Sehr gute Hardware, verbesserungswürdige Shop-Anbindung

Schnellster beim Seitenwechsel: E-Book-Reader Sony PRS-T2 im Test

Der Sony Reader PRS-T2 überzeugt vor allem mit seinem flotten Seitenaufbau und Seitenwechsel. Sogar im Internet surfen kann man dank des guten E-Ink-Displays nun. Kurzum: Dieser E-Book-Reader ist rundum gelungen. Nur bei der Software und der Frage, wie die Inhalte auf das Gerät kommen, gibt es Nachholbedarf.

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Sony PRS-T2: Schnellster beim Seitenwechsel: Dank des flotten E-Ink-Displays kann man mit dem E-Reader von Sony auch rudimentär im Internet surfen. Aber das Display hinterlässt auch beim Betrachten von Ebooks eine gute Figur. Zum Video: Sony PRS-T2

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Ausstattung und Lieferumfang
  2. 2Ergonomie, Display und Alltag
  3. 3Shop-Anbindung und Formatunterstützung
  4. 4Fazit

Kaum ausgepackt, wird der Sony PRS-T2 in der Redaktion mit Lob und Interesse bedacht. Das liegt vor allem am geringen Gewicht des Readers. Knapp 160 Gramm bringt er auf die Waage. Damit ist er sogar leichter als der schärfste Konkurrent von Amazon.

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Das geringe Gewicht wird glücklicherweise nicht durch minderwertige Materialwahl erkauft. Der Sony Reader fühlt sich leicht, aber dennoch wertig und gut ausbalanciert in den Händen an, sodass stundenlanges, bequemes Lesen möglich ist.

Ausstattung und Lieferumfang

Wie fast alle E-Book-Reader verfügt auch der PRS-T2 über ein E-Ink-Display. Die Auflösung beträgt 800 x 600 Bildpunkte, die Bildschirmdiagonale sechs Zoll (15,2 Zentimeter). Im Falle des Sony Readers handelt es sich jedoch um einen Touchscreen, der Nutzereingaben per Finger oder Stift entgegennimmt. Farben kann der Bildschirm E-Ink-typisch nicht darstellen, lediglich Grauschattierungen mit 16 Abstufungen sind möglich. 

Die interne Speicherkapazität beträgt zwei Gigabyte - jede Menge Platz, um E-Books abzuspeichern. Laut Sony fasst der interne Speicher etwa 1.200 durchschnittlich umfangreiche E-Books. Wem der Platz dennoch zu knapp bemessen erscheint, der kann mithilfe von microSD-Karten für Abhilfe sorgen. Der entsprechende Schacht befindet sich gut geschützt durch eine Abdeckung an der linken unteren Gehäuseflanke. 

Über einen Mini-USB-Port an der Unterseite wird der Reader mit dem Rechner verbunden und wieder aufgeladen. Das entsprechende Kabel gehört, genau wie ein Bedienstift, Kurzanleitung und Software, zum Lieferumfang. Leider lässt sich der prinzipiell praktische Stift nirgendwo am Gerät unterbringen. Ein voll geladener Akku reicht laut Hersteller bei einer täglichen Nutzung von einer halben Stunde und deaktiviertem WLAN für ungefähr zwei Monate Lesevergnügen aus. Bei aktivierter Funkverbindung verkürzt sich die Laufzeit des nicht austauschbaren Akkus auf etwa sechs Wochen.

Trotz des Touchscreens stattet Sony den PRS-T2 mit sinnvollen Hardwaretasten aus. So finden sich neben einem Power-Schalter und einer Reset-Taste weitere fünf physikalische Drücker an der Front, die ein wenig an Googles Betriebssystem Android erinnern. Mithilfe der Links- und Rechts-Pfeile blättert der Nutzer von Seite zu Seite, über das Haussymbol gelangt er stets zum Hauptmenü und die zwei weiteren Tasten rufen kontextabhängige Sonderfunktionen auf - gut durchdacht.

Ergonomie, Display und Alltag

Im Alltag bereitet der E-Reader von Sony eine Menge Freude. Im Rucksack oder der Tasche fällt er dank seines geringen Gewichtes kaum auf. Das Display überzeugt durch eine sehr scharfe Darstellung, die an Print-Produkte heranreicht und sich hinter der Anzeigequalität der Kindle-Modelle in keiner Weise verstecken muss. 

Besonders gut gelingen dem Sony PRS-T2 die Seitenwechsel. Zwar flackert und flimmert es auch beim E-Ink-Display des PRS-TS 2. Jedoch ist die Zeit, die das Sony-Modell für den Seitenwechsel benötigt, wesentlich geringer als bei vergleichbaren Readern. Entweder erfolgt der Seitenwechsel über die Hardwaretasten oder mithilfe eines Fingerwischs. Sogar das Vergrößern oder Verkleinern kann per Fingerspreizgeste erfolgen - ungewöhnlich für einen E-Book-Reader, aber praktisch. 

Sony E-Reader PRS-T2

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Über das Kontektmenü lassen sich schnell die Schriftart verändern, Notizen erstellen oder die Display-Ausrichtung anpassen. Ein weiterer Vorteil des Touchscreens: Drückt der Nutzer länger auf ein Wort, öffnet sich ein Zwischenmenü. In diesem lässt sich etwa das markierte Wort in Wikipedia oder im Web nachschlagen. Auch das Markieren von Passagen und sogar das Posten auf Facebook oder das Senden an Evernote wird vorgeschlagen. Leider fiel der Audio-Ausgang, den der Vorgänger noch aufwies, dem Rotstift zum Opfer.

Shop-Anbindung und Formatunterstützung

Viel Licht zeigte der Testkandidat auf der Hardwareseite, softwareseitig wird es jetzt leider ein wenig dunkler. Denn wer neuen Lesestoff für seinen Reader beschaffen will, muss oft leider den umständlicheren Weg über die PC/Mac-Anbindung gehen. Ein direktes Einkaufserlebnis vom Gerät aus, wie Amazon es für seine Kindle-Modelle bietet - davon ist der Sony Reader gefühlt Lichtjahre entfernt.

Zum Glück ist die Format-Unterstützung mit EPUB (mit und ohne DRM), PDF und TXT vergleichsweise gut. Bilder müssen in den Formaten JPEG, GIF, PNG oder BMP vorliegen, um vom PRS-T2 erkannt zu werden. Ruft man den auf der Startseite des Geräts prominent verlinkten Reader Store auf, erhält man prompt die Meldung: "Leider gibt es für Ihr Land noch keinen Reader Store". Als Alternative steht das Angebot von Libri.de zu Verfügung, das nach eigenen Angaben derzeit über 600.000 E-Books umfasst und wo auch viele aktuelle Bestseller zu finden sind.

Hinweis: Inzwischen ist der E-Book-Shop von Sony auch in Deutschland vom PRS-T2 aus aufrufbar. Das Sortiment ist umfangreich. Alle aktuellen Bestseller sind vorhanden.

Fazit

Toller Bildschirm, flotter Seitenaufbau, WLAN-Zugang und Speicherkartenschacht: Der Sony Reader PRS-T2 glänzt vor allem durch seine sehr gute Hardware. Auch das geringe Gewicht sorgt unterm Strich für ein kräftiges Plus. Nützliche Zusatzfunktionen wie das Posten auf Facebook, der (eingeschränkt nutzbare) Browser und die Möglichkeit, handschriftliche Notizen zu verfassen, fallen ebenso positiv auf. 

Als Alternative zum Sony Reader bietet sich der Amazon Kindle Touch an, der etwas schwerer ist und ähnlich viel kostet, dafür aber keine Möglichkeit der Speicheraufrüstung bietet.

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