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Carl Zeiss cinemizer OLED im Test: Videobrille mit Headtracker
Für Gamer, Architekten, Zahnärzte und Filmfans

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Die Videobrille cinemizer OLED von Carl Zeiss bereitet im Test viel Freude. Das Spielen und Videoschauen mit der futuristisch wirkenden Brille macht definitiv Spaß - ist aber noch sehr ungewohnt und die vielen Kabel stören.

In der futuristisch anmutenden Brille cinemizer OLED von Carl Zeiss sorgen zwei Mini-OLED-Bildschirme für das Eintauchen in virtuelle Welten. Erstmalig konnte netzwelt auf der vergangen IFA in Berlin die Videobrille ausprobieren. Nun liegt ein Serienprodukt samt Headtracker für einen ausführlicheren Test vor.

Genau so hat die Menschheit sich in den 80er-Jahren die Zukunft vorgestellt: Bereits am IFA-Stand von Carl Zeiss zog eine weiße Videobrille die Blicke der Messebesucher auf sich. Die cinemizer OLED, wie Zeiss seine neuste Videobrille nennt, soll dabei eine andere Zielgruppe als beispielsweise Google Glasses ansprechen. Statt auf Argumented Reality-Funktionen setzt Zeiss bei der cinemizer eher auf das völlige Abtauchen in virtuelle Welten. Der Nutzer soll sich ganz auf die in der Brille gezeigten Inhalte konzentrieren. Daher kann man durch diese Brille auch nicht hindurchsehen. Wer sie aufsetzt, ist von der Außenwelt nahezu abgeschnitten.

Produktmanager Franz Troppenhagen gibt netzwelt eine kurze Einführung über denkbare und bereits praktikable Einsatzzwecke der Brille: "Praktisch ist sie etwa für Architekten. Aber auch Gamer können sie einsetzen und so bei manchen Spielen auf eine Maus verzichten. Im Bildungsbereich, an Schulen und Universitäten oder bei Feuerwehr und Rettungsdiensten ist der Einsatz der cinemizer OLED denkbar".

Die Videobrille wiegt nur knapp 135 Gramm, mit Kabel und der für den Betrieb notwendigen Steuerungsbox summiert sich das Gewicht allerdings auf 270 Gramm. Im direkten Vergleich zum tragbaren Nasenheimkino von Sony lässt sich die Zeiss-Brille aber komfortabler tragen. Die Weite lässt sich mithilfe kleiner Rädchen individuell anpassen. Kleine In-Ear-Kopfhörer sorgen für Stereo-Klang. Als Zuspieler kommt praktisch alles in Frage, das über einen HDMI-Ausgang verfügt, auch gibt es ein Anschluss-Kit für Apple-Geräte.

Verarbeitung und Tragekomfort

Die Brille besteht vollständig aus Kunststoff und ist sauber verarbeitet. Störend sind die vielen Kabel, die von der Brille und der Steuerungsbox wegführen. Es erfordert schon etwas Übung, um die Brille ohne Verknotung auf- und wieder abzusetzen. Zum Lieferumfang gehört eine praktische Transportbox, in der die Brille und das Zubehör Platz findet.

Gaming mit Headtracker

Netzwelt nimmt Platz in einem Fahrsimulator für eine Runde Autorennen mit der Videobrille. Das Bild der 3D-fähigen Mini-OLED-Bildschirme mit einer Auflösung von jeweils 870 x 500 Bildpunkten entspricht dem eines 40-Zoll-Displays, welches der Nutzer in einem Abstand von zwei Meter Entfernung betrachtet.

An der netzwelt zur Verfügung gestellten Brille war bereits der sogenannte Head Tracker montiert, der Kopfbewegungen aufzeichnet und diese auf die Brille übeträgt. Er wird per USB an den Rechner angeschlossen und von Windows und Mac OS X als Maus erkannt. Spezielle Treiber sind nicht notwendig. Beim Autorennen, Fahrsimulatoren oder auch Ego-Shootern bewegt man den Kopf also einfach nach links, und der Blick des virtuellen Alter-Egos wandert ebenfalls nach links.

Für 649 Euro im Handel erhältlich: Carl Zeiss cinemizer OLED. (Quelle: Carl Zeiss)

Zunächst ist diese Art der Steuerung sehr gewöhnungsbedürftig. Besitzern einer solchen Brille dürfte es nach einiger Zeit aber mit Sicherheit gelingen, auf diese Weise eine Maus zu ersetzen. Für den Gaming-Bereich gesprochen: Spiele wie Shooter oder Autorennen profitieren von der Brille. Die Bilddarstellung über die OLED-Bildschirme kann im Großen und Ganzen überzeugen. Als leicht störend empfand netzwelt jedoch den leicht blauen Rand an den Enden des Sichtfeldes.

Gegen Aufpreis bietet Carl Zeiss einen Sichtschutz an, der den Träger der cinemizer mehr von der Außenwelt abschottet. Weiteres Zubehör, etwa um die Cinemizer OLED als Kamera-Sucher zu verwenden, erweitert das Einsatzspektrum der Videobrille. Dank einstellbarem Dioptrinbereich (-5 bis +2) ist die cinemizer auch problemlos für Brillenträger geeignet.

Carl Zeiss verkauft die cinemizer OLED ohne Headtracker für 649 Euro. Im Preis inbegriffen ist ein HDMI-Adapter.

Fazit

Die Zielgruppe der cinemizer OLED von Carl Zeiss ist eng gesteckt. Die Videobrille eignet sich für Menschen, die viel unterwegs sind oder die Vorzüge des Headtrackers beim Gaming ausnutzen wollen. Auch Zahnärzte, die ihren (kleinen) Patienten die Angst vorm Bohrer nehmen möchten oder Modellflugzeugpiloten, welche die Brille als Echtzeitmonitor verwenden, könnten sich für das Zeiss-Produkt begeistern.

Als Zweitfernseher oder für den täglichen Einsatz in Bus und Bahn eignet sich die Brille aber nicht. Hier stören - neben der etwas auffälligen Optik - vor allem die vielen Kabel, die von der Brille wegführen. Und auch die Steuerungsbox muss permanent verstaut werden.

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Die Videobrille cinemizer OLED von Carl Zeiss bereitet im Test viel Freude. Das Spielen und Videoschauen mit der futuristisch wirkenden Brille macht definitiv Spaß - ist aber noch sehr ungewohnt und die vielen Kabel stören.

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Carl Zeiss cinemizer OLED im Test: Videobrille mit Headtracker
Carl Zeiss cinemizer OLED im Test: Videobrille mit Headtracker
Mit der Videobrille cinemizer OLED von Carl Zeiss lässt es sich wunderbar abschalten. Ihr Träger hat das Gefühl, auf einen 40 Zoll großen Fernseher aus einer Entfernung von zwei Metern zu schauen.
http://www.netzwelt.de/news/93540-carl-zeiss-cinemizer-oled-test-videobrille-headtracker.html
2013-06-10 16:07:13
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/649-euro-handel-erhaeltlich-carl-zeiss-cinemizer-oled-bild-carl-zeiss-15959.jpg
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