschaftszeitung Wall Street Journal gewonnen. Ausgezeichnet wurde das Start-up aus Chemnitz für sein Produkt Touchcode: eine Technik, die Print- und Online-Welt verbinden soll. Doch gibt es so was mit QR-Codes nicht schon längst?
Inhaltsverzeichnis
- 1Wenig gemein mit QR-Code
- 2Touchscreen-Interaktion via Karte
- 3Anwendung bei Tickets und Sammelkarten
Touchcode nennt das Chemnitzer Unternehmen Printechnologics seine Technik, um Druckerzeugnisse wie Plakate und Co. direkt mit dem Internet zu verbinden. Über einen Scan des Touchcodes gelangen Nutzer auf eine spezielle Webseite und erhalten dort weiterführende Informationen. Das klingt verdächtig nach QR-Codes!
Wenig gemein mit QR-Code
Mit den Schwarz-Weiß-Mustern hat der Touchcode aber nur wenig gemein: Touchcode nutzt wie ein QR-Code Smartphones und Tablet-PCs als Scanner und lässt sich aufdrucken - da enden aber auch schon die Gemeinsamkeiten.
Genau genommen muss man sogar von Ähnlichkeiten anstatt Gemeinsamkeiten sprechen. Zwar dienen Smartphones und Tablet-PCs auch beim Touchcode als Scanner, aber anstelle der Kamera der Geräte wird das Display zum Lesen genutzt.
Touchscreen-Interaktion via Karte
Beim Touchcode handelt es sich nämlich um eine leitfähige Struktur, die auf eine Spielkarte, Zeitschrift oder Ähnliches gedruckt wird. Hält der Nutzer das mit einem Touchcode versehene Produkt auf das Display, registriert dieses einen Stromfluss und der Nutzer kann mit der Karte auf dem Touchscreen scrollen oder wischen.
Wirklich lesbar wird der Touchcode nur mit einer speziellen App, in der der Nutzer über eine Bewegung mit der Karte oder das Anlegen an einer bestimmten Stelle eine zuvor programmierte Reaktion auslöst. Eine Karte kann dabei beliebig viele verschiedene Reaktionen auslösen. Die Vielseitigkeit ist Fluch und Segen der Technologie zugleich. Denn sie ermöglicht zwar deutlich umfangreichere Anwendungen als eine bloße Verlinkung. Anders als bei QR-Codes müssen Nutzer sich aber für jeden Touchcode eine andere App installieren. Ein Entwicklerkit für entsprechende Apps stellt Printechnologics derzeit für iOS und Android bereit.
Anwendung bei Tickets und Sammelkarten
Dementsprechend sieht der Hersteller seine Technik auch nicht als QR-Code Ersatz an. Auf Plakaten, Tageszeitungen und Ähnlichem wird man sicher weiterhin QR-Codes finden, Touchcode soll dagegen mehr im Marketing, auf Spielkarten oder Tickets zum Einsatz kommen. Die Echtheit von Konzertkarten oder Produkten könnte sich in Zukunft beispielsweise leicht mittels Touchcode überprüfen lassen. Denn die unsichtbare Struktur lässt sich derzeit nur schwer nachmachen.
Sammel- und Spielkarten lassen sich mittels Touchcode zudem um eine virtuelle Dimension erweitern, in der die abgebildeten Charaktere zum Leben erweckt werden. Der Touchcode ist also eine interessante Technik, ersetzen wird er die QR-Codes wohl aber nicht.


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