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Apple iPod Touch 5G im Test (Oktober 2012)
Der teure, bunte Metallhammer

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Die fünfte Generation des iPod Touch macht seine Sache im Test sehr gut. Unterm Strich verbucht der Medienspieler viele Pluspunkte auf der Habenseite. Dennoch hinterlässt er Fragezeichen. Zum Beispiel: Wer kauft sich so etwas?

Die auffälligen Farben sind beileibe nicht die einzigen Neuerungen an Apples iPod Touch. Verbesserte Kamera, neuer Chip, vier Zoll großes Retina-Display und viele kleine Details kommen ebenfalls hinzu. Doch das Ganze hat seinen Preis - für die kleine Variante mit 32 Gigabyte großem Speicher verlangt Apple 319 Euro. Lohnt sich die Anschaffung, wenn ähnlich ausgestattete Smartphones ähnlich viel kosten?

Design und Verarbeitung

Zum ersten Mal gibt es den iPod Touch in so vielen unterschiedlichen Farben. Neben Weiß stehen noch Pink, Gelb, Silber, Blau, Rot und Schwarz zur Auswahl. Eine solch große Farbpalette dürften sich auch iPhone-Käufer wünschen. Hält man den neuen iPod Touch zum ersten Mal in den Händen, macht sich ein ähnliches Gefühl wie beim Anfassen des aktuellen iPhone-Modells breit. Der iPod ist leicht, gerade einmal 88 Gramm zeigt die Waage an.

Trotz des geringen Gewichts fühlt sich der 123,4 x 58,6 x 6,1 Millimeter große MP3-Player von Apple fast genauso hochwertig in den Händen an wie das iPhone 5, obwohl der iPod Touch mit einer Gehäusedicke von nur sechs Millimetern noch einmal flacher ist. Das Aluminium-Gehäuse ist vorbildlich verarbeitet. Spaltmaße sind nicht zu entdecken und Apple-typisch gibt es an der generellen Verarbeitung und Haptik nicht das Geringste zu beanstanden. Die Oberflächen sind dem ersten Eindruck nach auch deutlich unempfindlicher gegenüber Kratzern, als dies bei der Aluminium-Rückseite des Vorgängermodells der Fall war.

Genau wie beim iPhone befindet sich der Kopfhörerausgang an der Unterseite des Players, ebenso Apples neuer Lightning-Anschluss. Damit ist der neue iPod Touch ohne entsprechenden Adapter nicht mehr zu altem Zubehör kompatibel. Dafür bietet er andere Vorteile - so lässt sich das Kabel nun beidseitig anschließen. Im Gegensatz zum iPhone 5, das auf der Unterseite prominent platzierte Lautsprecheraussparungen aufweist, hält der iPod Touch lediglich mit fünf kleinen Löcher im Alu dagegen. Wir sind gespannt, wie der interne Lautsprecher des Multimedia-Players klingt.

Die übrigen Bedienelemente sind keine Überraschung. Genau wie die Vorgängermodelle verfügt auch der iPod Touch der aktuellen Generation über einen Power-Schalter auf der Oberseite, flankiert von seitlich angebrachten Lautstärkereglern. Eine Stummschaltungstaste, die Hinweis- und Alarmtöne deaktiviert, findet sich nicht.

Apple iPod touch 5G im Test

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Der neue iPod touch ist schon wieder ein aktuelles iPhone-Modell - nur ohne die Telefonfunktion. (Bild: netzwelt)

Neu am Gehäuse ist der so genannte Loop - eine kleine, runde Metallfläche zum Anbringen einer Trageschlaufe. Diese wird passend zur Farbe des Gehäuses mitgeliefert. Bei Nichtgebrauch lässt sich die Metallaufnahme in das Gehäuse eindrücken - und verschwindet so im Alltag. Beim Testgerät von netzwelt knirscht der Mechanismus allerdings ein wenig.

Display, Leistung und Software

Der neue iPod Touch verfügt über exakt das gleiche Display wie das iPhone 5. Es handelt sich also um einen vier Zoll großen Retina-Bildschirm mit einer Auflösung von 1.136 x 640 Bildpunkten. Natürlich profitiert auch der iPod von der leicht vergrößerten Bildschirmdiagonale. Vor allem bei Spielen ist dies der Fall. Und Spiele aus dem App Store gehören wohl zu den am meist genutzten Funktonen des iPod Touch.

Aber auch bei der gelegentlichen Filmwiedergabe hinterlässt das Display im 16:9-Format einen guten Eindruck. Das Display lässt sich auch bei Sonnenlicht noch halbwegs gut ablesen und kann bei Farbtreue und Kontrast ebenfalls Pluspunkte sammeln.

Viele bezeichnen den iPod Touch als iPhone ohne Telefon-Funktionen. Dies trifft auch auf die aktuell fünfte Generation des iPod Touch zu. Im Wesentlichen kann der ehemalige Musikspieler all das, was auch das iPhone 5 kann. Selbst der Sprachassistent Siri hat Einzug gefunden - nur lassen sich eben keine Telefonate über das Mobilfunknetz tätigen. Alles was Sie über iOS 6 wissen sollten, hat netzwelt in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.

Der iPod Touch der fünften Generation kommt ab Werk mit iOS 6 ins Haus.

In einem nicht unwesentlichen Punkt aber hebt sich das iPhone 5 vom iPod Touch ab: Das Apple-Smartphone verfügt über den Apple-eigenen A6-Chip, während iPod-Touch-Käufer mit dem Dual-Core-Chip A5 aus dem iPhone 4S leben müssen.

Verwendet man iPhone 5 und die aktuelle Generation des iPod Touch parallel, fallen Unterschiede bei der Leistung durchaus auf. Der iPod öffnet Anwendungen einen Tick langsamer und genehmigt sich auch beim ein oder anderen Spiel eine spürbar längere Denkpause. Doch die Unterschiede sind marginal und sollten die Kaufentscheidung nicht wesentlich beeinflussen. Zu beachten ist jedoch: Kommende Anwendungen im App Store könnten größere Leistungsunterschiede zwischen iPhone 5 und iPod Touch aufdecken.

Die Akkulaufzeit konnten wir noch nicht ausgiebig testen, da dafür das Testgerät zu frisch in der Redaktion eingetroffen ist. Nach ausgiebigem Ausprobieren aller Funktionen, Surfen im Internet, Abspielen von Musik und drahtlosen iCloud-Transfers zeigt die Anzeige allerdings noch immer 92 Prozent Restkapazität an. Apple selbst gibt eine Laufzeit von bis zu 40 Stunden bei reiner Musikwiedergabe und bis zu acht Stunden bei der Wiedergabe von Videos an. Die Werte scheinen realistisch, zumal Apple in der Vergangenheit die Werte stets realistisch angegeben hat.

Kamera-Qualität

Die beiden Kameras des iPod Touch sind zum ersten Mal eine nähere Betrachtung wert - taugten die in den Vorgängermodellen verbauten Linsen doch noch nicht einmal für Schnappschüsse. Dies ist nun anders. Die Hauptkamera auf der Rückseite mit einer Auflösung von fünf Megapixeln liefert unter günstigen Lichtbedingungen durchaus brauchbare Bilder.

Der über den Touchbildschirm steuerbare Fokus stellt den ausgewählten Bildausschnitt zügig scharf und dank iOS 6 lassen sich mit dem iPod nun auch eindrucksvolle Panorama-Aufnahmen anfertigen. Die generelle Kameraqualität ist schlechter als die des iPhone 4S und iPhone 5, aber vergleichbar mit der des iPhone 4.

In der Dämmerung oder Räumen mit schwacher Beleuchtung zeigt die iPod-Kamera aber deutliche Schwächen - sofort ist großflächiges Rauschen in den Bildern erkennbar. Da hilft auch die eingebaute LED-Fotoleuchte nicht wirklich weiter, da sie es nicht schafft, Objekte, die weiter als zwei Meter entfernt sind, ausreichend auszuleuchten.

Kann die iPod-Kamera also ernsthaft die günstige Digitalkamera ersetzen? Wir halten es in diesem Fall mit Apple: Die beste Kamera ist diejenige, die man immer dabei hat. Wer jedoch seine Bilder eher in geschlossenen Räumen, auf Partys oder bei Dämmerung aufnimmt, wird mit der Bildqualität nicht wirklich zufrieden und weiterhin auf eine klassische Digicam angewiesen sein. Auch die Qualität der Frontkamera, die nun mit 1,2 Megapixeln auflöst, hat Apple verbessert. Für mehr als Facetime- oder Skype-Telefonate ist sie aber noch immer nicht zu gebrauchen.

Hörprobe

Das Abspielen von Musik verkommt mit Blick auf die vielen Funktionen, die der iPod mittlerweile bietet, fast schon zur Nebensache. Dennoch bietet sich natürlich gerade das Modell mit 64 Gigabyte großer Speicherkapazität für das Pflegen großer Musiksammlungen an.

Apple iPod touch 5G im Test

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Der neue iPod touch ist schon wieder ein aktuelles iPhone-Modell - nur ohne die Telefonfunktion. (Bild: netzwelt)

Im Lieferumfang des iPod Touch sind Apples Earpods enthalten. Einen Kurztest der Kopfhörer hat netzwelt bereits an dieser Stelle veröffentlicht. Im Gegensatz zu den Ohrhörern, die dem Apple-Smartphone beiliegen, verfügen die iPod-Kopfhörer jedoch nicht über die im Kabel eingelassene Fernbedienung. Besitzer eines iPods müssen daher jedesmal zum Gerät greifen, um die Lautstärke zu ändern oder das Lied zu wechseln. Um die Klangqualität zu beurteilen, kamen außerdem die Bügelhörer-Klassiker Koss Porta Pro sowie Shure E500PTH zum Einsatz.

Subjektiv konnten wir klanglich keinen Unterschied zwischen dem aktuellen iPod Touch und seinem direkten Vorgänger feststellen. Schätzungsweise 95 Prozent der Käufer werden daher wohl mit dem Klang zufrieden sein und sich keine weiteren Gedanken darüber machen. Netzwelt ist jedoch der Ansicht, dass der Markt für audiophil veranlagte Menschen bessere Musik-Spieler parat hält.

Die Musikapp hat Apple im Zuge von iOS 6 leicht verändert, sollte aber niemanden vor ungewohnte Herausforderungen stellen.  Der interne Lautsprecher ist leider noch immer nicht wirklich der Rede wert. Zur Wiedergabe von Systemklängen gerade noch ausreichend, machen selbst Hörspiele keinen wirklichen Spaß.

Was fehlt

Der iPod Touch macht seine Sache gut, dennoch fehlen ihm ein paar Ausstattungsdetails, die ihm mehr als gut zu Gesicht gestanden hätten. Da wäre zum einen der fehlende GPS-Sensor. Der iPod Touch in einem entsprechenden Gehäuse zur Befestigung an der Windschutzscheibe gäbe einen brauchbaren Ersatz für ein Navigationsgerät ab. Auch die zahlreichen Fitness-Apps, die immer mehr Menschen nutzen, würden von einem GPS-Empfänger profitieren. So findet sich Apples Karten-App zwar auf dem iPod Touch - die Position wird aber ausschließlich bei empfangbaren WLAN-Netzen ermittelt.

Verschmerzbarer, aber dennoch wünschenswert ist da schon der fehlende Helligkeitssensor. Regelt das iPhone 5 auf Wunsch die Beleuchtung der Retina-Anzeige automatisch und hilft so dabei, Akkustrom zu sparen, muss der iPod Touch-Besitzer selbst in den Einstellungen Hand anlegen. Ärgerlich ist auch die Tatsache, dass Apple dem iPod kein externes Netzteil mit beilegt. Bei einem Gerätepreis von über 300 Euro ist der Besitzer zum Aufladen des Multimedia-Players daher stets auf einen Computer angewiesen. Oder er kauft für knapp 20 Euro ein entsprechendes USB-Ladegerät.

Und wenn wir gerade bei der Wunschliste an Apple sind: Auch ein ganz normales FM-Radio, wie es zum Beispiel auch der neue iPod nano bietet, hätte dem iPod Touch mit Sicherheit nicht geschadet.

Fazit

Der iPod Touch ist der beste iPod aller Zeiten - aber das war Ihnen mit Sicherheit auch schon vorher klar. Punkte sammelt der Medienspieler längst nicht mehr nur durch einfache Bedienung oder ansprechendes Design. Beim iPod Touch der fünften Generation sind es vor allem das sehr gute Display und die endlich brauchbare Kamera, die Kaufanreize schaffen. Das Paket iPod Touch ist nach wie vor ohne Konkurrenz - auch Samsungs Galaxy Player-Reihe spielt in einer weit niedrigeren Liga.

Jedoch fällt der Käuferkreis dieser iPod Touch-Generation doch auffallend klein aus. Wer braucht schon einen Medien-Player für deutlich über 300 Euro, wenn zu diesem Preis durchaus empfehlenswerte Smartphones gehandelt werden? Kinder und Jugendliche etwa, deren Eltern zwar eine gut gefüllte Brieftasche haben, die ihren Sprösslingen aber keine astronomischen Handyrechnungen dauerhaft bezahlen wollen. Oder Menschen, die bislang noch kein iOS-Gerät ihr Eigen nennen und im Alltag einfach kein Smartphone benutzen wollen. Eine kleine Zielgruppe, wie gesagt. Aber offenbar gibt es sie. Und das Vorgängermodell gibt es ja ebenfalls noch zu kaufen.

Kommentare zu diesem Artikel

Die fünfte Generation des iPod Touch macht seine Sache im Test sehr gut. Unterm Strich verbucht der Medienspieler viele Pluspunkte auf der Habenseite. Dennoch hinterlässt er Fragezeichen. Zum Beispiel: Wer kauft sich so etwas?

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  • Gustaf Gutenfeld schrieb Uhr
    AW: Mit Retina-Display: Apple iPod Touch 5G im ausführlichen Test

    Netzwelt hat einen Riesen Dachschaden

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Apples fünfte Generation des iPod Touch macht - wen wundert es - eine gute Figur. Aber es gibt auch handfeste Kritik. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Ladegerät im Lieferumfang?
http://www.netzwelt.de/news/94017-apple-ipod-touch-5g-test-oktober-2012.html
2012-10-17 17:57:28
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/mango-update-ende-oktober-allen-windows-phones-deutschland-verfuegbar--bild-screenshot8523.jpg
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