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Foxconn: Apple-Zulieferer setzt kranken Mitarbeiter unter Druck Erneut Kritik wegen schlechter Arbeitsbedingungen

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Foxconn steht erneut in der Kritik. Der Apple-Zulieferer setzt offenbar die Familie eines Arbeiters unter Druck, der sich auf dem Fabrikgeländes des taiwanischen Herstellers schwer verletzte.

Erneut Kritik an Foxconn. Offenbar setzt der Apple-Zulieferer einen schwer kranken Mitabeiter unter Druck. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, verlangt der iPhone 5-Hersteller, dass der 26-Jährige auf ärztliche Behandlung verzichtet.

Seit dem Marktstart des iPhone 5 mehrt sich erneut die Kritik an Foxconn. Erst kürzlich streikten Tausende Arbeiter. (Quelle: Ye Fudao/China Labor Watch)

Seit der Veröffentlichung des iPhone 5 geraten Apple und Zulieferer Foxconn wieder verstärkt in die Kritik. Erst kürzlich protestierten Tausende Arbeiter in einer chinesischen Fabrik des taiwanischen Unternehmens gegen die Streichung von freien Tagen und den zu hohen Qualitätsstandard, den Apple in der Fertigung des iPhone 5 offenbar fordert.

Fabrikunfall

Nun berichtet Reuters von Zhang Tingzhen, einem Arbeiter in einer südchinesischen Foxconn-Fabrik. Im letzten Jahr erlitt er einen Stromschlag, als er eine Lampe reparierte, und fiel vier Meter in die Tiefe. Als Folge musste er fünf Operationen über sich ergehen lassen, hat seine Erinnerung verloren und kann weder richtig sprechen noch problemlos laufen.

Bisher hat Foxconn die gesetzlich vorgeschriebene medizinische Versorgung übernommen, setzt die Familie des Arbeiters jedoch ständig unter Druck, den 26-Jährigen aus dem Krankenhaus zu nehmen. "Sie können sich nicht vorstellen, was ich alles tun musste, damit wir das Geld bekommen, um uns um unseren Sohn zu kümmern", sagte der Vater des Jungen der Nachrichtenagentur.

Foxconn bestreitet, Zahlungen mit Absicht zurückgehalten oder verspätet überwiesen zu haben. Das Unternehmen verlangt Reuters zufolge allerdings von dem Arbeiter, sich seine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen zu lassen. Dafür müsste der Betroffene jedoch 70 Kilometer in eine andere Stadt fahren - gegen die Empfehlung seiner Ärzte, die ihm aus gesundheitlichen Gründen eine solch lange Fahrt nicht empfehlen.

Viele sind gar nicht versichert

Foxconn zahlt umgerechnet 1.800 US-Dollar pro Monat an die Familie. Für die komplette medizinische Versorgung und den Unterhalt der Familie reicht dies nicht. Dennoch haben Zhang Tingzhen und seine Familie Glück im Unglück, da vier von zehn Arbeitern in China überhaupt nicht versichert sind.

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Annika Demgen
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