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Outdoor-Smartphone CAT B10 im Test
Nicht nur für Bauarbeiter geeignet

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Baumaschinenhersteller Caterpillar präsentiert mit dem CAT B10 ein echtes Outdoor-Smartphone. Technisch ist das Modell nicht mehr auf dem neuesten Stand, kann dafür aber mit einer Dual-SIM-Funktion punkten.

Weder Pfützen noch harte Böden oder springende Redakteure konnten dem CAT B10 im Test etwas anhaben. Das Outdoor-Smartphone zeigt sich so unverwüstlich wie die Baumaschinen des Herstellers. Hard- und Softwaretechnisch hinkt das CAT B10 aber der Konkurrenz etwas hinterher.

Design und Verarbeitung

Die Marke Caterpillar, kurz CAT, steht für Robustheit, egal ob es um Schuhe, Jacken oder den eigentlichen Geschäftsbereich Baumaschinen geht. Das CAT B10 macht dabei keine Ausnahme: Das Gehäuse ist wie die der Konkurrenten Motorola Defy oder Samsung Galaxy XCover IP67-zertifiziert und bietet damit Schutz gegen Staubablagerungen und Eindringen von Wasser. Laut Norm IEC 60 529 kann das CAT B10 bis zu 30 Minuten lang in ein bis zu einen Meter tiefes Wasserbecken getaucht werden, ohne das Feuchtigkeit in das Gehäuse dringt. Im netzwelt-Test hielt das CAT-Smartphone ein entsprechendes Tauchbad problemlos durch - auch wenn minimal Wasser in das Gehäuse eindrang.

Nutzer sollten daher darauf achten, dass der Batteriedeckel fest verschlossen ist. Dieser ist mit zwei Schlitzschrauben am Gehäuse befestigt. Zum Lösen und Festziehen legt Caterpillar einen Mini-Schraubendreher bei, befestigt an einem CAT-Schlüsselband mit Karabinerhaken und Kompass. Wesentlich schneller und bequemer schraubt es sich aber mit einem größeren Schlitzschraubendreher.

Auch wenn sich das CAT B10 in Sachen Schutzklasse nicht von anderen Outdoor-Smartphones unterscheidet, wirkt das Modell deutlich robuster als die Konkurrenten. Denn das Smartphone steckt ähnlich wie das Sonim XP3 in einem mehr als zwei Zentimeter dicken Gummi-Gehäuse, das im Test sämtliche Stürze schadlos überstand. Handy-Weitwurf ist mit dem CAT B10 auch kein Problem. Laut Hersteller hält das CAT B10 sogar Druck von bis zu einer Tonne stand. Wer sich also mal ausversehen auf das Smartphone setzt oder darauf tritt, wird es nicht beschädigen.

Das dicke Gehäuse und das hohe Gewicht von knapp 200 Gramm machen das CAT B10 allerdings nur mit tiefen Hosentaschen kompatibel. Dafür lässt es sich mit dem beiliegenden Schlüsselband samt Karabinerhaken an Gürtel, Hose oder Rucksack sicher befestigen. Ein weiteres Problem stellen aber die Anschlüsse für Micro-USB und Kopfhörer da - sie sind unter einer Gummikappe tief im Gehäuse verborgen. Nicht jedes Mini-USB-Kabel oder jeder Kopfhörer passt daher problemlos in das CAT B10.

Hardware

Das CAT B10 ist zwar hart im Nehmen, hardwaretechnisch ist das Outdoor-Smartphone aber sehr schwachbrüstig. Im Inneren werkelt ein 800 Megahertz starker Qualcomm-Prozessor, der es im Geekbench-Mark gerade einmal auf 155 Punkte bringt. Vergleichbare Modelle erreichen hier die doppelte Punktzahl.

CAT B10

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Mit dem CAT B10 präsentiert Baumaschinenhersteller Caterpillar ein robustes Outdoor-Smartphone. (Bild: netzwelt)

Die mangelnde Rechenpower merkt der Nutzer auch im Alltag - etwa beim Drehen des Bildschirms vom Hoch- ins Querformat, beim Laden von Apps oder auch durch kleinere Ruckler selbst bei Spielen wie Angry Birds Space. Die Ladezeiten beim Surfen im Internet sind dagegen noch erträglich.

Ein weiteres Manko ist das 3,2 Zoll große Display. Es bietet zum einen nur eine geringe Auflösung von 480 x 320 Pixeln und zum anderen auch einen sehr kleinen Blickwinkel. Schrift wirkt dadurch auf dem Display unscharf, zudem lassen sich Inhalte bei Sonneneinstrahlung im Freien nur schwer ablesen. Der Touchscreen reagierte im Test teilweise nur mit Verzögerung - mit Handschuhen bedienen lässt er sich leider nicht.

Knapp bemessen ist der interne Speicher, er bietet lediglich Platz für 150 Megabyte an Daten. Im Test war der Speicher nach der Installation von Angry Birds, Angry Birds Space, Fruit Ninja, Geekbench 2, Elixir und der App System-Information voll. Will der Nutzer Fotos oder Videos aufnehmen, fordert ihn das CAT B10 auch im Werkzustand gleich dazu auf, eine Speicherkarte einzulegen. Erweitern lässt sich der Speicher mit einer solchen um bis zu 32 Gigabyte.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Das CAT B10 ist ein Dual-SIM-Handy, das bedeutet: Der Nutzer kann es mit zwei SIM-Karten gleichzeitig betreiben und ist dann unter zwei Nummern, etwa seiner privaten und seiner beruflichen, gleichzeitig erreichbar. Telefoniert er jedoch auf der einen Leitung, wird die zweite SIM-Karte vorübergehend deaktiviert. Anrufer erreichen hier nur die Mailbox. Die Einstellungsmöglichkeiten für den Dual-SIM-Betrieb fallen gering aus, so lässt sich beispielsweise die geschäftliche Nummer nicht nach Feierabend deaktivieren, dafür muss der Nutzer die SIM-Karte aus dem Schacht entfernen.

Der zweite SIM-Schacht lässt sich beim Urlaub im Ausland auch für eine lokale Prepaid-Karte nutzen, mit der der Nutzer dann günstig surfen kann. Doch Vorsicht: Wie bei den meisten Dual-SIM-Handys unterstützt nur ein Schacht das schnelle Surfen über eine 3G-Verbindung, der andere surft maximal mit GPRS-Geschwindigkeit. Die SIM-Schächte sind entsprechend gekennzeichnet: Der 3G-Schacht trägt die Aufschrift "WCDMA", der 2G-Schacht die Aufschrift "GSM".

Das CAT B10 präsentierte sich im netzwelt-Test als äußerst robust.

Zum Anrufen und Auflegen stehen physikalische Tasten zur Verfügung. Betreibt der Nutzer das CAT B10 aber mit zwei SIM-Karten, muss er dennoch teilweise auf den Touchscreen ausweichen, um festzulegen, mit welcher SIM-Karte er nun telefonieren will. Die Sprachqualität ist gut. Störgeräusche waren nicht auszumachen - auch wenn die Geräuschreduzierung in lauten Umgebungen nicht mit Spitzenmodellen wie dem Galaxy S3 oder dem HTC One X mithalten kann. Die Gesprächspartner klangen zudem natürlich. Unterbrechungen blieben im Freisprechmodus aus, er ist in lauten Umgebungen aber zu leise.

Der Akku bietet eine Kapazität von 2.000 Milliamperestunden. Im Standby-Betrieb hielt er im netzwelt-Test eine ganze Woche durch. Je nach Nutzungsintensität sollten mit dem CAT B10 Laufzeiten von zwei bis drei Tagen möglich sein.

Software

Als Betriebssystem kommt Android 2.3.5 zum Einsatz. Ein Update auf Android 4.0 wird es laut Hersteller nicht geben. Änderungen an der Nutzeroberfläche nimmt CAT praktisch nicht vor. Das CAT B10 enthält lediglich einige Web-Apps, die auf bestimmte Bereiche der CAT-Homepage verlinken - etwa CAT used, ein Bereich, in dem gebrauchte Baumaschinen gehandelt werden. Zudem ist als Klingelton das Röhren einer Baumaschine voreingestellt.

Multimedia

Die rückseitige Kamera nimmt Bilder mit einer maximalen Auflösung von 5 Megapixeln auf. Die Fotos wiesen im Test aber eine geringe Detailtiefe auf, die Farben wirkten zudem sehr blass. Für Schnappschüsse auf Wanderungen oder auf der Baustelle ist die Kamera dennoch zu gebrauchen. Ein mit dem CAT B10 aufgenommenes Testbild finden Sie hier. Videos nimmt das CAT B10 nur in VGA-Auflösung auf.

Die Kamera kann der Nutzer über den Touchscreen oder über die Kamera-Taste auslösen. Der Auslöser ist aber sehr schwerfällig - das Auslösen per Fingertipp daher zu empfehlen. Schön: Über eine Taste an der Seite kann die Fotoleuchte auf Wunsch jederzeit aktiviert und als Taschenlampe genutzt werden.

Der Lautsprecher fällt angesichts des riesigen Gehäuses winzig aus. Er ist wenig kraftvoll und Musik klingt sehr blechern, zur Hintergrundbeschallung ist das CAT B10 daher nicht geeignet. Über Kopfhörer ist der Klang deutlich besser, allerdings fehlen dem Standard-Android-Player einige Komfortfunktionen wie ein Equalizer.

Fazit

Das CAT B10 hinterließ im Test einen robusteren Eindruck als seine Konkurrenten Motorola Defy+, Sony Ericsson Xperia active und Samsung Galaxy XCover. Hard- und Software sind aber überholt und hinken der teilweise auch schon ein Jahr alten Konkurrenz hinterher.

Wer eher ein Smartphone sucht, das gegen die Tücken des Alltags resistent ist, wird daher mit den Konkurrenzmodellen glücklicher. Wer dagegen wirklich ein Smartphone für den Outdoor-Einsatz sucht, sollte zum CAT B10 greifen.

Das Modell wird online aktuell für rund 360 Euro gehandelt.

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Baumaschinenhersteller Caterpillar präsentiert mit dem CAT B10 ein echtes Outdoor-Smartphone. Technisch ist das Modell nicht mehr auf dem neuesten Stand, kann dafür aber mit einer Dual-SIM-Funktion punkten.

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Outdoor-Smartphone CAT B10 im Test
Outdoor-Smartphone CAT B10 im Test
Das CAT B10 ist äußerst robust, technisch gesehen hat es es aber gegen die Konkurrenz von Motorola Defy+ oder Samsung Galaxy Xcover schwer.
http://www.netzwelt.de/news/93929-outdoor-smartphone-cat-b10-test.html
2012-10-09 16:43:09
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Outdoor-Smartphone CAT B10 im Test