Kommentar: Wer versteht die Piratenpartei?

E-Book ohne Kopierschutz

Ihre Kollegin Marina Weisband ist da deutlich geschickter. Sie will auch ein Buch schreiben, hat aber gegenüber dem Verlag vorsorglich durchgesetzt, dass das Werk in der E-Book-Version ohne Kopierschutz veröffentlicht wird. Ganz überzeugt einen das auch nicht. Wenn man schon in Thesenpapieren und Gesetzesvorschlägen für neue Verwertungsmodelle wie Social Payment, Self Publishing oder Crowdfunding wirbt, dann könnte man das gleich selbst mal vormachen. Haben Schramm und Weisband aber nicht getan, sie gehen mit ihren Büchern den konventionellen Weg, den die Piraten sonst so verachten.

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Angesichts dieser Fakten wirken alle möglichen Argumente, die man zur Verteidigung vorbringen könnte, bestenfalls spitzfindig.

Piraten oder Spießer

Ein Gutteil der Häme, die sich jetzt über die Piraten ergießt, ist natürlich überzogen. Sie ist in gewisser Weise die Retourkutsche für das besserwisserische Auftreten einiger Piraten. Nach der Devise: Wir haben das Internet verstanden, alle anderen sind doof und vorgestrig. Die aggressive Art, mit der Vertreter des Piratenmilieus und ihre Sympathisanten gelegentlich ihre vermeintlichen intellektuellen Besitzstände verteidigen, hat etwas vom klassischen Spießer.

Davon abgesehen gibt es noch ein anderes, grundlegendes Problem. Wie kommt es eigentlich, dass diese Partei sich der Öffentlichkeit nicht verständlich machen kann? Die Piraten haben neben dem Urheberrecht weitere wichtige Themen in die Politik gebracht. Patente, Privatsphäre, Bildung und anderes mehr sind zentrale Themen der Wissensgesellschaft, bei denen die Digital Natives ganz vorne dabei sein sollten.