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Samsung Galaxy Note 2 im Test
Leistungsfähige Hardware kombiniert mit cleverer Software

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Samsung Galaxy Note 2 im Test: Was kann der Nachfolger des Riesen-Smartphones? Trotz der guten Verkaufszahlen hinterließ das Galaxy Note in der netzwelt-Redaktion mehr Skepsis als Begeisterung. Der Nachfolger Galaxy Note II lässt im Test dagegen die letzten Zweifel am XXL-Smartphone-Konzept verschwinden.

Samsungs Galaxy Note II lässt die letzten Kritiker des XXL-Smartphone-Konzepts verstummen. Beim GT-N7100 merzt Samsung die Schwächen des Vorgängers konsequent aus und überrascht mit einer Vielzahl neuer Software-Funktionen. Diese und die leistungsfähigere Hardware lassen das Galaxy S3, den eigentlichen Star im Hause Samsung, alt aussehen.

Verarbeitung und Design

Das Galaxy Note II orientiert sich im Design an Samsungs Android-Vorzeigemodell Galaxy S3 - wobei das Modell an Ober- und Unterseite nicht ganz so stark abgerundet ist. Als Farben stehen Weiß und Titaniumgrau zur Auswahl - die letztere Farbvariante täuscht ein wenig über das Plastikgehäuse hinweg. Insgesamt wirkt das graue Note II deutlich hochwertiger als das Galaxy S3, auch wenn Samsung für das Gehäuse wieder einmal Polycarbonat verwendet. Der positivere Eindruck dürfte dabei auch mit dem hohen Gewicht von rund 180 Gramm zusammenhängen.

Deutlich gesteigert hat Samsung die Verarbeitungsqualität des zugehörigen Stylus SPen. Statt eines dünnen Mikadostäbchens ist der neue SPen nun in etwa so dick wie ein Bleistift, was das Zeichnen und Schreiben deutlich angenehmer macht. Trotz des dickeren Stiftes ist es Samsung gelungen, das Note II um 0,2 Millimeter dünner zu machen.

Hardware

Das Note II ist mehr noch als das Galaxy S3 ein Technologieträger. Unter der Haube werkelt zwar derselbe Exynos-Quad-Core-Prozessor wie im S3, Samsung hat diesen aber noch einmal mächtig nach oben getaktet. Statt mit 1,4 Gigahertz läuft der Chipsatz nun mit maximal 1,6 Gigahertz. Dieses führt in den Benchmarks noch einmal zu einem deutlichen Leistungsschub.

Benchmarks Apple iPhone 5 und Co.
Modell/BenchmarkSunspiderBrowsermarkGeekbench
Apple iPhone 5916,7 Millisekunden191.663 Punkte1.548 Punkte
Samsung Galaxy S31.485,2 Millisekunden143.257 Punkte1.585 Punkte
Samsung Galaxy Note II1.018,9 Millisekunden163.213 Punkte2.000 Punkte

Im Geekbenchmark deklassiert das GT-N7100 beispielsweise Apples iPhone 5 um satte 500 Punkte. In den Browser-Benchmarks Browsermark und Sunspider liegt es aber hinter dem neuen iPhone. Das Plus an Leistung sorgt zudem für mehr Abwärme. Nach knapp 30 Minuten GTA 3 ist das Note II deutlich wärmer als das Galaxy S3 - auch wenn die Wärmeentwicklung nicht so stark ist wie bei Nvidias Tegra 3-Prozessor.

Das Display wurde gegenüber dem Galaxy Note leicht verändert: Es ist breiter und bietet eine etwas geringere Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln, die Darstellung ist trotz der großen Displaydiagonalen noch sehr scharf und der Blickwinkel des Bildschirms groß. Dank Super-AMOLED-Technologie ist das Display auch im Freien gut ablesbar und liefert knackige Farben. Insbesondere Weißtöne wirken aber auf dem Bildschirm immer leicht gräulich - der Effekt verstärkt sich, je geringer die Displayhelligkeit ist.

Stylus 

Der beiliegende SPen ist nicht nur dicker, sondern auch deutlich sensibler als das ursprüngliche Modell. Er bietet nun wie der Stift des Tablet-Ablegers Galaxy Note 10.1 bis zu 1.024 Druckstufen, die Spitze ist zudem nicht starr wie beim Vorgänger, sondern beweglich. Ein Verschmieren von Schrift und Zeichnungen durch das Ablegen der Hand auf dem Display - wie es netzwelt noch beim Galaxy Note monierte - tritt beim Note II nicht auf.

Samsung Galaxy Note 2

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Optisch erinnert das Galaxy Note 2 an das Samsung Galaxy S3. (Bild: netzwelt)

Das Display sperrt die Zeichenfläche nach der Entnahme des Stiftes für Fingereingaben, nur Bedienelemente kann der Nutzer mit dem Finger dann auswählen. Auf Wunsch kann diese Sperre mit einem Tipp auf das Finger-Icon am unteren Bildschirmrand jedoch aufgehoben werden. Verbessert hat Samsung auch den Versatz. Zwar schreibt der Nutzer noch immer nicht genau an der Stelle auf dem Bildschirm, wo der Stift das Display berührt, der Abstand zwischen den beiden Punkten ist aber kaum spürbar.

Die SPens des Note I und Note II funktionieren übrigens jeweils auch mit dem anderen Gerät. Wer will, kann sich auch einen Premium-SPen für 29,90 Euro kaufen, dieser bietet eine zusätzliche Radierfunktion an der Oberseite. Noch ein Tipp: Wer auf dem Note II geheime oder persönliche Notizen anfertigt, sollte darauf achten, nach dem Schreiben einmal über das Display zu wischen. Im leichten Schmutzfilm sind Notizen mitunter bei abgeschalteten Bildschirm gut lesbar.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des Galaxy Note II bewegt sich auf dem Niveau des Galaxy S3, reicht aber nicht ganz an diese heran. Gesprächspartner klingen zwar klar und natürlich, im Test kam die eigene Stimme aber dumpf herüber. Störgeräusche aus der Umgebung vernahmen die Gesprächspartner deutlicher als beim S3. In lauten Umgebungen ist der Lautsprecher für den Freisprechmodus zudem zu leise.

Trotz der Größe schmiegt sich das Galaxy Note II aber beim Telefonieren noch bequem ans Ohr. Insbesondere bei längeren Telefonaten empfiehlt sich aber die Nutzung eines Bluetooth-Headsets. Dieses könnte auch die Sprachqualität noch einmal um ein paar Prozentpunkte nach oben heben.

Der Akku des Galaxy Note II lässt sich austauschen. Er bietet eine Kapazität von 3.100 Milliamperestunden, das sind noch einmal 600 Milliamperestunden mehr als beim ursprünglichen Galaxy Note. Hinzu kommen noch Einsparungen durch energieeffizentere Hard- und Software. Dementsprechend ausdauernd ist das Note II. Nach sieben Stunden intensiver Nutzung mit aktiviertem WLAN, GPS und eingelegter SIM-Karte zeigte der Akkuzeiger immer noch 64 Prozent an. Die Displayhelligkeit war dabei auf Autoregulierung gestellt. Eine halbe Stunde Film schauen in HD verbrauchte bei gleicher Konfiguration gerade einmal fünf Prozentpunkte.

Bis zu zwei oder gar drei Tage, je nach Nutzungsintensität, sollten für Note II-Nutzer also drin sein. Wem das nicht reicht, dem bietet Samsung die Möglichkeit, über einen Energiesparmodus die Akkulaufzeit zu optimieren. Unter anderem kann der Nutzer hier wie beim HTC One X+ die Prozessorleistung beschneiden, um Strom zu sparen. Selbst mit gedrosselter CPU lag das Note II in Benchmarks aber noch auf einem Niveau mit Top-Modellen wie dem LG Optimus 4X HD.

Multimedia

Die Kamera des Galaxy Note II bietet eine maximale Auflösung von 8 Megapixeln und nimmt Videos in Full HD auf. Auch bei der Kamera-App hat Samsung sich ins Zeug gelegt, sie bietet alle mit dem Galaxy S3 eingeführten Funktionen wie "Bestes Foto", neu hinzugekommen sind unter anderem ein Panorama-Modus und die Funktion "Bestes Gesicht". Die Kamera nimmt in diesem Modus automatisch mehrere Bilder pro Sekunde auf und der Nutzer kann danach ähnlich wie bei der kommenden Plattform BlackBerry 10 das beste Gesicht aus den Bildern auswählen und so beispielsweise verhindern, dass eine Person die Augen auf dem Gruppenfoto zu hat.

Samsung Galaxy Note II

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Nicht nur das Galaxy Note 2 hat Übergröße, sondern auch der Karton des Smartphones. (Bild: netzwelt)

Auch ein "Schwaches Licht"-Modus wurde eingeführt, der im Test einen guten Eindruck hinterließ. Aufgrund längerer Verschlusszeiten besteht hier aber Verwackelungsgefahr. Insgesamt bewegt sich die Kamera des Note II auf demselben hohen Niveau wie die des Samsung Galaxy S3 und muss sich nicht hinter der Konkurrenz vom Apple iPhone 5 oder HTC One X verstecken - außer Konkurrenz läuft natürlich das Nokia Pure View 808. Ein mit dem Galaxy Note II aufgenommenes Foto finden Sie hier.

Software

Als Betriebssystem kommt Android 4.1 Jelly Bean zum Einsatz, das Samsung mit seiner Touchwiz-Oberfläche überzogen hat. Diese bietet die bereits mit dem Galaxy S3 eingeführten intelligenten Bedienfunktionen, allerdings wurden diese noch erweitert. Die Eye-Tracking-Software der Frontkamera gleicht nun beispielsweise auf Wunsch Augen- und Bildschirmausrichtung ab und verhindert ein unerwünschtes Drehen des Bildschirminhaltes.

Ein Ruhemodus ermöglicht es in bestimmten Zeiträumen, nur Benachrichtigungen von ausgewählten Kontakten zu erhalten, zudem besitzt das Galaxy Note II seit dem letzten Software-Update eine Anbindung an Samsungs Speicherdienst SCloud, der nun nur noch Cloud heißt. Auch die Einstellmöglichkeiten für den Stylus SPen hat Samsung deutlich erweitert. Die Funktion SKeeper soll dem Nutzer etwa mit einem PopUp und einem Signalton warnen, wenn er den Stift droht zu vergessen. Im Test klappte dies jedoch nicht.

Samsung Galaxy Note vs. Galaxy Note II

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Das Galaxy Note II (rechts) ist minimal größer als der Vorgänger. (Bild: netzwelt)

Der Stift dient beim GT-N7100 nicht nur als bloßes Schreibinstrument, mit ihm lässt sich das Gerät auch bedienen. Die AirView-Funktion öffnet beispielsweise Vorschauen zu Fotoalben oder Terminen, wenn der Nutzer mit dem Stift über Ordner beziehungsweise Kalendereinträge fährt. Mittels Schnellbefehlen kann der Nutzer aber auch einen selbstdefinierten Befehl auf den Bildschirm zeichnen und damit eine bestimmte App oder Anwendung aufrufen. Zuvor muss er jedoch mit einer Geste den entsprechenden Modus aktivieren, wodurch sich die Zeitersparnis wieder reduziert.

Eine erhebliche Zeitersparnis hat der Nutzer aber beim Anlegen von Notizen: Das Note 2 registriert, wenn der Stift herausgezogen wird, und bietet auf Wunsch passende Apps zur Nutzung an oder blendet gleich ein kleines Notizfeld ein.

Der Nutzer hat zudem Zugriff auf diverse Samsung-Dienste wie Samsung Apps sowie den Music, Learning, Gaming und Video Hub. Allerdings behindern sich Samsung und Google mit ihren Funktionen stellenweise: Über den Home-Button (Doppeldruck) lässt sich sowohl der Sprachsteuerungsassistent SVoice als auch die Instantsuche Google Now aufrufen (langer Druck). Im Test war dies verwirrend. Oftmals rief die Redaktion versehentlich SVoice anstatt Google Now und umgekehrt auf.

Fazit

Beim Galaxy Note II merzt Samsung konsequent die Schwächen des Vorgängers aus. Die vielen smarten Funktionen der neuen TouchWiz-Oberfläche machen die Nutzung des Note II äußerst komfortabel. In Kombination mit der besseren Hardware lässt das GT-N7100 dadurch sogar das Galaxy S3 und Apples iPhone 5 alt aussehen.

Besitzer des Galaxy Note sollten vor dem Kauf aber zunächst das Android 4.1-Update für ihr Modell abwarten. Viele Verbesserungen basieren rein auf der neuen TouchWiz-Software, möglicherweise lässt die Jelly Bean-Aktualisierung daher den derzeit riesigen Abstand zwischen Note II und Note I schrumpfen.

Das Testgerät wurde netzwelt freundlicherweise vom Online-Shop getgoods.de zur Verfügung gestellt.

Kommentare zu diesem Artikel

Samsung Galaxy Note 2 im Test: Was kann der Nachfolger des Riesen-Smartphones? Trotz der guten Verkaufszahlen hinterließ das Galaxy Note in der netzwelt-Redaktion mehr Skepsis als Begeisterung. Der Nachfolger Galaxy Note II lässt im Test dagegen die letzten Zweifel am XXL-Smartphone-Konzept verschwinden.

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  • Vanessa I. schrieb Uhr
    AW: Übergroß und überaus gut: Samsung Galaxy Note II im Test

    Ich habe mir das Note 2 gekauft und ich liebe es weil es super aussieht und eine super Leistung hat Ich kann es nur empfeIen
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Übergroß und überaus gut: Samsung Galaxy Note II im Test

    @muensteraner: In Sachen Benchmarks wird sich sicherlich was tun, da Android 4.1 jedem Gerät einen Performanceschub verleihen soll. Leider lässt Jelly Bean für das S3 aber noch weiter auf sich warten :(

    Grüße nach Münster.
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Übergroß und überaus gut: Samsung Galaxy Note II im Test

    Heute Abend (19.10.2012 um 16 Uhr) hast du die Möglichkeit, Jan solche Fragen auch direkt im Hangout zu stellen. Weitere Informationen dazu folgen später. Der große Vorteil: Jan kann das Smartphone direkt in die Kamera halten und so viel anschaulicher erklären! :-)
  • muensteraner schrieb Uhr
    AW: Übergroß und überaus gut: Samsung Galaxy Note II im Test

    Mich würde interessieren in wiefern auch bei den angegebenen S3 Vergleichen die unterschiedlichen AndroidVersionen zu berücksichtigen sind. Ändert sich z.B. an den Benchmarks dadurch was? Gruß
  • Arthur Spooner schrieb Uhr
    AW: Übergroß und überaus gut: Samsung Galaxy Note II im Test

    @PampelmusenT80: Ich habe eben die Originalaufnahme mit dem Bild, welches auf dem Server liegt, verglichen. Die sind identisch. Die Randdaten, mit denen das Bild aufgenommen wurde lauten: Auflösung: 3264 x 2448 px bei 72 dpi Blende: 2.6 Belichtungszeit: 1/33 Sekunde ISO 125 Brennweite: 35 mm Klingt blöd aber hast du dieses Bild aufgerufen oder ein anderes? netzwelt.de/images/article/2012/testbild-galaxy-note-ii-16636.jpg Viele Grüße aus der Redaktion
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Übergroß und überaus gut: Samsung Galaxy Note II im Test

    @PampelmusenT80: Eigentlich sollte es die volle Auflösung haben, da muss ich noch mal schauen. Vielleicht ist auch beim Upload etwas schief gegangen.
  • PampelmusenT80 schrieb Uhr
    AW: Übergroß und überaus gut: Samsung Galaxy Note II im Test

    Hört sich gut an! Einzig das aufgenommene Foto scheint mir von der Auflösung doch ETWAS zu gering zu sein, mit welcher Pixelgröße wurde dieses denn gemacht? Detailreichtum sieht anders aus ;-)