Auf der IFA 2012

Video-Check: Zeiss cinemizer OLED-Brille im Kurztest

Zur IFA in Berlin brachte das Unternehmen Carl Zeiss seine neue OLED-Brille cinemizer mit. In der futuristisch anmutenden Brille sorgen zwei Mini-OLED-Bildschirme für das Eintauchen in virtuelle Welten. Netzwelt hat die Videobrille kurz ausprobiert.

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Genau so hat die Menschheit sich in den 80er-Jahren die Zukunft vorgestellt: Am IFA-Stand von Carl Zeiss zieht eine weiße Videobrille die Blicke der Messebesucher auf sich. Die cinemizer OLED, wie Zeiss seine neuste Videobrille nennt, soll dabei eine andere Zielgruppe als beispielsweise Google Glasses ansprechen. Statt auf Argumentet Reality-Funktionen setzt Zeiss bei der cinemizer eher auf das völlige Abtauchen in virtuelle Welten. Der Nutzer soll sich ganz auf die in der Brille gezeigten Inhalte konzentrieren. Daher kann man durch diese Brille auch nicht hindurchsehen. Wer sie aufsetzt, ist von der Außenwelt nahezu abgeschnitten. 

Produktmanager Franz Troppenhagen gibt netzwelt eine kurze Einführung über denkbare und bereits praktikable Einsatzzwecke der Brille: "Praktisch ist sie etwa für Architekten. Aber auch Gamer können sie einsetzen und so bei manchen Spielen auf eine Maus verzichten. Aber auch im Bildungsbereich, an Schulen und Universitäten, ist der Einsatz der cinemizer OLED denkbar".

Die Videobrille ist nur etwa 120 Gramm schwer. Im direkten Vergleich zum tragbaren Nasenheimkino von Sony lässt sich die Zeiss-Brille wesentlich komfortabler tragen. Die Weite lässt sich mit Hilfe kleiner Rädchen individuell anpassen. Kleine In-Ear-Kopfhörer sorgen für Stereo-Klang. Als Zuspieler kommt praktisch alles in Frage, das über einen HDMI-Ausgang verfügt, auch gibt es ein Anschluss-Kit für Apple-Geräte.

Eine Runde Autorennen

Netzwelt nimmt Platz in einem Fahrsimulator für eine Runde Autorennen mit der Videobrille. Das Bild der 3D-fähigen Mini-OLED-Bildschirme mit einer Auflösung von jeweils 870 x 500 Bildpunkten entspricht dem eines 40-Zoll-Displays, welches der Nutzer in einem Abstand von zwei Meter Entfernung betrachtet. An der netzwelt zum Testen zur Verfügung gestellten Brille war bereits der Prototyp eines Head Trackers montiert, der Kopfbewegungen aufzeichnet und diese auf die Brille übeträgt. Beim Autorennen bewegt man den Kopf also einfach nach links, und der Blick des virtuellen Formel-1-Piloten wandert ebenfalls nach links.

Zunächst ist diese Art der Steuerung sehr gewöhnungsbedürftig. Besitzern einer solchen Brille dürfte es nach einiger Zeit aber mit Sicherheit gelingen, auf diese Weise eine Maus zu ersetzen. Für den Gaming-Bereich gesprochen: Spiele wie Shooter oder Autorennen profitieren von der Brille. Die Bilddarstellung über die OLED-Bildschirme war im kurzen Test unter Messebedingungen überzeugend. Weiteres Zubehör, etwa um die Cinemizer OLED als Kamera-Sucher zu verwenden, erweitert das Einsatzspektrum der Videobrille in Zukunft. Dank einstellbarem Dioptrinbereich (-5 bis +2) ist die cinemizer auch problemlos für Brillenträger geeignet.

Carl Zeiss verkauft die cinemizer OLED ohne Headtracker für 649 Euro. Im Preis inbegriffen ist ein HDMI-Adapter. Weiteres Zubehör wird in Kürze folgen. 

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