Kritik von Justizkommissarin

Falsche Garantie: EU wirft Apple Kundentäuschung bei Care-Paket vor

Die EU-Justizkommissarin Viviane Reding wirft Apple Kundentäuschung vor. Garantie-Pakete wie Apple Care würden in der Regel das anbieten, was den Kunden bereits gesetzlich zusteht - und zwar ohne Aufpreis. Die Kommissarin fordert nun die Mitgliedstaaten zum Handeln auf.

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Service-Pakete wie Apple Care führen der EU-Kommisarin Reding zufolge Verbraucher in die Irre. (Bild: Screenshot apple.de)
Service-Pakete wie Apple Care führen der EU-Kommisarin Reding zufolge Verbraucher in die Irre. (Bild: Screenshot apple.de)
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"Service und Support von den Menschen, die die Apple Produkte am besten kennen", damit bewirbt Apple sein Garantie-Angebot Apple Care. Für eine Zwei-Jahres-Garantie beim iPhone zahlt der Kunde zusätzlich 69 Euro. Ohne diese Gebühr bestehe nur eine einjährige Garantie.

Unter dem Angebot ist ein kleiner Abschnitt zu finden, in dem es heißt: "Die einjährige Apple Herstellergarantie und die Vorteile des AppleCare Protection Plan gelten zusätzlich zu den durch Verbraucherschutzgesetze gewährten Rechten." EU-Justizkommissarin Reding zufolge ist dieser Hinweis nicht genug: "Es scheint, dass Apple-Verkäufer es versäumten, den Verbrauchern klare, wahrheitsgemäße und vollständige Informationen über die ihnen nach EU-Recht zustehende gesetzliche Garantie zu geben."

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Kundentäuschung

In einem Brief, der dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel vorliegt, macht die Kommissarin den Verbraucherschutzministern der 27 europäischen Mitgliedsstaaten deutlich, dass Apples Werbung für das Service-Paket irreführend ist.

Apple werbe prominent für seine "kommerzielle Gewährleistung" der Garantie, heißt es in dem Schreiben, weise jedoch nicht eindeutig darauf hin, dass jeder Verbraucher "nach EU-Recht einen automatischen und kostenlosen Anspruch auf eine zweijährige Garantie hat." Wie Der Spiegel schreibt, verhängten bereits im Dezember 2011 die italienischen Behörden eine Geldbuße in Höhe von 900.000 Euro aus demselben Grund.

"Inakzeptable Werbung"

Reding zufolge sind die Werbepraktiken des Unternehmens "inakzeptabel". Sie fordert die Mitgliedsstaaten auf, diesem Thema in puncto Verbraucherschutz besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Apple äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen. Eine PR-Agentur des Unternehmens verwies dem Spiegel gegenüber lediglich auf die Webseite des Unternehmens zum Thema EU-Rechte.

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