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Nokia Lumia 920 im Kurztest
Innovative Techniken im bewährten Design

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Mit dem Lumia 920 will Nokia zu alter Stärke zurückkehren und vereint in dem Gerät eine Menge neuer innovativer Techniken. Netzwelt warf in Berlin einen ersten Blick auf das Windows Phone 8-Smartphone-Flaggschiff aus Espoo.

Nokia meldet sich mit dem Lumia 920 im Kampf um den Smartphone-Thron zurück. Im Wettstreit mit iPhone und Android will Nokia durch innovative Techniken wie drahtloses Aufladen, ein supersensibles Display und seiner PureView-Kamera punkten. Netzwelt verrät im Kurztest wie die Chancen des finnischen Handy-Herstellers auf ein Comeback mit dem Lumia 920 stehen.

Mit dem Nokia Lumia 920 will der Hersteller zurück auf den Smartphone-Thron.

Auf einer Pressekonferenz in New York enthüllte Nokia sein neues Flaggschiff-Modell Lumia 920. Netzwelt nahm parallel dazu auf einer Nokia-Veranstaltung in Berlin das Gerät in Augenschein. Da Windows Phone 8 noch immer nicht final vorgestellt wurde, standen dabei statt der Software Design, Verarbeitung und Hardware im Vordergrund.

Beim Design orientiert sich der Hersteller an den bisherigen Highend-Modellen Lumia 800 und Lumia 900. Das Gehäuse besteht wie gehabt aus dem Kunststoff Polycarbonat. Je nach Farbvariante ist die Oberfläche anders verarbeitet: Das weiße, rote und gelbe Nokia Lumia 920 besitzen eine glänzende Oberfläche ähnlich dem Samsung Galaxy S3 - allerdings nicht ganz so glatt und rutschig. Das graue und das schwarze Modell dagegen bieten eine raue Oberfläche, wie sie auch das Lumia 900 aufweist.

Wertarbeit hat ihren Preis

Bei der Verarbeitung des Gehäuses hat Nokia viel Wert auf Langlebigkeit gelegt. "Das Gerät soll in Würde altern", betonte Stephan Schwarz Nokias Head of Product Management für Nordeuropa in Berlin immer wieder. So wurde das Polycarbonat durchgefärbt. Das Färbungsverfahren soll sicherstellen, dass Kratzer nicht so schnell sichtbar werden. Lautstärkewippe, Power- und Kamera-Knopf sind zudem aus Keramik anstatt aus Kunststoff gefertigt.

Nokia Lumia 920 Kurztest

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Nokia erweitert die Lumia-Familie um die Modelle Lumia 820 (links) und Nokia 920 (rechts). Beide Modelle sollen noch in diesem Jahr in Deutschland erscheinen. (Bild: netzwelt)

Die wertige Verarbeitung hat aber ihren Preis: Mit 185 Gramm ist das Nokia Lumia 920 kein Leichtgewicht, mit einer Tiefe von 10,7 Millimetern wirkt es im Vergleich zu anderen Premium-Smartphones wie dem Samsung Galaxy S3, dem HTC One X oder dem Samsung Ativ S zudem etwas klobig.

Schärfer als Apples Retina-Display

Das Display ist das eigentliche Highlight des Nokia Lumia 920. Es bietet eine Pixeldichte von 332 Pixel pro Zoll und schlägt damit sogar das Retina-Display des Apple iPhone 4S. Mit bloßem Auge werden Nutzer also auch beim neuen Lumia keinen einzelnen Pixel mehr erkennen können.

Nokia hat bei seiner PureMotion HD+ genannten Display-Technologie zudem einige Optimierungen vorgenommen: So soll das LC-Display durch eine höhere Spannung schnellere Bildwechsel ermöglichen. Auch an der Lesbarkeit des Displays im Freien wurde gefeilt. Das Lumia 920 soll Nokia zufolge nicht so stark reflektieren wie andere Smartphones.

Bedienbar mit Handschuh oder Fingernagel

Des Weiteren merzt Nokia beim Display des Lumia 920 einen wesentlichen Schwachpunkt von aktuellen Smartphones aus: Durch eine deutlich höhere Touch-Sensibilität ist es möglich das Gerät nur mit dem Fingernagel zu bedienen. Auch mit Handschuhen können Lumia 920-Besitzer ihr Smartphone steuern. Beim iPhone oder aktuellen Android-Handys ist dies nur mit Spezial-Handschuhen oder speziellen Werkzeugen möglich. Hinter dieser Innovation steckt die Clear Pad Series 3-Technik von Synaptics. Einem Spezialisten für Toucheingaben.

Theoretisch ist die Technologie sogar in der Lage, Eingaben von bis zu zehn Fingern zu verarbeiten. Ob Nokia dies etwa für eine Gestensteuerung des Smartphones nutzen wird, blieb in Berlin aber offen.

Gorilla Glass

Darüber hinaus integriert Nokia weitere neue Techniken in den Bildschirm: Mit Gorilla Glass 2.5 kommt beim Lumia 920 bereits die dritte Generation des widerstandsfähigen Displayglases zum Einsatz. Es soll bei Stürzen besser als bisher gegen Verformungen schützen. Auf Wunsch vieler Nutzer ist das Displayglas anders als beim Lumia 900 nun wieder abgerundet, was das Bedienkonzept von Windows Phone haptisch unterstützen soll.

PureView Phase zwei

Auf der Rückseite verbaut Nokia eine 8,7-Megapixel-Kamera mit dem Branding PureView. Trotz des Markennamens: An die 41-Megapixel-Kamera des Nokia 808 PureView reicht die Bildqualität der Lumia 920 PureView-Kamera nicht heran, das gesteht Nokia selbst ein. Ein verlustfreies Zoomen wird hier beispielsweise nicht möglich sein. Denn die PureView-Kamera des Lumia 920 bietet keine Oversampling-Funktion wie die des 808 PureView.

Nokia Lumia 920 versus Samsung Galaxy S3

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Das Samsung Galaxy S3 bietet ein größeres Display als das Nokia Lumia 920. (Bild: netzwelt)

Absetzen soll sich diese PureView-Kamera von der Konkurrenz stattdessen durch eine bessere Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen. Laut Nokia gelangt bis zu zehn Mal soviel Licht an den Bildsensor des Lumia 920 wie bei anderen Smartphone-Kameras. Möglich wird dies zum einen durch eine größere Blende (f/2.0), wie sie zum Beispiel auch bei der HTC One-Serie zum Einsatz kommt, zum anderen durch Software-Algorithmen.

5-Achsen-Bildstabilisator

Eine weitere Neuerung des zweiten PureView-Produkts ist der mechanische 5-Achsen-Bildstabilisator. Er soll beim Filmen und Fotografieren beispielsweise das Zittern der Hand ausgleichen. Einen Eindruck vom Ergebnis dieser Technik bietet ein YouTube-Video des Herstellers.

Nokia hatte bereits auf der Cebit im März gegenüber netzwelt angedeutet, dass die PureView-Technik mehr auf innovativer Software, denn auf bestimmter Hardware basiert. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die PureView-Kamera des Lumia 920 einen ähnlichen Wow-Effekt unter Nutzern entfachen wird, wie die des 808 Pureview.

LTE mit an Bord

Für ausreichend Rechenleistung soll ein Snapdragon-S4-Prozessor sorgen, hierbei handelt es sich zwar nur um einen Dual-Core-Prozessor, der aber beispielsweise schon im HTC One XL bewiesen hat, dass er mit aktuellen Quad-Core-Modellen mithalten kann.

Der Vorteil dieses 1,5-Gigahertz starken Chips: Er hat ein LTE-Modem direkt integriert. Anders als etwa beim Galaxy S3 müssen LTE-Fans daher nicht auf eine spezielle 4G-Version des Lumia 920 mit einem zusätzlichen LTE-Modem warten. Das Gerät unterstützt ab Werk alle derzeit verwendeten Mobilfunkstandards 2G, 3G, HSPA und LTE.

Mit der Integration von NFC und einer drahtlosen Ladetechnik setzt Nokia die Fokussierung auf neue, innovative Techniken beim Lumia 920 konsequent fort und präsentiert auch gleich dazu passendes Zubehör.

Fazit

Die zweite Lumia-Generation präsentiert sich technisch auf der Höhe der Zeit. Anders als die Konkurrenz will Nokia beim Lumia 920 zudem auch einige Schwachpunkte heutiger Smartphones mit innovativen Techniken ausmerzen - ein vielversprechender Ansatz, mit dem die Finnen einige Abwanderer aus dem Android- und iPhone-Lager zurückgewinnen könnten. Vorausgesetzt Microsoft und Nokia erlauben sich softwareseitig keine Patzer.

Ein Wermutstropfen bleibt allerdings die fehlende Oversampling-Technik bei der PureView-Kamera.

Kommentare zu diesem Artikel

Mit dem Lumia 920 will Nokia zu alter Stärke zurückkehren und vereint in dem Gerät eine Menge neuer innovativer Techniken. Netzwelt warf in Berlin einen ersten Blick auf das Windows Phone 8-Smartphone-Flaggschiff aus Espoo.

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  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Nokia Lumia 920 im Kurztest: Hoffnungsträger mit Windows Phone 8

    @BerndK: Das ist ein Kurztest, der einen ersten Eindruck vom Gerät vermittelt. Wir hatten Gelegenheit das Lumia 920 in Berlin in die Hand zu nehmen. Wie du sicherlich auch an den Beschreibungen zur Haptik merkst. Das System durften wir nicht testen, wegen der Geheimhaltungspflicht von Nokia gegenüber Microsoft. Das ist im Text auch so wiedergegeben.

    Den Touchscreen konnten wir aber ausprobieren.

    Grüße aus der Redaktion.
  • BerndK schrieb Uhr
    AW: Nokia Lumia 920 im Kurztest: Hoffnungsträger mit Windows Phone 8

    Für einen Test ist zumindest erforderlich, dass der Tester selbst Hand an das Gerät anlegen konnte und sich von der Funktion überzeugt hat. Ist das der Fall?