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Samsung ST200F im Test
Günstige Social-Kamera ohne Android

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Samsung stattet die ST200F mit einem WLAN-Modul aus. Damit wählt sich die Kompaktkamera ins Internet ein und stellt Fotos direkt online, lässt sich aber auch von Smartphones aus fernbedienen.

Schon vor Erscheinen der Galaxy Camera hatte Samsung eine Kompaktkamera mit WLAN-Modul im Angebot. Die ST200F stellt Bilder direkt online, lässt sich über Smartphones fernsteuern und kostet nur einen Bruchteil der Android-Kamera.

Zehnfacher Zoom

Samsung stattet die ST200F mit einem CCD-Bildsensor in der für Kompaktkameras typischen Größe von 1/2,3 Zoll aus. Bei Kantenlängen von 6,17 x 4,55 Millimetern liefert der Chip Fotos mit bis zu 16,1 Megapixeln und Videos in HD-Auflösung.

Das Objektiv der ST200F verfügt über einen zehnfachen Zoom, umgerechnet ins Kleinbildformat reicht die Brennweite von 27 bis 270 Millimeter. Ein optischer Bildstabilisator hilft bei der Verringerung von Unschärfen. Die Kamera bewegt ihr Objektiv zügig, aber nicht übermäßig schnell - gleiches gilt für die Arbeitsgeschwindigkeit des Autofokus

Die Samsung ST200F hält für Fotos und Videos je eine Vollautomatik und eine Programmautomatik, in der sich mehr Einstellungen anpassen lassen, bereit. Darüber hinaus stehen sechs Szenenprogramme und eine Live-Panorama-Funktion zur Verfügung.

Samsung ST200F im Test

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Die Kamera verfügt über eine WLAN -Modul und gelangt so ins Internet oder lässt sich von Smartphones fernbedienen. (Bild: netzwelt)

Der drei Zoll große Bildschirm verfügt über eine Auflösung von nur 460.000 Pixeln, zeigt aber noch ausreichend viele Details an. Allerdings ist der Monitor weder besonders hell noch blickwinkelstabil, so dass sich die Anzeige schon nach wenigen Grad verdunkelt und bei etwa 45 Grad nicht mehr zu erkennen ist.

Internet und Smartphone-Fernbedienung dank WLAN

Mit ihrem WLAN-Modul baut die Samsung ST200F ihr eigenes drahtloses Netzwerk auf oder wählt sich in bestehende Netze ein. Die WLAN-Einstellungen sind jedoch gut versteckt und erscheinen erst, wenn der Fotograf ein Bild oder Video bei Facebook, Picasa, Youtube und Photobucket oder in seinen SkyDrive-Account hochladen will. Die Eingabe von Passwörtern oder Kommentaren zu den Fotos erweist sich als Fleißarbeit, da jedes Zeichen und jeder Buchstabe einzeln ausgewählt und bestätigt werden muss.

Wählt der Nutzer auf der ST200F die "Remote Viewfinder"-Funktion aus, baut die Kamera ihr eigene,s ungesichertes WLAN auf. Mit diesem muss der Fotograf sein Smartphone verbinden und die für Android und iOS verfügbar App "Remote Viewfinder" starten.

Über die App lassen sich das Blitzlicht und die Auflösung verstellen sowie der Selbstauslöser aktivieren. Will der Nutzer ein Foto aufnehmen oder die Brennweite verändern, reagiert die ST200F erst mit einer deutlichen Verzögerung, die teilweise mehrere Sekunden beträgt. Nach erfolgter Aufnahme lassen sich die Bilder auf das Smartphone übertragen.

Eine neue Bedienoberfläche

Die Bedienung der Samsung ST200F erfolgt mit der rechten Hand. Mit ihren Fingern erreicht der Nutzer alle Bedienelemente. Hierzu gehören der Auslöser mit umgebender Zoomwippe auf der Oberseite sowie vier Tasten und ein Vier-Wege-Steuerring auf der Rückseite. Die einzelnen Knöpfe weisen klare Druckpunkte auf.

Mit der "Home"-Taste gelangt der Nutzer ins Startmenü, wo Aufnahmeprogramme, sieben Filter, fünf weitere Szenenprogramme, ein Foto-Album, ein Foto-Editor sowie die WLAN-Funktionen zur Auswahl stehen. Die "Menu"-Taste ruft die Aufnahmeeinstellungen auf. Die zwei weiteren Tasten dienen zum Starten der Bildwiedergabe und zum Löschen von Aufnahmen.

Mit dem Steuerring bewegt sich der Fotograf nicht nur durch die Menüs, sondern hat auch direkten Zugriff auf die Einstellungen von Blitzlicht, Selbstauslöser und Fokus-Art sowie auf die Menge der auf dem Bildschirm angezeigten Informationen.

Standard-Sensor mit unterdurchschnittlichen Ergebnissen

Insgesamt bewegt sich die Bildqualität der Samsung ST200F noch im Durchschnittsbereich der Kompaktkameras, aber eher im unteren Bereich. Betrachtet man die Aufnahmen in der 1:1-Ansicht fällt auf, dass bei feinen Objekten, etwa Haaren, die Detailgenauigkeit im Vergleich zum restlichen Bild deutlich nachlässt.

Davon abgesehen wirken die Konturen scharf und die Farben natürlich. Kontraste setzt die ST200F sinnvoll um. Bei wenig Licht sollte man allerdings nicht ohne Blitz fotografieren, da schon bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 100 bei genauem Hinsehen leichte Bildstörungen zu erkennen sind. Bei ISO 400 tritt das Bildrauschen deutlicher zu Tage und fällt bei ISO 800 auch bei einer verkleinerten Ansicht auf. Ab ISO 1.600 sind die Aufnahmen quasi unbrauchbar.

Samsung ST200F Testbilder

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Zimmerbeleuchtung ein, Blitzlicht aus: ISO 100, Blende 3.1, 1/10 Sekunde - 27 Millimeter. (Aus technischen Gründen auf 4000 Pixel Breite verkleinert, Bild: netzwelt)

Videos nimmt die ST200F maximal in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Die Filme wirken deutlich weniger detailreich als die inzwischen auch im Kompaktbereich zum Standard gehörenden Full-HD-Aufnahmen, was sich auch negativ auf die Klarheit der Konturen auswirkt.

Die Farben wirken immerhin natürlich und Kontraste setzt die Kamera angenehm um. Der automatische Weißabgleich passt die Belichtungseinstellungen schnell an veränderte Lichtverhältnisse an. Das interne Mikrofon liefert einen gut verständlichen Ton, der aber bei lauten Geräuschquellen Störungen aufweist.

MicroSD und Aufladen per USB

Das Gehäuse der Samsung ST200F besteht aus Metall sowie Kunststoff und wirkt ordentlich verarbeitet. Die Oberflächen fühlen sich griffig an. Die Auswölbung auf der Vorderseite sowie die große Fläche für den Daumen auf der Rückseite sorgen zusätzlich für einen sicheren Halt.

Fotos und Videos speichert die Samsung ST200F auf einer MicroSD(HC)-Karte. Die Energieversorgung übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku. Die Aufladung der Batterie erfolgt standardmäßig direkt in der Kamera, wobei der Micro-USB-Anschluss als Stromzufuhr dient. Praktischerweise füllt sich der Ladebalken so auch, wenn das Testgerät an den USB-Anschluss eines Computers angeschlossen ist.

Fazit

Die Samsung ST200F ist ein günstiger Weg, seine Fotos direkt online zu stellen. Allerdings muss der Nutzer zu Abstrichen beim Funktionsumfang und der Bildqualität sowie bei der Geschwindigkeit bereit sein. Die übrige Ausstattung und die Bedienung an sich erweisen sich als zufriedenstellend.

Samsung setzt für die ST200F eine unverbindliche Preisempfehlung von 199 Euro an. Bei Online-Händlern ist die Kamera derzeit schon für rund 110 Euro erhältlich und damit ein wirkliches Schnäppchen.

Bei der ST200F handelt es sich quasi um die Spar-Version der Galaxy Camera mit Android, WLAN und UMTS. Diese kostet nicht nur deutlich mehr, sondern bietet auch bessere Hardware sowie umfangreichere Software und liegt wahrscheinlich auch bei der Bildqualität vorne. Dafür kostet sie aber voraussichtlich auch deutlich mehr. In fast allen Punkten drängt sich die Nikon Coolpix S800c zwischen die zwei Kameras von Samsung.

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Samsung ST200F im Test
Dank eines WLAN-Moduls stellt die Samsung ST200F Fotos direkt online und lässt sich mit Smartphones fernbedienen.
http://www.netzwelt.de/news/93890-samsung-st200f-test.html
2012-10-04 16:30:55
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/betatest-diablo-3-gestartet-bild-blizzard8331.jpg
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