Ein Jahr nach dem Tod von Steve Jobs

Sonntagsfrage: Hat sich Apple verändert?

"Ich möchte euch versichern, dass Apple sich nicht verändert", schrieb Tim Cook, Nachfolger von Steve Jobs auf dem Chefposten von Apple, bei seinem Amtsantritt. Der neue Mann an der Konzernspitze erscheint jedoch kompromissbereiter und offener als sein Vorgänger. Doch ist das nun gut oder schlecht für den Hersteller aus Cupertino?

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Tim Cook macht als Apple-Chef einiges anders als sein Vorgänger Steve Jobs: So willigte er etwa ein, den Aktionären künftig eine Dividende zu zahlen, und gab offen zu, der ewigen Patentstreitigkeiten mit Konkurrenten wie Samsung oder HTC überdrüssig zu sein. Höhepunkt der neuen Offenheit: Als sich die Beschwerden über den fehlerhaften neuen Kartendienst Apple Maps mehrten, reagierte Cook prompt und bat in einem offenen Brief um Entschuldigung. Mehr noch: Er empfahl sogar vorübergehend die Nutzung der Konkurrenzprodukte von Nokia und Google. 

"Das hätte es unter Jobs nicht gegeben"

"Das hätte es unter Jobs nicht gegeben", kommentierten zahlreiche Medien und Nutzer das Vorgehen von Cook und erinnerten an Steve Jobs' eigenwilligen Umgang mit dem Antennagate beim iPhone 4. Statt einer riesigen Rückrufaktion verteilte Apple kostenlose Schutzhüllen und empfahl, das Smartphone nicht in einer bestimmten Position zu halten. Die Offenheit, die Cook an den Tag legt, mag man beim Kartendesaster noch begrüßen, in anderen Punkten zerstört sie aber viel vom Apple-Image, das Jobs aufgebaut hat - sagen Kritiker.

Ist bei Apple ein Jahr nach Steve Jobs alles gut oder schlecht?

1. Es gibt keine Krise. Apple ist das gleiche Unternehmen wie zuvor. Jobs Werte sind schließlich die DNA von Apple! 2. Traurig, was aus Apple geworden ist. Wäre Steve Jobs noch lebendig, er würde Cook entlassen. 3. Tim Cook macht einiges anders, aber Apple und Apple-Produkte sind weiterhin klasse. 4. Weiß nicht, was sagen die anderen?

Die Präsentation des iPhone 5 verkam in den Augen vieler Beobachter zu einer Gähn-Veranstaltung. Nahezu jedes Detail des neuen Smartphones war bekannt - und auch das Design hatte man schon vorab in Blogs gesehen - dabei hatte niemand einen Prototypen in einer Bar verloren. Die von Cook versprochene erhöhte Geheimhaltung verkam zur Farce.

"Wenn Jobs lebe, würde er Tim Cook entlassen"

Selbst wenn Apple aber noch ein "One more Thing" im Ärmel gehabt hätte, die Begeisterung hätte sich wohl Kritikern zufolge trotzdem in Grenzen gehalten. Cook vermöge mit seinen Reden die Leute nicht so zu fesseln, wie Jobs es tat. Der neue Apple-Chef hält sich auch mehr im Hintegrund und lässt die Produkte von seinen Untergebenen vermarkten. Nur ganze 11 Minuten redete Cook auf dem iPhone-Event, rechneten US-Medien aus.

Sie sehen Cooks mangelde Ausstrahlung auch als Hindernis für neue innovative Apple-Produkte an. Bislang habe sich Apple darauf beschränkt, nach Jobs' Tod noch von ihm abgesegnete Produkte zu enthüllen. Neue revolutionäre Geräte wie der iTV würden dagegen am Widerstand der Fernsehsender scheitern. Hier fehle Apple nun das Verhandlungstalent von Jobs. Angesichts der Entwicklung kommt das Wirtschaftsmagazin Forbes in einem Kommentar zu dem Schluss: "Wäre Steve Jobs noch lebendig, er würde Cook entlassen."

Wie sehen Sie Apple? Hat sich das Unternehmen ohne Steve Jobs zum Positiven verändert? Oder ist dem Hersteller aus Cupertino die Magie abhanden gekommen? Faszinieren Sie Apple Keynotes noch immer oder sehnen sie sich nach einem "One more Thing"? Stimmen Sie ab und diskutieren Sie mit anderen Lesern und der Redaktion im Forum.

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