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Nikon Coolpix S800c im Kurztest
Android 2.3 und zehnfacher Zoom

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Nikon versucht sein Glück mit einer Kompaktkamera mit Android. Wir haben uns die Coolpix S800c auf der Photokina angeschaut und mit dem Konkurrenzmodell von Samsung verglichen.

Samsung hat mit seiner Galaxy Camera große Aufmerksamkeit erhalten, aber Nikon hatte schon zwei Wochen zuvor seine erste Android-Kamera Coolpix S800c angekündigt. Auf der Photokina hatte netzwelt die Gelegenheit, den kompakten Fotoapparat mit dem Smartphone-Betriebssystem in die Hand zu nehmen.

Kompaktkamera mit altem Smartphone-Betriebssystem

Nikon verbaut in der Coolpix S800c einen für Kompaktkameras typischen CMOS-Bildsensor im Format 1/2,3 Zoll. Bei Kantenlängen von 6,17 x 4,55 Millimetern liefert er Fotos mit einer maximalen Auflösung von 16 Megapixeln und Videos in Full-HD-Auflösung.

Nikon installiert auf der Coolpix S800c die schon etwas angestaubte Android-Version 2.3 Gingerbread, die aber trotzdem Zugriff auf eine Vielzahl an Foto- und Social-Media-Apps bietet. Ins Internet gelangt die Kamera nur per WLAN, überträgt Fotos jedoch auch per Bluetooth zu anderen Geräten. Mithilfe eines GPS-Empfängers bestimmt sie ihren Standort - was besonders für standortbezogene Apps praktisch ist.

Das Objektiv der Coolpix S800c verfügt über eine ins Kleinbildformat umgerechnete Brennweite von 25 bis 250 Millimetern. Das entspricht einem zehnfachen Zoom. Das Objektiv bewegt sich zügig und der Autofokus stellt Motive ausreichend flott scharf, aber überdurchschnittlich schnell sind beide nicht. Ein optischer Bildstabilisator sorgt bei längeren Belichtungszeiten und großen Brennweiten für weniger Unschärfen.

Nikon Coolpix S800c

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Auf den ersten Blick eine typische Kompaktkamera mit 10-fachem Zoom.

Programme, Software, Extras wie Gesichtserkennung, Formate

Der 3,5 Zoll große OLED-Touchscreen mit einer Auflösung von 819.000 Pixeln bietet ein klares und detailliertes Bild mit großen Betrachtungswinkeln. Das Display dient als Sucher und als Bedienelement der Coolpix S800c.

Samsung übertrifft diese Ausstattung in fast allen Punkten. Die Galaxy Camera verfügt über einen 4,8 Zoll großen Touchscreen, das Objektiv bietet einen 21-fachen Zoom, Android 4.1 Jelly Bean ist installiert und online geht die Kamera dank UMTS überall - entsprechende Netzabdeckung vorausgesetzt.

Drei Tasten und ein Touchscreen

Die Bedienung der Nikon Coolpix S800c erfolgt fast vollständig über den Touchscreen. Neben diesem befinden sich nur noch drei Tasten - sowie der Auslöser mit Zoomwippe und der Einschaltknopf auf der Oberseite - auf der Kamera-Rückseite.

Die Tasten weisen angenehme Druckpunkte auf und der Touchscreen reagiert in der Regel ohne Verzögerungen auf Eingaben. Die vorinstallierte Kamera-App der S800c bietet dem Fotografen zwei Automatiken sowie mehrere Motiv-Programme und Effekte. Außer der Lichtempfindlichkeit und dem Weißabgleich lassen sich kaum Belichtungseinstellungen anpassen. Für Schnappschüsse langt es aber allemal.

Typischer Kompaktkamera-Sensor

Die Bildqualität konnten wir beim Kurztest noch nicht abschließend bewerten. Die Sensorgröße lässt allerdings vermuten, dass die Nikon Coolpix S800c auf einer Höhe mit den meisten anderen Kompaktkameras liegt. Eine genauere Aussage wird nach dem ausführlichen Test möglich sein und wir lassen uns von der Kamera gerne mit einer guten Nachbearbeitung der Aufnahmen überraschen.

Interner Speicher und GPS

Das Gehäuse der Nikon Coolpix S800c besteht aus Kunststoff und wirkt ordentlich verarbeitet. Die Kamera liegt gut in der Hand und lässt sich sicher greifen. Platz für den Daumen ist auf der Rückseite neben dem Touchscreen vorhanden.

Die Coolpix S800c verfügt über einen internen Speicher, von dem 1,7 Gigabyte für Fotos und Videos sowie 680 Megabyte für Apps und GPS-Daten vorgesehen sind. Der Fotograf kann die Kapazität mit einer SD- oder SDHC-Karte erweitern. Ein Lithium-Ionen-Akku, den der Nutzer mit dem einem USB-Kabel direkt in der Kamera auch an einem Rechner aufladen kann, stellt die Energieversorgung sicher. An der Seite der Kamera befinden sich ein HDMI- und ein USB-Anschluss.

Fazit

Nikon verdient Lob für den Mut, eine Android-Kamera zu konstruieren, ohne wie Samsung die Erfahrung einer Entwicklungsabteilung für Smartphones im Haus zu haben. Dies macht sich jedoch auch negativ bemerkbar. Bei der Ausstattung mit Hard- und Software liegt die Coolpix S800c deutlich hinter der Galaxy Camera, was sich auch negativ auf die Bedienung auswirkt. Nur bei der Bildqualität dürften die zwei Kompaktkameras nahe zusammen liegen.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Nikon für die Coolpix S800c beträgt 399 Euro. Die Kamera soll ab Ende September im Handel verfügbar sein. Die ersten Händler haben sie auch schon im Angebot und halten sich noch an die Preisvorstellungen des Herstellers. Samsung plant seine Galaxy Camera dagegen erst im November in die Läden zu bringen und nannte noch keinen Preis, sondern gab nur Hinweise, die auf einen Kostenrahmen von 600 bis 800 Euro hindeuten.

Noch vor Nikon und Samsung zeigte Polaroid mit der SC1630 Anfang des Jahres auf der CES in Las Vegas eine Kompaktkamera mit Android. Seitdem war von diesem Modell aber nichts Neues mehr zu vernehmen. Auf der Photokina hatte der Sofortbild-Pionier sie nicht dabei.

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