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Sony Xperia P im Test
Vielseitig, leistungsstark aber ohne Ausdauer

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Das Xperia P bietet ein durch seine Helligkeit herausragende Ablesbarkeit selbst bei direkter Sonneneinstrahlung. Eine überragende Figur macht das Modell auch in weiteren Kategorien, leider jedoch nicht in allen.

Das Xperia P soll durch sein White-Magic-Display stets perfekte Ablesbarkeit gewährleisten. Das Mittelklasse-Smartphone bietet gegenüber dem "großen Bruder" Xperia S noch weitere Vorzüge - zu einem deutlich günstigeren Preis. Allerdings werden nicht alle Nutzer mit dem Modell glücklich werden.

Design und Verarbeitung

Das Sony Xperia P besitzt ein Unibody-Gehäuse aus Aluminium. Das bedeutet: Das Gehäuse ist aus einem einzigen Stück Metall gefertigt, wodurch es sehr robust ist. Vom Design her ist das Modell im Stil der Xperia NXT-Reihe gehalten. Am unteren Rand des Smartphones finden Nutzer beispielsweise die für die Serie typische, transparente Menüleiste. Sie beinhaltet Teile der Antenne und anders als beim Flaggschiffmodell Xperia S auch gleich die Sensortasten und nicht nur die dazugehörigen Symbole.

Für ein Vier-Zoll-Smartphone fällt das Xperia P extrem schmal aus. In der Breite misst es gerade einmal 59,5 Millimeter und ist damit so handlich wie Apples iPhone. Das Display ist in die Länge gezogen, um die entsprechende Diagonale zu erreichen. Dadurch entsteht ein 16:9-Format, was vor allem Filmfans freuen dürfte.

Gesprächsqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität ist allerdings nur befriedigend, im Test war stets ein Grundrauschen zu vernehmen, Gesprächspartner klangen wenig natürlich. Zum Telefonieren benötigen Nutzer übrigens eine Mikro-SIM-Karte wie beim Apple iPhone 4S. Das Einlegen selbiger in den seitlichen Schacht ist aber eine Fummelarbeit. Als hilfreich entpuppten sich im Test ein Kugelschreiber oder eine Nadelspitze, mit der sich die Karte nach dem Einlegen in die Verriegelung drücken lässt. Zur Entnahme sind spitze Fingernägel oder eine Pinzette erforderlich.

Eine Akkuladung soll laut Sony für bis zu sechs Stunden Telefonieren oder vier Stunden Videowiedergabe reichen - eher mittelmäßige Werte. Der Akku fällt mit einer Kapazität von 1.305 Milliamperestunden jedoch auch deutlich kleiner aus als bei vergleichbaren Modellen wie dem Samsung Galaxy S. Ein Ausdauer-Smartphone ist das Modell also nicht. Dafür lädt der Akku mit dem beiliegenden Sony-Netzteil wieder schnell auf. Aufgrund des Unibody-Gehäuses kann der Akku allerdings nicht vom Nutzer gewechselt werden.

Hardware

Das Display des Xperia P bietet nicht nur die bereits bekannte Mobile Bravia Engine des Herstellers, sondern auch eine neue Displaytechnologie namens White Magic. Zusätzlich zum üblichen roten, grünen und blauen Subpixel stellt diese noch ein weiteres, weißes Subpixel bereit. Dadurch erreicht das Display bei Bedarf eine extreme Helligkeit, was für eine gute Ablesbarkeit selbst bei direkter Sonneneinstrahlung sorgt.

Unter der Haube des Xperia P werkelt der NovaThor U8500 Dual-Core-Prozessor von ST-Ericsson. Der Chip hat seine Leistungsfähigkeit bereits im netzwelt-Test beim Einsteiger-Modell Xperia U unter Beweis gestellt und dürfte den Ansprüchen der meisten Nutzer genügen. Die Bedienung des Android-Systems ist flüssig und selbst GTA 3 können Nutzer auf ihrem Smartphone spielen, wenn es auch ab und an etwas ruckelt.

Die Unibody-Bauweise bringt aber den Nachteil mit sich, dass sich der interne Speicher mangels Slot nicht erweitern lässt. Nutzer müssen mit den verbauten 16 Gigabyte auskommen, von denen ihnen ab Werk knapp 13 Gigabyte zur Verfügung stehen. Dafür bietet das Xperia P aber Unterstützung für den neuen Nahfunkstandard NFC.

Sony Xperia P

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Das Xperia P bietet ein vier Zoll großes Display ist aber dennoch sehr schmal. (Bild: netzwelt)

Multimedia

Sony verbaut beim Xperia P eine 8-Megapixel-Kamera, die sogar in der Lage ist, Videos in Full HD aufzunehmen. Die Frontkamera löst allerdings nur in VGA auf. Pluspunkte sammelt das Modell aber durch den vorhandenen Micro-HDMI-Anschluss zur direkten Übertragung von Fotos und Videos auf Fernseher oder Computer sowie den physikalischen Auslöser. Bei gestarteter Kamera-App können Nutzer sogar mit der Lautstärkewippe in das Bild hinein- beziehungsweise herauszoomen. Das macht das Fotografieren komfortabel.

Die Bildqualität kann hier aber nur bedingt mithalten. Die Kamera hält zwar auch feine Details fest, die Bilder fallen aber etwas dunkel aus. Vereinzelt war ein leichter Rotstich zu sehen. Videoaufnahmen wiesen ein Rauschen auf. Insgesamt gesehen landet das Xperia P damit nur im Mittelfeld der Kamera-Handys. Ein mit dem Sony Xperia P gemachtes Testbild finden Sie hier.

Der Lautsprecher des Xperia P befindet sich an der rechten Gehäuseseite. Dadurch verhindert Sony, dass der Klang gedämpft wird, wenn das Smartphone beispielsweise auf dem Tisch liegt. Allerdings wirkt Musik aus dem kleinen Lautsprecher eher schwachbrüstig. Über Kopfhörer ist der Klang natürlich um Längen besser. Die MP3-Player-App von Sony bietet zudem zahlreiche Einstellungen - vom frei definierbaren Equalizer über spezielle Kopfhörer-Klangprofile bis hin zu einem ID3-Tag-Editor.

Software

Als Betriebssystem kommt Android 2.3.7 zum Einsatz, ein Update auf Android 4.0 wird zur Zeit ausgeliefert, stand auf dem Testgerät jedoch noch nicht zur Verfügung. Zu einem möglichen Update auf Android 4.1 Jelly Bean hat sich Sony bislang nicht geäußert. Man prüfe die neue Android-Version derzeit noch, heißt es dazu aus dem Unternehmen.

Vom zugrundeliegenden Betriebssystem wird der Nutzer allerdings nicht viel sehen, denn Sony setzt dem System eine eigene Nutzeroberfläche auf. Die Xperia UI lässt sich intuitiv bedienen und bietet Zugriff auf Sony-Zusatzdienste wie Music Unlimited. Leider befinden sich auf dem Gerät ab Werk zahlreiche Apps, die sich aber deinstallieren lassen. Schön: Schließt der Nutzer das Xperia P via HDMI an den Fernseher an, erhält er auf Wunsch auch eine angepasste Nutzeroberfläche, die sogar dank HDMI CEC die Steuerung mit der Fernbedienung erlaubt, vorausgesetzt der Fernseher unterstützt diesen Standard.

Fazit

Das Sony Xperia P glänzt mit seinem hellen Display, dem schicken Unibodygehäuse, seinen Multimedia-Eigenschaften und der Anbindung an das Sony-Ökosystem. In Punkto Akkulaufzeit und Sprachqualität kann das Modell allerdings nicht glänzen. Für Power-Nutzer und Vieltelefonierer ist das Modell daher nur bedingt zu empfehlen.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Sony lautet 379 Euro, im Netz ist das Modell bereits ab 320 Euro erhältlich. Eine Alternative ist das HTC One S.

Kommentare zu diesem Artikel

Das Xperia P bietet ein durch seine Helligkeit herausragende Ablesbarkeit selbst bei direkter Sonneneinstrahlung. Eine überragende Figur macht das Modell auch in weiteren Kategorien, leider jedoch nicht in allen.

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  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Displaywunder mit schwachem Akku: Sony Xperia P im Test

    @Elv: Danke für deine Anmerkungen. @bartheq: Danke für den Hinweis, das korrigieren wir umgehend.

    Grüße aus der Redaktion.
  • bartheq schrieb Uhr
    AW: Displaywunder mit schwachem Akku: Sony Xperia P im Test

    Ihr habt einen Fehler eingebaut. Seit wann hat das Xperia P Infrarot??? Bei der Bedienung des Xperia P am TV braucht die Fernbedienung keinen Sichtkontakt zu dem Samrtphone, sondern lediglich mit dem Infrarot-Auge des TV´S. Dadurch wird dank der HDMI 1.3 CEC Technik auch das Smartphone gesteuert!
  • Elv schrieb Uhr
    AW: Displaywunder mit schwachem Akku: Sony Xperia P im Test

    Hatte das Gerät eine Woche zum Testen. Technisch ein schönes Gerät keine Frage. Mit der Durchsetzung des MTP (Media Transfer Protokolls) statt MSC (USB Mass Storage) wird die Synchronisation zur Qual. Die Sony Software unterstützt nur bestimmte Extentions (m4b ist nicht dabei) und kann nur Lieder und Bilder mit dem Rechner abgleichen. Ohne Google-Wolke (weil mir der Konzern suspekt ist, keine Kontakte aufs Handy). Alternative Software wie SyncR und doubleTwist scheitern an fehlendem MSC und auch SyncMate scheitert bei den Xperia's. Das beste Handy ist nichts Wert, wenn man es nicht in seine Umgebung integrieren kann und da kann man Linuxern und Macies nur von solchen Geräten abraten.

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Sony Xperia P im Test
Sony Xperia P im Test
Das Sony Xperia P hat Design- und hardwaretechnisch viel zu bieten. In den Grunddisziplinen eines jeden Smartphones hat es aber Schwächen.
http://www.netzwelt.de/news/93642-sony-xperia-p-test.html
2012-09-11 16:43:57
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/coreldraw-wohl-bekannteste-produkt-corel-corporation-bild-corel8018.jpg
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